Lang Lang | Offizielle Biografie

Biografie

Seit Langem begeistert Lang Lang sein Publikum und die Kritiker mit Darbietungen von atemberaubender Virtuosität, vollendetem Ton und dramatischer Intensität. Angetrieben von einem festen Glauben an die verwandelnde Kraft der Musik und unterstützt von einer natürlichen Begabung als Kommunikator, reichen die künstlerischen Fähigkeiten des chinesischen Pianisten weit über den Konzertsaal hinaus. Seine Leistungen als Interpret, Pädagoge und Philanthrop veranlassten die New York Times, ihn als »den sensationellsten Künstler der klassischen Musikszene« zu bezeichnen. Das Magazin Time führte ihn unter den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten der Welt auf und sah in ihm ein Symbol für Chinas Jugend und Zukunft.
Lang Langs Klavierspiel erinnert durch die Betonung von Individualität und Fantasie an frühere Zeiten virtuoser Darbietungen. Er lädt die Zuhörer ein, ganz in eine Welt starker Emotionen und lyrischer Schattierungen einzutauchen. »Musik verlangt Transformation: Du teilst deine Gedanken mit anderen, mithilfe deiner Finger, deines Gehirns«, erklärte Lang Lang 2017 in einem Interview mit Die Zeit. »Das Klavier macht allein nichts, ist ein Roboter ohne Seele. Es gibt Darbietungen, da spielt der Pianist alles korrekt, und trotzdem lässt es einen kalt. Und dann gibt es Darbietungen, die dir eine Geschichte erzählen. Die Musik kommt in Wellen, sie ist warm und kalt, sie hat Tiefe und verschiedene Ebenen.«
Millionen von Menschen wurden durch Lang Langs Beispiel inspiriert, ein Musikinstrument zu lernen und eine neue Welt des eigenen Ausdrucks und des Verständnisses zu entdecken. Das Phänomen, das in China als Lang-Lang-Effekt bekannt ist, fand weltweite Verbreitung mithilfe der Lang Lang International Music Foundation, einer 2008 von ihm gegründeten gemeinnützigen Organisation. Seit vielen Jahren setzt er sich unermüdlich für Musikerziehung ein, beispielweise als Botschafter des guten Willens für das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF) und seit 2013 als UN-Botschafter des Friedens.
Weltweit bekannt wurde Lang Lang nach seinem Auftritt bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 2008 in Peking. Im Jahr darauf wirkte er bei der feierlichen Verleihung des Nobelpreises an den amerikanischen Präsidenten Barack Obama mit, 2012 spielte er beim Diamond Jubilee Concert anlässlich des 60-jährigen Thronjubiläums von Königin Elisabeth II. im Buckingham Palace. 2015 setzte er sich über die Trennung unterschiedlicher Musikkulturen hinweg und gab in Havanna im Rahmen der 500-Jahrfeier der Stadt gemeinsam mit dem legendären kubanischen Pianisten Chucho Valdés ein elektrisierendes Open-Air-Konzert. Im darauffolgenden Jahr trat er im Vatikan vor Papst Franziskus und Gästen bei der Eröffnung der ersten Konferenz über Glauben und Sport auf.
Lang Lang hat darüber nachgedacht, was ihn selbst zum Klavierspiel brachte und welche Musik ihn als Kind faszinierte. Seinen frühen Klavierunterricht im Kopf, wählte er eine Reihe von Lieblingsstücken aus, und die hat er nun aufgenommen, um Klavierschüler jeden Alters zu inspirieren und zu motivieren. Piano Book, sein erstes Studio-Album seit drei Jahren, erschien weltweit am 29. März 2019 (dem Welt-Klavier-Tag). Das Album bietet eine Sammlung der beliebtesten kurzen Klavierstücke, die Generationen von Klavierschülern vertraut sind, darunter Beethovens Für Elise, das Eingangs-Präludium aus Bachs Wohltemperiertem Klavier und Debussys Clair de lune. Hinzu kommen moderne Klavierklassiker von Max Richter und Elena Kats-Chernin, Yann Tiersens bezaubernde Valse d’Amélie und ein Arrangement von Ryuichi Sakamotos Filmmusik zu Merry Christmas, Mr. Lawrence. Es ist Lang Langs erstes Album für Deutsche Grammophon, seit er im Februar 2017 nach sieben Jahren zu diesem Label zurückkehrte.
Aufnahmen spielten immer eine wichtige Rolle, wenn es darum ging, Lang Langs weltweite Zuhörerschaft zu vergrößern. Auf seinem ersten Album für Deutsche Grammophon, das 2003 erschien, spielte er die jeweils Ersten Klavierkonzerte von Mendelssohn bzw. Tschaikowsky in beeindruckend frischen Interpretationen mit dem Chicago Symphony Orchestra und Daniel Barenboim. 2004 folgte Lang Lang live at Carnegie Hall, ein Doppelalbum mit Werken von Schumann, Haydn, Schubert, Tan Dun, Chopin und Liszt. »In seinem Spiel verbinden sich Furor und Finesse, Demonstration und Poesie«, schrieb Die Welt in ihrer Rezension des Recitals in der Carnegie Hall. Lang Langs wachsende Diskografie bei Deutsche Grammophon enthielt von der Kritik gepriesene Aufführungen von Rachmaninows Klavierkonzerts Nr. 2 und der Rhapsodie über ein Thema von Paganini mit dem Orchester des Mariinski-Theaters und Valery Gergiev; die Alben Memory und Dragon Songs mit klassischen westlichen bzw. chinesischen Kompositionen, die der Pianist seit seiner Kindheit kannte; Beethovens Klavierkonzerte Nr. 1 und 4 mit dem Orchestre de Paris und Christoph Eschenbach; die beiden Klavierkonzerte von Chopin mit den Wiener Philharmonikern und Zubin Mehta; sowie ein Album mit Tschaikowskys monumentalem Klaviertrio und Rachmaninows erstem Trio élégiaque mit Vadim Repin und Mischa Maisky. Er nahm zudem Filmmusik von Tan Dun (The Banquet) und Alexander Desplat (The Painted Veil) für das gelbe Label auf.
Lang Lang wurde am 14. Juni 1982 in Shenyang geboren. Sein Vater förderte die natürliche Musikalität des Jungen und ließ ihm kurz nach seinem dritten Geburtstag ersten Klavierunterricht geben. Zwei Jahre später gewann Lang Lang den Klavierwettbewerb in Shenyang und gab sein erstes öffentliches Recital.
Er schrieb sich 1991 an der Zentralen Musikhochschule in Peking ein, um bei Professor Zhao Ping-Guo zu studieren, dessen hohe musikalische Anforderungen anschaulich in Lang Langs Autobiografie Journey of a Thousand Miles (dt. Musik ist meine Sprache) geschildert werden. 1993 wurde die harte Arbeit des jungen Musikers belohnt, als er den ersten Preis beim Nationalen Xing Hai-Klavierwettbewerb gewann. Zwei Jahre später gewann er in Japan den Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb für junge Musiker, und 1997 ging er mit seinem Vater nach Philadelphia, um am renommierten Curtis Institute of Music bei Gary Graffman zu studieren, der einst ein musikalisches Wunderkind gewesen war und inzwischen zu den besten Klavierlehrern der Welt gehörte.
Lang Langs internationaler Karriere-Durchbruch fand 1999 statt, als er in letzter Minute bei der »Gala of the Century« einsprang und den Solopart in Tschaikowskys Klavierkonzert Nr. 1 mit dem Chicago Symphony Orchestra spielte. Seine sensationelle Darbietung sprach sich schnell herum und führte zu einer Reihe von Einladungen, mit führenden Orchestern und in den angesehensten Konzertsälen aufzutreten. 2001 gab er seine Debüts in der Carnegie Hall, bei den BBC Proms und in der Wigmore Hall, und er schmiedete dauerhafte musikalische Partnerschaften mit großen Dirigenten wie Daniel Barenboim, Gustavo Dudamel und Simon Rattle.
Lang Langs wurde vielfach ausgezeichnet und geehrt: Er erhielt in Davos den Crystal Award 2010 und wurde vom Weltwirtschaftsforum als einer der 250 Young Global Leaders genannt; er ist Ehrendoktor mehrerer Hochschulen, unter anderem des Royal College of Music, der Manhattan School of Music und der New York University. Er erhielt die höchsten Auszeichnungen des Kulturministeriums der Volksrepublik China sowie die höchsten zivilen Orden Deutschlands (Bundesverdienstkreuz) und Frankreichs (Ordre des Arts et des Lettres). Er wurde zudem für den Grammy nominiert und erhielt einen Classic Brit Award sowie mehrere Echo Klassik-Preise. Am 13. Februar 2019 wurde er mit einem Ehren-Victoire de la Musique Classique ausgezeichnet und erhielt damit als erster chinesischer Musiker einen dieser renommierten Preise.
Lang Lang überwand die Grenzen klassischer Musik in Projekten z.B. mit dem Pianisten Herbie Hancock, mit Pharrell Williams, Metallica oder dem Dubstep-Tänzer Marquese »Nonstop« Scott. Die internationale Dimension von Lang Langs Arbeit zeigt sich deutlich in seinem Programm für die Saison 2018/19, zu dem Konzertreisen nach China mit den Berliner Philharmonikern und den Wiener Philharmonikern sowie Aufführungen mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Los Angeles Philharmonic und dem Orquesta Sinfónica de Madrid gehören. Am 14. Februar stellte er sein neues Album Piano Book in Paris bei einem einzigartigen Recital auf einem Schiff vor, mit dem er und seine Gäste die Seine hinabfuhren und dabei einige der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt passierten. Lang Langs umfangreicher Terminplan für Aufführungen von Stücken aus Piano Book umfasst ein Stadion-Konzert in Peking, Auftritte bei den Global Awards in London und in Fernsehshows in den USA, Großbritannien, Frankreich und Japan sowie einen besonderen Auftritt anlässlich des Welt-Klavier-Tags. Das Album war sofort ein Erfolg, kam weltweit in die Klassik-Charts und erreichte innerhalb einer Woche nach Erscheinen auch die Top Ten in den deutschen Pop-Charts.
4/2019
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