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Mit Emotion und Poesie – Daniel Lozakovich spielt Tchaikovsky

Daniel Lozakovich
© Johan Sandberg
17.10.2019
Er ist erst 18 Jahre alt, doch schon jetzt zählt Daniel Lozakovich zu den vielversprechendsten Geigern unserer Zeit. Am 18. Oktober erscheint bereits sein zweites Album bei Deutsche Grammophon, auf dem er sich unter dem Titel “None but the Lonely Heart” verschiedener Werke des russischen Komponisten Pjotr Tchaikovsky annimmt und diese leidenschaftlich und mit beeindruckender Reife interpretiert. Begleitet wird er dabei vom National Philharmonic Orchestra of Russia unter der Leitung von Vladimir Spivakov.

Vom Violinkonzert bis zur Lenskys Arie – persönliche Stückauswahl und Besetzung

Neben einem Live-Mitschnitt des berühmten Violinkonzert in D-Dur op.35 finden sich auf dem Album mehrere neue Transkriptionen von Musikstücken, die allesamt einen wichtigen Einfluss auf die künstlerische Entwicklung von Lozakovich hatten. Darunter sind das titelgebende “Nur das einsame Herz” aus der Romanze op. 6, der "Valse Sentimentale" op. 51, das"Valse-Scherzo" op.34 sowie die "Méditation" und die "Mélodie" von Souvenir d’un lieu cher op. 42. Ein reizvolles Kleinod ist zudem eine Bearbeitung der “Lenskys Arie” aus der Oper "Eugene Onegin" für Geige und Orchester, die aus einer Transkription von Leopold Auer stammt und Lozakovich besonders viel bedeutet. So sagt er: “Das war die erste Oper, in die ich mich verliebt habe. Lenskys Arie inspirierte mich wirklich, und ich fühlte, dass ich sie auf der Geige ausdrücken kann.”
Ähnlich persönlich wie die Auswahl der Stücke ist auch die Besetzung des Albums. So spielt Lozakovich mit dem National Philharmonic Orchestra of Russia unter Leitung von seinem Mentor Vladimir Spivakov zusammen – eben jenem Musiker, der ihm 2010 sein gefeiertes Debut als Solist ermöglichte.

Melodienreich, berührend und virtuos – Tchaikovskys Oeuvre, faszinierend interpretiert

Für Lozakovich sind es die schwelgerisch schönen Melodien, die die Werke von Tchaikovsky so einzigartig und betörend machen. “Sie fesseln Herz und Verstand gleichermaßen”, sagt Lozakovich, und man habe die Musik oft stunden- oder gar tagelang im Kopf. Dabei legt der Komponist in seinen Stücken die Emotionen kraftvoll frei und offenbart dabei eine äußerst intime und verletzliche Seite. “Das ist seine Spezialität”, so Lozakovich. “Was er nicht in Worten sagen konnte, sagt er mit diesen genialen Melodien.” So könne er sich beim Spielen von Tchaikovskys Werken selbst ganz öffnen und fühle sich wirklich großartig. Seine Interpretationen der verschiedenen Stücke auf “None but the Lonely Heart” spiegeln dies intensiv wieder und ziehen mit packendem Gestus, dichter Dynamik und Emotionalität in den Bann. Dabei beeindruckt besonders die große Reife des erst 18-jährigen Solisten Lozakovich, der auch Passagen tiefer Schwermut und musikalischer Fragilität meisterhaft ausgestaltet. Mit dem National Philharmonic Orchestra of Russia unter Leitung von Vladimir Spivakov hat Lozakovich einen wendigen Klangkörper an seiner Seite, mit dem ihn hörbar eine enge musikalische Beziehung verbindet. So zeugen die Aufnahmen von dem innigen Zusammenspiel zwischen Orchester und Solisten und loten die Musiker unter der versierten Leitung von Spivakov eindringlich die emotionalen Extreme in den Werken aus. In gewisser Weise sei Tchaikovskys Musik trotz seiner russischen Schule sehr international, meint Lozakovich. “Sie spricht zu allen Menschen”, so der Geiger, und trage die Stimme des Herzens in sich. Mit seinem neuen Album macht er deutlich, was er damit meint.

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