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Biografie

Mari Samuelsen
© Stefan Hoederath
In Mari Samuelsens musikalischer Welt gibt es keine Grenzen zwischen der Musik von zeitgenössischen Komponisten wie Max Richter und Arvo Pärt und der von Bach, Beethoven und Vivaldi. Mit ihren künstlerischen Fähigkeiten und ihrer experimentierfreudigen Programmgestaltung und Präsentation begeistert sie ein weltweites Publikum. Das emotionale Spiel der norwegischen Geigerin, gepaart mit makelloser Technik und durchdachtem Experimentieren, macht ihr breites Repertoire noch faszinierender.
Zu ihren jüngsten Projekten gehören die Arbeit mit Künstlern wie Jeff Mills, Dubfire und Philipp Geist sowie ihre bahnbrechenden Erkundungen von moderner Kunst und klassischer Musik bei der Osloer Yellow Lounge. “Ich fand es immer spannend, nicht das zu tun, was erwartet wird”, sagt sie. “Mein Wunsch ist es, neue und innovative Programme für Musikliebhaber zu schaffen – und zwar ohne auf die Stilrichtung zu achten.”
Mari Samuelsen ist seit Januar 2019 Exklusivkünstlerin bei der Deutschen Grammophon. Ihre erste Aufnahme für das gelbe Label ‒ das Doppel-Album MARI, das im Juni 2019 auf CD und LP erscheint ‒ regt zum Nachdenken an: über das Spannungsfeld zwischen den Reizen des heutigen temporeichen, von der Technik bestimmten Großstadtlebens und dem Bedürfnis, kürzer zu treten und die Ruhe der Natur zu genießen. Um die Chaconne aus J. S. Bachs Partita Nr. 2 in d-Moll für Solovioline und “Knee Play 2” aus Philip Glass' Einstein on the Beach herum fügten sich die verschiedenen Stücke des Albums (mit Kompositionen von Brian Eno, Max Richter, Jóhann Jóhannsson und Peter Gregson) im Laufe von 18 Monaten zu einem “Moment des Flows”, wie Samuelsen es ausdrückt.
Mari Samuelsen wurde 1984 in Hamar geboren, das südlich der Olympiastadt Lillehammer und am Ufer des größten norwegischen Sees gelegen ist. Ihren ersten Geigenunterricht erhielt sie mit drei Jahren. Sie setzte ihr Studium bei Arve Tellefsen fort und schon als Kind trat sie mit ihrem Bruder Håkon auf, der Cello spielte und mit dem sie später in der ganzen Welt gastierte. Ab ihrem 14. Lebensjahr studierte sie am renommierten Barratt-Due-Musikinstitut in Oslo und anschließend fast zehn Jahre bei Zakhar Bron an der Zürcher Hochschule der Künste.
Inzwischen weltweit für Konzerte und Recitals gefragt, hat Mari Samuelsen in vielen führenden internationalen Konzertsälen gespielt, darunter in der Carnegie Hall in New York, Philharmonie de Paris, Théâtre des Champs-Elysées, Konzerthaus in Berlin, Victoria Hall in Genf, Tonhalle in Zürich, Barbican Centre in London und Hollywood Bowl. Ihr YouTube-Video “Sommer” aus Vivaldis Die vier Jahreszeiten wurde fast 25 Millionen Male gesehen – ein Beleg für ihre Online-Präsenz und Popularität. Sie spielte im November 2014 die Uraufführung von James Horners Doppelkonzert für Violine, Cello und Orchester und nahm das Werk als Kernstück des Albums Pas de Deux auf, das bei Mercury Classics (Universal Music) erschien. Maris erstes Soloalbum, Nordic Noir von 2017, schafft mit eindringlicher Musik eine geheimnisvolle Stimmung, wie man sie aus Fernsehserien wie The Killing, Die Brücke und Broadchurch kennt. Beide Alben erreichten Platz 1 und 2 der norwegischen Popcharts.
Im Juni 2017 eröffnete Mari Samuelsen an der Seite von Max Richter und dem 12Ensemble das Jazzfestival in Montreux mit Richters Recomposed. Sie arbeitet regelmäßig mit dem britischen Komponisten zusammen, so ist sie Solistin in der Ersteinspielung von Three Worlds – Music from Woolf Works von Deutsche Grammophon und spielte Richters “November” beim DG120-Konzert in Pekings Verbotener Stadt im Oktober 2018. Im Verlauf der Saison 2018/19 tourte sie durch Europa und spielte Recomposed in Hongkong mit Richter sowie sein Memoryhouse in Tokio mit dem New Japan Philharmonic Orchestra. Weitere Highlights der Saison sind Konzerte mit dem Orchestre national de Lyon und Max Richter, mit der DG-Künstlerkollegin Alice Sara Ott auf Schloss Elmau und im LSO St Luke’s in London in Messiaens Quatuor pour la fin du temps, eine Tournee mit Kristjan Järvi und dem Baltic Sea Philharmonic, zu der Auftritte in der Berliner Philharmonie und der Hamburger Elbphilharmonie gehören, sowie ein Konzert mit dem Orchestre National Montpellier beim Radio France Festival.
Mari Samuelsen spielt eine G. B. Guadagnini (Turin, 1773), eine großzügige Leihgabe der Anders Sveaas Charitable Foundation, Oslo.
5/2019
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