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Lang Lang fasziniert mit vergessenen Schätzen und bekannten Meisterwerken

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© Ola fHeine
07.03.2024
Lang Lang erweitert mit seinem neuen Album “Saint-Saëns” einmal mehr sein pianistisches Spektrum. So taucht er auf dem Album tief ein in die französische Klaviermusik, vereint ganz unterschiedliche Werke des Komponisten Saint-Saëns und ist nicht zuletzt mit seiner Ehefrau Gina Alice zu erleben. Das Ergebnis ist ein facettenreiches und klangsinnliches Album, das am 1. März bei Deutsche Grammophon erschienen ist.

Herzstück des Albums: Saint-Saëns 2. Klavierkonzert

Im Zentrum des Albums steht mit dem 2. Klavierkonzert von Camille Saint-Saëns ein laut Lang Lang “vernachlässigtes Meisterwerk”, das er bewusst neu entdecken wollte. Der Komponist schuf dieses außergewöhnliche Stück innerhalb von nur 17 Tagen, zur Uraufführung kam es 1868 unter dem Dirigat von Anton Rubinstein, der den Tonschöpfer auch zu dieser Arbeit motiviert hatte. Beim Publikum stieß das 2. Klavierkonzert zunächst durchaus auf Widerspruch, für Saint-Saëns selbst wurde es zu einem seiner Lieblingswerke. Auch Lang Lang schätzt das Werk ungemein in seiner “romantischen, aber nicht konventionellen” Grundstruktur. So beschreibt er: “Die Eröffnung ist eine Hommage an Bach, und der erste Satz hat sowohl langsame Kadenzen als auch reguläre schnelle Passagen. Der zweite Satz ist ein Scherzo, fast wie Mendelssohns Sommernachtstraum, während der dritte Satz sehr virtuos ist, wie Bach und Liszt in einem. Es erinnert an ein Orgelkonzert, zugleich hat es diese zarten französischen Elemente.”

“Karneval der Tiere” und reizvolle Solowerke

Dem Klavierkonzert gegenüber steht der “Karneval der Tiere”, wobei ein besonderes Highlight die neue Bearbeitung des Stücks “Der Schwan” durch Émile Naoumoff ist. Wie auch beim Klavierkonzert wird Lang Lang hier vom Gewandhausorchester unter der Leitung von Andris Nelsons begleitet, während seine Frau Gina Alice die zweite Pianistin im “Karneval der Tiere” ist. Lang Lang hat das humorvolle Werk schon als Kind für sich entdeckt, gleichwohl betont er: “Viele meinen, der Karneval der Tiere sei nur etwas für Kinder. Aber hinter all dem Spaß stecken viele kluge Einfälle.” So strahlt das 14-sätzige Werk, das 1886 zum ersten Mal aufgeführt wurde, eine große Fröhlichkeit aus – angefangen von den “Schildkröten”, die einen schleppenden Can-Can tanzen, bis hin zu den “Fossilien”, die “altmodische” Komponisten wie Rossini parodieren.
Neben den beiden Großwerken Saint-Saëns und seiner virtuosen “Toccata” aus den Sechs Etüden op. 111 sind reizvolle weitere Stücke zu erleben, etwa RavelsPavane pour une infante défunte” sowie die “Pavane” von Fauré, außerdem innige Bearbeitungen des “In paradisum” aus dem Requiem von Fauré und das Blumenduett aus Delibes’ Oper “Lakmé”. Zusammen mit Gina Alice hat Lang Lang zudem DebussysPetite Suite” eingespielt.

Komponistinnen neu entdeckt

Besonders hervorzuheben ist eine Reihe von Werken auf dem Album, die von Komponistinnen geschaffen wurden und die Lang Lang ganz bewusst als weitere Glanzpunkte des Programms ausgewählt hat. “Die Welt ist größer geworden”, sagt der Pianist. So habe sich ein Paralleluniversum fantastischer Musik aufgetan. “Was für eine Möglichkeit, viele verborgene Schätze zu heben!” Da gibt es unter anderem Louise Farrenc zu entdecken, die einzige Frau, die im 19. Jahrhundert eine Professur für Klavier am Pariser Konservatorium innehatte; außerdem die autodidaktische Pianistin Mel Bonis, Charlotte Sohy, Lili Boulanger und Germaine Tailleferre, das einzige weibliche Mitglied der Gruppe “Les Six”.

Originell und intensiv

Mit seinem neuen Album “Saint-Saëns” ist Lang Lang ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere gelungen. Dabei besticht das Album mit großer klanglicher Vielfalt und einem ausgesprochen originellen und ungewöhnlichen Programm, das durch die unterschiedlichen Besetzungen, mal solistisch, mal mit Orchester, mal vierhändig weitere Facetten erhält. Sowohl in Lang Langs Zusammenspiel mit dem Gewandhausorchester unter Leitung von Andris Nelsons als auch im Duo mit seiner Ehefrau Gina Alice wird hierbei eindrucksvoll hörbar, wie sich die musikalischen Partner nahezu blind verstehen und die Werke feinsinnig und klangvoll durchdringen. 

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