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Der Klang von Notre-Dame — Ein Benefizalbum zelebriert musikalische Erinnerungen an die französischen Kathedrale

Notre-Dame
© Deutsche Grammophon
13.05.2019
Die Bilder der brennenden Kathedrale Notre-Dame am 15. April 2019 gingen um die Welt und haben für Bestürzung gesorgt. Mit dem Benefizalbum kann nun jeder etwas zum Wiederaufbau von Notre-Dame beisteuern und sich darüber hinaus an den handverlesenen Aufnahmen erfreuen, die zum Teil sogar in der Kathedrale entstanden sind.
Klassikstars aus dem Hause Deutsche Grammophon und Decca wie Cecilia Bartoli, Jessye Norman und Roberto Alagna interpretieren unsterbliche geistliche Arien und Olivier Latry und Pierre Cochereau bringen die große Orgel von Notre-Dame zum Klingen, die glücklicherweise unversehrt blieb. Darüber hinaus kann man Notre-Dame auch im übertragenen Sinne als Ort der Musikpflege erleben, denn die Kathedrale ist nicht nur ein kulturelles, historisches und religiöses Wahrzeichen, sondern war auch eine Inspirationsquelle für richtungsweisende Werke der Musikgeschichte.
Die Sopranistin Jessye Norman eröffnet das Album gemeinsam mit Fabrice Pierre an der Harfe mit dem “Ave Maria” von Gounod, für das der französische Komponist sich von Bachs Präludiums in C-Dur aus dem 1. Band des Wohltemperierten Klavier inspirieren ließ. Überhaupt: Wenn Bach in Notre-Dame erklingt, steht die Welt still. So sind auch Pierre Cochereaus Interpretation von Bachs Toccata in d-Moll BWV 565 an der Orgel, die Aufnahme des Münchener Bach-Chors unter Karl Richter mit Bachs Magnificat BWV 243 und der erste Satz der Kantate “Wir danken dir, Gott, wir danken dir”, BWV 29 mit Olivier Latry berührende Glücksmomente. Olivier Latry ist einer der drei aktuellen Titularorganisten von Notre-Dame. Er kennt die Orgel so gut wie kaum ein anderer und hat in den letzten Jahren neben Bachs Kantate auch Mozarts Adagio und Fugue in c-Moll KV 546, Rachmaninovs Prélude in cis-Moll, op.3 Nr. 2 und Léon Boëllmanns "Suite gothique", op. 25 in “seiner” Kathedrale festgehalten. Auch Olivier Latrys Vorgänger hat legendäre Aufnahmen hinterlassen: Pierre Cochereaus Einspielungen der Orgelwerke von Louis Vierne stehen bis heute für sich. Auf dem Album kann man den französischen Organisten darüber hinaus auch mit der Symphonie Nr. 3 in c-Moll op. 78 erleben, die er gemeinsam mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Herbert von Karajan eingespielt hat.
Und dann gibt es noch die Sängerinnen und Sänger, die auf dem Album für  beglückende musikalische Momente sorgen. Sie haben ihre Stimmen in den Aufnahmen perfekt zur Geltung gebracht,  Eindrücke von unschätzbarem Wert, die auf dem Benefizalbum für Notre-Dame wunderbar miteinander harmonieren. Cecilia Bartoli lässt ihren warmen Mezzosopran in den mittelalterlichen Klängen des “Beata viscera Mariae Virginis” von Pérotin leuchten, der als bedeutendster Komponist der Notre-Dame-Schule untrennbar mit dem Geist der Kathedrale verbunden ist. Roberto Alagna steuert Franz SchubertsAve Maria”, D.839 bei. Der Countertenor James Bowman und die Sopranistin Emma Kirkby sind unter der Leitung von Christopher Hogwood mit Werken von Vivaldi und Pergolesi zu hören. Und auch Barbara Bonney und Andreas Scholl haben sich Pergolesi gewidmet und gemeinsam mit Les Talens Lyriques und Christophe Rousset sein “Stabat Mater” interpretiert, womit sie das festliche Benefizalbum für Notre-Dame um Auszüge aus einem weiteren großen geistlichen Werk bereichern, mit dem man den Geist der Kathedrale musikalisch würdigen kann.
Alle Künstler verzichten auf ihre Einnahmen, damit die Erlöse vollständig in den Wiederaufbau dieses einzigartigen Bauwerkes fließen können.

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