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“Oper auf Deutsch” jetzt auch digital verfügbar

Oper auf Deutsch
© DG
23.01.2020
Unter dem Titel “Oper auf Deutsch” erscheint im Februar 2020 eine Box der Deutschen Grammophon. Die 15 Alben mit exzellent besetzten Opernquerschnitten gelten jedoch nicht der deutschen Oper. Vielmehr sind sie lebendige, anschauliche Dokumente zum Umgang mit dem populären Repertoire, das wir aus dem internationalen Opernbetrieb von heute kennen, in den 50er und 60er Jahren: Musik von Verdi, Puccini oder d’Albert, deren Charakter sich nicht zuletzt aus der Sprache definiert, für die sie komponiert wurde — auf Deutsch gesungen! Und was sich im deutschen Theaterbetrieb jener Jahre bewährte, sollte auch durch die Schallplatte ein breites Publikum finden. Ebenfalls in den 60er Jahren nämlich entstanden zahlreiche, für damalige Verhältnisse aufwändige Studioproduktionen mit Solisten, die inzwischen aus den Annalen der großen internationalen Opernbühnen nicht mehr wegzudenken sind.

Ein strahlend junger Fritz Wunderlich

Im Januar nun werden in drei weiteren Etappen diese wunderbaren Aufnahmen der Box “Oper auf Deutsch” vorab digital verfügbar gemacht. Darunter die Aufnahme des Musikdramas “Tiefland”von Eugen d’Albert, die damals für Aufsehen sorgte. Inge Borgk sang im November 1964 die Rolle Martha, fast 45 Jahre später kehrte die Oper ins Repertoire der Deutsche Oper in Berlin zurück.
Von 1966 stammt die Aufnahme von Albert Lortzings komischer Oper “Zar und Zimmermann” mit Dietrich Fischer–Dieskau als Zar. Das des Lied Marquis von Châteauneuf “Lebe wohl, mein flandrisch Mädchen” mit einem fabelhaft strahlenden und jugendlichen Fritz Wunderlich ist ein echtes Schmankerl.
Ebenfalls dabei: Wolfgang Amadeus Mozarts "Hochzeit des Figaro" mit Maria Stader als Gräfin Almaviva und der zu Herzen gehenden Kavatine aus dem 2. Akt “Hör mein Fleh’n, o Gott der Liebe”.
Außerdem wird noch im Januar die populärste Oper von Pietro Mascagnani veröffentlicht. Der hat zwar mehrere Opern geschrieben, zuallererst jedoch wird sein Name mit seinem Erstlingswerk von 1890, dem einaktigen Melodram “Cavalleria rusticana” in Verbindung gebracht. Da die Spieldauer der Oper nur etwa 70 Minuten beträgt, wird sie oft mit der zwei Akte umfassenden Oper “Pagliacci” (“Der Bajazzo”) von Ruggiero Leoncavallo verbunden. Beide wurden im Januar 1962 in einem Durchgang aufgenommen und in beidem Produktionen sangen Walter Berry und Sándor Kónya. 
Die 1961 entstandene Aufnahme von Giacomo Puccinis “La Bohème” bringt ein Wiederhören mit der in Spanien geborenen und später in Berlin lebenden Sopranistin Pilar Lorengar in der Rolle der Mimi.
Die Opern Gioachino Rossinis weisen einen unglaublichen Reichtum an Melodien auf und zugleich für jeden Sänger eine Herausforderung. Das gilt auch für seinen 1816 entstandenen “Der Barbier von Sevilla”. Bestes Beispiel dafür die Kavatine der Rosina “Frag ich mein beklommenes Herz”, bei dieser Aufnahme von Rita Streich gesungen.

Der große Verdi

Der Februar schließlich ist ganz dem großen Verdi vorbehalten. Eine seiner frühen Opern und zugleich sein erster großer Erfolg an der Mailänder Scala war der 1842 komponierte “Nabucco”. Für die hier vorliegende Aufnahme von 1965 mit Thomas Stewart in der Titelpartie, stand Horst Stein am Pult des Orchesters der Deutschen Oper.
Drei Jahre zuvor schon hatte Stein die Berliner Philharmoniker bei der Aufnahme der 1851 komponierten Oper Rigoletto dirigiert, die den Beginn von Verdis erfolgreicher Karriere als bedeutendster italienischer Opernkomponist markierte. Auch diese Einspielung erfolgte mit wahrlich großer Besetzung: Dietrich Fischer-Dieskau als Rigoletto und Ernst Kozub als sein Gegenspieler, der Herzog von Mantua. Als Gilda trat die seinerzeit vielbeschäftigte Schweizer Sopranistin Gisela Vivarelli auf.
Ein Höhepunkt fraglos die Aufnahme von La Traviata (1853), Verdis am häufigsten gespielte Oper, die gleichwohl bei ihrer Uraufführung in Venedig zunächst mal durchfallen sollte. Sie glänzt durch ihre Besetzung mit Hilde Güden als Violetta Valery, Fritz Wunderlich als Alfred Germont und Dietrich Fischer-Dieskau als Vater Georg Germont.
Eröffnet jedoch wird der Verdi-Reigen mit zwei Opern, deren Entstehung beinahe zehn Jahre auseinander liegt. Aida (1871), mit Gloria Davy in der Titelrolle, Sándor Kónya als Radamès und Hans Hotter in der Partie des Amonasro, des Vaters der Aida. 1862 komponierte Verdi seine “Macht des Schicksals” als Auftragswerk für die Kaiserliche Oper von St. Petersburg und überarbeitet die Oper später noch einmal wodurch ihr ein überaus großer Erfolg beschieden ward.
All diese großartigen Tondokumente sind also jetzt auch digital verfügbar, sehr zur Freude all jener sicher, die mal eben hören wollen wie Alfredo und Violetta im Finale des 3. Aktes der “Traviata” einander ihrer Liebe versichern, die durch Violettas Tod ihr jähes Ende findet.

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