Daniel Lozakovich | Offizielle Biografie

Biografie

Daniel Lozakovich
© Johan Sandberg
Aufgrund der Covid−19-Pandemie können wir momentan keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der jetzigen und kommenden Spielzeit machen.
»Lozakovich ist ein ernsthafter und ernstzunehmender Künstler, er spielt schon jetzt wie ein Großer – oder, vielleicht sollte man das eher so sagen: wie einer der Alten. Im Ton … schwingt etwas von der romantischen Wärme seiner Vorbilder Christian Ferras oder Jascha Heifetz mit.« Hamburger Abendblatt, August 2019
Daniel Lozakovich, dessen eindrucksvolles Spiel von Kritikern und Publikum in hohem Maße anerkannt wird, kam 2001 in Stockholm zur Welt und begann mit fast sieben Jahren Geige zu spielen. Zwei Jahre später gab er mit dem Staatlichen Kammerorchester »Moskauer Virtuosen« und Vladimir Spivakov in Moskau sein Debüt als Solist und spielte schon bald unter anderem mit den Philharmonischen Orchestern von Stockholm, Moskau und Liverpool, dem Orchestre National de France und dem Symphonieorchester des schwedischen Rundfunks.
Inzwischen arbeitet er regelmäßig mit führenden Orchestern wie dem Orchestre de la Suisse Romande, Orchestre National du Capitole de Toulouse, Gothenburg Symphony Orchestra, Orchestra Sinfonica Nazionale della Rai und Orchester der Komischen Oper Berlin sowie mit einigen der renommiertesten internationalen Dirigenten wie Vasily Petrenko, Leonard Slatkin, Andris Nelsons, Semyon Bychkov, Neeme Järvi, Klaus Mäkelä, Robin Ticciati und Lahav Shani. Zu seinen Kammermusikpartnern gehören Emanuel Ax, Khatia Buniatishvili, Seong-Jin Cho, Sergei Babayan, Martin Fröst, Renaud Capuçon, Daniel Hope, Shlomo Mintz und Maxim Vengerov.
Im Mai 2016 erzielte der junge Schwede seinen internationalen Durchbruch: Er sorgte weltweit für Schlagzeilen als Gewinner des internationalen Vladimir Spivakov-Wettbewerbs und dann kurz darauf, als er, einer Wiedereinladung folgend, als Solist mit dem Mariinski-Orchester und Valery Gergiev beim Abschlusskonzert der 15. Moskauer Osterfestspiele spielte. Daniel Lozakovich unterschrieb im Juni 2016 einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon, kurz nach seinem 15. Geburtstag. Dieser Vertrag machte ihn zum jüngsten Mitglied der DG-Künstlerfamilie. Er bestätigte zugleich seinen Status als Ausnahmekünstler, gesegnet mit einer überwältigenden Vielfalt an Ausdruck und musikalischen Fähigkeiten.
Schon vor dem Vertragsabschluss mit dem gelben Label lud ihn sein DG-Kollege Daniel Hope ein, gemeinsam eine Auswahl von Bartóks Duos für zwei Violinen für Hopes Album My Tribute to Yehudi Menuhin aufzunehmen. Lozakovichs erstes komplettes Album für Deutsche Grammophon entstand mit dem Kammerorchester des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks und erschien im Juni 2018. Es enthält Bachs zwei Konzerte für Violine und Orchester (BWV 1041 und 1042) und seine Partita Nr. 2 in d-Moll für Solovioline (BWV 1004). Dieses Debüt-Album war ein großer Erfolg und wurde jeweils Nr. 1 der französischen Amazon-Charts (alle Musiksparten) sowie der deutschen Hitliste der Klassikalben.
Lozakovichs zweites Album, None but the Lonely Heart, kam im Oktober 2019 heraus. Das reine Tschaikowsky-Programm bietet das Violinkonzert in einer Live-Aufnahme mit der Russischen Nationalphilharmonie und Spivakov (»eine intensive, besonnene und tief reichende Interpretation von unvergleichlicher Musikalität«, classiquenews.com), die Méditation für Violine und Orchester sowie Arrangements von zwei Vokalwerken: der Arie des Lenski aus Eugen Onegin und der Romanze op. 6 Nr. 6 »Nur wer die Sehnsucht kennt«, deren englischer Fassung »None but the lonely heart« das Album seinen Namen verdankt.
Für sein neuestes Album tat Lozakovich sich mit seinem Mentor Gergiev und den Münchner Philharmonikern zusammen, um Beethovens 250. Geburtstag zu feiern: mit einer Liveaufnahme des Violinkonzerts des Komponisten, das er für »das größte Konzert aller Zeiten« hält. Die Aufnahme ist seit dem 5. Juni als e-Album Video erhältlich und erscheint am 21. August auf CD und als e-Album.
Am Beginn von Lozakovichs Saison 2019/20 standen Prokofjews Violinkonzert Nr. 2 mit dem Mariinski-Orchester und Gergiev in Montreux und Bruchs Violinkonzert Nr. 1 mit dem RTÉ National Symphony Orchestra und Nathalie Stutzmann in Dublin. Anschließend reiste er in die USA für drei Aufführungen des Tschaikowsky-Konzerts bei seinem mit Spannung erwarteten Debüt mit dem LA Philharmonic und Esa-Pekka Salonen. Dieses Konzert stand auch bei seinem ersten Auftritt im Rahmen der Abonnementskonzerte mit dem Boston Symphony Orchestra und Nelsons auf dem Programm, bevor er es in Toronto und der Gulbenkian Foundation in Lissabon spielte. Den Abschluss des Jahres 2019 bildete eine Reihe von Aufführungen des Beethoven-Konzerts mit den Münchner Philharmonikern und Gergiev in München und Amsterdam. Er gab im Februar 2020 sein Debüt beim Orchestre de Paris, mit dem er unter Leitung von Christoph Eschenbach zum Abschluss des Musikfestivals der Kanarischen Inseln zwei Aufführungen des Mendelssohn-Konzerts spielte.
Zu seinen Plänen für die kommende Saison gehören Auftritte beim Tsinandali Festival in Georgien; Tschaikowskys Violinkonzert mit dem Orchestre National de France, Philharmonia Orchestra, Utah Symophony Orchestra und Orchestre Métropolitain; Beethovens Violinkonzert mit dem Wiener Kammerorchester und dem Pittsburgh Symphony Orchestra; sowie Mendelssohns Violinkonzert mit dem Gewandhausorchester Leipzig.
Über seinen Sieg beim Spivakov-Wettbewerb hinaus erhielt Daniel Lozakovich viele weitere Preise, unter anderem den »Prix Young Artist of the Year« beim Festival der Nationen 2017 in Bad Wörishofen, die Auszeichnung als »Junges Talent« bei den Premios Excelentia (Spanien) und den Preis als »Vielversprechender Nachwuchskünstler« bei den Premios Batuta 2019 (Mexiko).
Er begann 2012 sein Studium bei Josef Rissin an der Hochschule für Musik Karlsruhe und wird seit 2015 künstlerisch von Eduard Wulfson in Genf betreut. Er spielt zwei Instrumente: die Stradivari »ex-Baron Rothschild« als großzügige Leihgabe von Reuning & Son (Boston) und Eduard Wulfson im Namen des Eigentümers, sowie die Stradivari Le Reynier (1727), eine freundliche Leihgabe der LVMH-Gruppe.
6/2020