Klassik zu Weihnachten | News | Ein Fest für die Ohren mit Karl Richter, Trevor Pinnock, Rolando Villazón u.v.m.

Ein Fest für die Ohren mit Karl Richter, Trevor Pinnock, Rolando Villazón u.v.m.

Weihnachts-Hits Fixed Playlist
Weihnachts-Hits Fixed Playlist© DG
10.12.2020
Alle Jahre wieder bringt die Advents- und Weihnachtszeit diese ganz besondere Atmosphäre mit sich. Gerade zum Ende dieses Jahres jedoch, das durch die Corona-Pandemie für alle auf spezielle Weise so prägend war, ist das Bedürfnis nach Besinnung, Trost und Erbauung besonders groß. Und was wäre dazu willkommener als die Musik? Es gibt also kaum einen besseren Anlass als die Adventszeit 2020, um in den zahlreichen und vielfältigen Veröffentlichungen von Deutsche Grammophon und Universal Music zu stöbern.
Gerade rechtzeitig etwa erschien die Wiederveröffentlichung des “Weihnachtsoratoriums” in einer Aufnahme von 1965 mit Karl Richter, der Bachs “Weihnachtsoratorium” gleich zweimal aufgenommen hat: 1955, als er gerade begann, den von ihm gegründeten Bachchor zu formen, und zehn Jahre später ein weiteres Mal. Was diese zweite Aufnahme hervorhebt, ist die Ausgewogenheit und musikalische Einbettung der herausragenden Solisten Gundula Jannowitz, Christa Ludwig, Fritz Wunderlich und Franz Crass.

“Hinreißender Sopran-Sound” und wahre Klassiker

Ganz zweifellos kann man Händels Messiah” als populärstes Oratorium der Musikgeschichte bezeichnen. Als Joseph Haydn den “Messias” in der Londoner Westminster Abbey erlebte, zelebriert von 885 Mitwirkenden, standen ihm, so berichteten Augenzeugen, Tränen der Ergriffenheit in den Augen. Als die Aufnahme des “Messiah” mit Trevor Pinnock 1988 veröffentlicht wurde, waren die Feuilletons voll des Lobes über dessen gelungenes Miteinander von modernem und Altem Instrumentarium, über den schlanken und durchsichtigen Klang seines English Concert & Choir. Zudem versammelte auch Trevor Pinnock eine Top-Auswahl von Solisten im Studio: Arleen Auger, der ein Kritiker “den süßesten und hinreißendsten Sopran-Sound” bescheinigte. Anne Sofie von Otter mit ihrem sparsamen Einsatz von Vibrato bringt die Stimme nah an den für die Alte Musik typischen Ansatz heran. Gefragte Solisten waren seinerzeit auch der Altist Michael Chance, der Tenor Howard Crook und der Bassist John Tomlinson.
Die Aufnahme der “Nussknacker-Suite Tschaikowskis mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Mstislav Rostropovich avancierte schnell zu einem der beliebtesten und gerade zur Weihnachtszeit meistgekauften Klassikalben. Ebenso wie die beiden Weihnachtsalben der Berliner Philharmoniker. So präsentiert das erste Album Weihnachtsklassiker und Neuentdeckungen selten aufgeführter Werke in herausragenden Aufnahmen aus fünf Jahrzehnten (1956–1999). Auf dem zweiten Weihnachtsalbum lassen sich erstmalig die vier Karajan-Einspielungen der Weihnachtskonzerte von Corelli, Locatelli, Manfredini und Torelli auf einer CD finden, zusammen mit Vivaldis “Winter”, Bachs “Air” und Pachelbels Kanon – perfekte Botschafter einer Berliner Weihnacht.

Liebevoll kuratierte Klassik-Editionen und musikethnische Zeugnisse

100 Christmas Masterworks” ist der Titel einer liebevoll kuratierten Klassik-Edition. Wie weit der Bogen ist, den sie über die verschiedensten Genres zu spannen vermag, wird schon ersichtlich aus der Aufzählung ihrer Solisten – ein “Who is Who” der Klassikstars: Cecilia Bartoli, Plácido Domingo, Rolando Villazón, Bryn Terfel, Luciano Pavarotti und viele mehr. Fünf CDs mit den schönsten Liedern, Melodien und Chorwerken der Weihnachtstradition – von Komponisten, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten: von Zoltán Kodály, Benjamin Britten oder Gustav Holst bis zurück ins Mittelalter, wo Pérotins “Beata viscera Mariae Virginis” einzuordnen ist.
Besondere Aufmerksamkeit verdient das Album “The Suspended Harp of Babel” mit Werken des estnischen Komponisten Cyrillus Kreek. Der 1889 im estnischen Ridala geborene Kreek sammelte und bearbeitete, wie seinerzeit auch Bartók Béla oder Zoltan Kodaly, zeitlebens geistliche und weltliche Lieder seiner Heimat, die hier vom herausragenden Ensemble Vox Clamantis und Jaan-Eik Tulve gesungen werden. Klingende musikethnische Zeugnisse einer langen folkloristischen Tradition: die Nyckelharpa, ein altes schwedisches Streichinstrument, und die Kannel, ein der Zither verwandtes Instrument – eindrucksvoll zu erleben etwa in dem Choral “Ma tulen taevast ülevelt” (“Vom Himmel hoch da komm ich her”).

Altbekanntes und Neu-aufgelegtes zum Fest

Mit “Feliz navidad” knüpft Rolando Villazón an die Tradition der Weihnachtsalben von Fritz Wunderlich, Luciano Pavarotti oder Plácido Domingo an. Internationale Klassiker, musikalische Erinnerungen an seine eigene Kindheit in Mexiko und ganz persönliche Lieblingsstücke rund um die festlichste Zeit – Rolando Villazon verwandelt sie in musikalische Weihnachtssterne.
Auch Andrea Bocellis Album “Believe” gehört unbedingt in diesen Reigen. Songs wieYou’ll Never Walk Alone” und “Amazing Grace” im Duett mit der amerikanischen Sängerin und Geigerin Alison Krauss oder – ein Höhepunkt – die beiden Duette mit Cecilia Bartoli. “Pianissimo” und “I Believe” dürften gerade zu dieser Zeit jeden erreichen.
Für die beiden Alben “Ein Wintermärchen 1 & 2” hat der Berliner Komponist Christoph Israel Bearbeitungen geschrieben, die die vertrauten Klänge altbekannter Weihnachtslieder in einem ganz anderen musikalischen Licht erscheinen lassen, dank solcher Interpreten wie Max Raabe, Thomas Quasthoff, Katharina Thalbach, Ute Lemper, dem Oboisten Albrecht Mayer sowie einer hochkarätigen Zusammenstellung von Mitgliedern renommierter Klassikorchester wie den Berliner Philharmonikern oder dem Chamber Orchestra of Europe.
Die Reihe der Empfehlungen lässt sich fortsetzen etwa mit dem Album “Weihnachten in Leipzigmit Einspielungen der “musikalischen Botschafter” dieser Stadt: dem Thomanerchor und dem Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly. Auf seinem Weihnachtsdoppelalbum “Christmas with Pavarotti” singt einer der größten Tenöre aller Zeiten internationale Weihnachtslieder, Opernarien, geistliche Schätze und Pop-Hits
Und ganz aktuell hat Daniel Hope für seine neue Veröffentlichung “Christmas with Hope” mit “White Christmas” , “The Christmas Song” , “A Child is born” und “Maybe this Christmas” die vier wohl populärsten amerikanischen Weihnachtslieder, neu arrangiert, im Studio mit dem Zürcher Kammerorchester eingespielt.
 Dann kann Weihnachten ja kommen – für die passende Musik wäre gesorgt.

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