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Der letzte Romantiker – Essentials von Vladimir Horowitz

Vladimir Horowitz
© Christian Steiner / DG
05.11.2019
Am 5. November 2019 jährt sich zum dreißigsten Mal der Todestag von Vladimir Horowitz. Grund genug, das musikalische Vermächtnis des einzigartigen Pianisten in Erinnerung zu rufen. Horowitz, der als einer der größten Klaviervirtuosen des 20. Jahrhunderts in die Musikgeschichte einging, war bekannt für seinen wuchtigen Anschlag und die extrem hohe Virtuosität seines Spiels. Diese Fähigkeiten prädestinierten ihn für technisch anspruchsvolle Werke der Romantik und Spätromantik. Der nahe Kiew, in der Ukraine aufgewachsene Starpianist, der im Jahre 1944 die US-amerikanische Staatsangehörigkeit annahm und in New York Wurzeln schlug, gilt als einer der bedeutendsten Interpreten Frédéric Chopins, Franz Liszts, Alexander Skrjabins und Sergei Rachmaninoffs

Der letzte Romantiker

Sein besondere Begabung für romantisches Repertoire trug ihm den Ehrentitel “Der letzte Romantiker” ein. So wurde vor ihm bereits, allerdings mit einem kritischen Unterton, weil er den Weg der Avantgarde nicht konsequent beschritt, Sergei Rachmaninoff bezeichnet. Rachmaninoff war mit Horowitz befreundet und hielt ihn für den idealen Interpreten seines hochvirtuosen, dritten Klavierkonzerts. Im Alter verfeinerte der von seinem Publikum abgöttisch verehrte Ausnahmepianist, dessen faszinierende Persönlichkeit die Gebrüder Maysles in ihrem legendären Dokumentarfilm “The Last Romantic” (1985) einfühlsam porträtiert haben, seine lyrischen Anlagen. Mit 82 Jahren schloss Horowitz noch einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon. Kostbare Alben entstanden, deren Hauptkennzeichen die enorme Spannbreite zwischen zartem poetischem Spiel und leidenschaftlichen Ekstasen ist. 
Aus Anlass seines dreißigsten Todestags am 5. November 2019 hat das Gelblabel vier Vinyl-Klassiker des Pianisten neu aufgelegt und seinen allerletzten Soloauftritt, das berühmte Konzert in Hamburg, erstmals auf LP veröffentlicht. Zusätzlich zu den physischen Veröffentlichungen erscheint jetzt ein digitales Album mit Essentials des unübertroffenen Klaviermagiers.

Lyrische Eleganz

Die digitale Kompilation trägt der lyrischen und tänzerischen Neigung des reifen Horowitz Rechnung. Allein 10 der 25 Tracks sind Klavierwerken von Mozart gewidmet, die Horowitz mit schwebender Leichtigkeit zu nehmen weiß. Die poetische Klasse des Grandseigneurs der Klavierkunst zeigt sich in Werken von Scarlatti, Schubert oder Liszt. Zu den Perlen der Sammlung darf Schumanns hinreißend sanft dargebotene “Träumerei” aus dem Zyklus “Kinderszenen” (op. 15) gerechnet werden. Aber auch Busonis Klavierbearbeitung von Bachs Choralfantasie “Nun komm, der Heiden Heiland”, die Horowitz in dem Film “The Last Romantic” beinahe entrückt vorträgt, ist ein echtes Highlight der Sammlung. Den dämonischen Virtuosen, der auch im hohen Alter nichts von seiner leidenschaftlichen Wucht eingebüßt hat, erlebt man in Chopins Polonaise in As-Dur (“Die Heroische”).
"Vladimir Horowitz Essentials" ist das vierzigste Album der Essentials-Reihe und steht ab dem 1. November 2019 auf Spotify, iTunes und Apple Music zum Download und Stream bereit.

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