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Jahrhundertpianistin – Zum 80. Geburtstag von Martha Argerich

Martha Argerich
© Ilse Buhs
01.06.2021
Martha Argerich ist eine lebende Legende. Ihre pianistische Virtuosität, ihr elegantes Charisma und ihre künstlerische Unbestechlichkeit sind einzigartig. Am 5. Juni 2021 feiert die Grande Dame der Klavierkunst, die immer noch regelmäßig auftritt, ihren 80. Geburtstag. Grund genug, auf ihre spektakuläre Laufbahn zurückzublicken und an ihre fesselnden Aufnahmen zu erinnern. 
Martha Argerich kommt am 5. Juni 1941 in Buenos Aires zur Welt. Ihre ungewöhnliche Begabung am Klavier zeigt sich früh. Sie ist keine drei Jahre alt, als sie eine Melodie, die sie irgendwo aufgefangen hat, am Klavier nachbilden kann. Als Dreijährige erhält sie ihren ersten Unterricht. Mit acht Jahren sorgt sie in Argentinien für Aufsehen, als sie bei ihrem Debütkonzert Mozarts Klavierkonzert Nr. 20, Beethovens Klavierkonzert Nr. 1 und Bachs Französische Suite Nr. 5 zum Besten gibt. Im Jahr 1955 siedelt ihre Familie nach Wien über, wo Martha bei dem von ihr bewunderten Starpianisten Friedrich Gulda studieren darf. Der berühmte Klaviervirtuose kann der hochbegabten Pianistin jedoch bald schon nichts mehr beibringen. Bereits als Jugendliche räumt sie einen Preis nach dem anderen ab. Mit dem 1. Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau gelingt ihr im Jahre 1965 im Alter von 24 Jahren der internationale Durchbruch.

Löwin am Klavier

Dass der Wunderkind-Mythos um die junge Pianistin kein Strohfeuer ist, davon zeugen schon bald die begeisterten Elogen großer Künstlerkollegen und bedeutender Musikkritiker, die Argerichs ebenso virtuose wie poetische Meisterschaft am Klavier erkennen. Von Vladimir Horowitz ist der Satz überliefert: “This damn’d lady has it.” Der Kritiker Joachim Kaiser wird ihr später das nur wenigen Pianisten gegebene “klare Feuer” bescheinigen. Markenzeichen von Argerichs Klavierkunst ist ihre hohe Risikobereitschaft, ihre unbezähmbare Leidenschaft am Klavier. 

Fesselnde Aufnahmen   

Das hochentzündliche Gemisch aus Empfindsamkeit und Leidenschaft gilt denn auch als eines der Hauptmerkmale von Argerichs zahllosen Referenzaufnahmen. Deutsche Grammophon verfügt auf diesem Gebiet über ein gewaltiges Erbe, das immer noch wächst. Wer die Argerich durch die Jahrzehnte ihrer Laufbahn hindurch kennenlernen möchte, dem bietet sich mit der 2015 erstmals erschienenen Großedition “Martha Argerich: The Complete Recordings On Deutsche Grammophon” ein glänzender Überblick. Neben dieser schon legendären Ausgabe begeht das Gelblabel den 80. Geburtstag seiner weltberühmten Künstlerin mit zwei weiteren Veröffentlichungen: einem neuen Debussy-Album, das die Starpianistin mit ihrem Freund Daniel Barenboim sowie Kian Soltani, Michael Barenboim und der Staatskapelle Berlin aufgenommen hat, und einer audiophilen Sonderausgabe sämtlicher Chopin-Aufnahmen, die Martha Argerich für das Gelblabel eingespielt hat und die sie als eine der größten Chopin-Interpretinnen der Gegenwart ausweisen. Diese Aufnahmen liegen erstmals in Surround DTS-HD, Stereo DTS-HD und Dolby Atmos vor.

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