Kian Soltani | Offizielle Biografie

Biografie

Kian Soltani
© Holger Hage
Aufgrund der Covid−19-Pandemie können wir momentan keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der jetzigen und kommenden Spielzeit machen.
»Sein Celloklang hat die Weichheit und Fülle von Karamel, und er spielt mit ansprechender Wärme … er zieht das Orchester mit sich wie einen Lichtschein um die Flamme einer Kerze.« The Washington Post, März 2019
Individualität, Ausdruck und Präsenz zeichnen die künstlerischen Fähigkeiten des österreichischen Cellisten Kian Soltani aus. In bemerkenswert kurzer Zeit haben begeisterte Kritiken, aber vor allem Einladungen in große internationale Konzertsäle den 28-Jährigen vom jungen Star zu einem der aufregendsten Musiker seiner Generation gemacht. 2017 wurde Soltanis Rang noch einmal bestätigt, als er nicht nur den begehrten Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals (im Februar) und den Credit Suisse Young Artist Award (im Dezember) erhielt, sondern auch einen Exklusivvertrag bei Deutsche Grammophon unterzeichnete (im Juli).
Sein erstes DG-Album, Home, das Werke für Cello und Klavier von Schubert, Schumann und Reza Vali bietet, erschien unter großem Beifall der Kritik im Februar 2018. The Strad sprach von einem »glänzenden Debüt« und lobte Soltani für seine »makellose Technik« und sein »reifes, elegantes« Spiel. Im August 2018 kam seine Aufnahme der beiden Klavierquartette von Mozart heraus, die live im Pierre Boulez Saal mit Yulia Deyneka sowie Daniel und Michael Barenboim entstanden war (»hinreißende, lebendige Aufführungen« – Financial Times). Wiederum mit Daniel und Michael Barenboim nahm er im vergangenen Jahr sämtliche Klaviertrios von Mozart für ein Doppelalbum auf, das im September erschien (»voll ansteckender Spontaneität und Liebenswürdigkeit« – BBC Music Magazin).
Soltanis neuestes Album, dessen Veröffentlichung am 7. August 2020 geplant ist, bietet ein reines Dvořák-Programm. Neben dem berühmten Cellokonzert, bei dem er von der Staatskapelle Berlin und Daniel Barenboim begleitet wird, enthält es fünf weitere Stücke des Komponisten in Arrangements für Solocello und Celloensemble (mit Cellisten der Staatskapelle Berlin). Drei dieser Arrangements schuf Soltani selbst: Allegro moderato aus Romantische Stücke op. 75, »Lasst mich allein« aus Vier Lieder op. 82 und »Als die alte Mutter sang« aus Zigeunermelodien  op. 55.
Kian Soltani wurde 1992 als Sohn einer persischen Musikerfamilie in Bregenz geboren. Er begann mit vier Jahren Cello zu spielen und trat bereits als 12-Jähriger in die Klasse von Ivan Monighetti ein an der renommierten Musik-Akademie der Stadt Basel. Er blieb 11 Jahre in der Obhut Monighettis und verinnerlichte die Lehren dieses letzten Schülers von Mstislaw Rostropowitsch am Moskauer Konservatorium. Der internationale Durchbruch gelang ihm 2011 im Alter von 19 Jahren mit Debüts im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und bei der Schubertiade in Hohenems. Weltweit Beachtung fand er im April 2013 als Gewinner des Internationalen Paulo-Cello-Wettbewerbs in Helsinki. 2014 erhielt er ein Stipendium der Anne-Sophie Mutter Stiftung und perfektionierte sein Können weiter als Mitglied des Programms für junge Solisten der Kronberg Academy sowie an der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein.
Zusätzlich zu seiner Arbeit als Konzertsolist und Kammermusiker ist Soltani auch erfolgreich tätig als Erster Cellist des West-Eastern Divan Orchestra (WEDO), und 2015 gehörte er neben Daniel Barenboim zu den Solisten in Beethovens »Tripelkonzert« bei Auftritten des Orchesters in Berlin, bei den Festspielen in Salzburg und Luzern, den BBC Proms in London und im Teatro Colón in Buenos Aires. Weitere frühe Höhepunkte seiner Karriere sind Tourneen mit Anne-Sophie Mutter und den Mutter’s Virtuosi; Aufführungen von Strauss’ Don Quixote auf einer Tournee mit dem WEDO und Barenboim im Frühjahr 2017; seine Mitwirkung bei der Eröffnungswoche des Pierre Boulez Saals in Berlin im März 2017; sowie ein Konzert mit persischer Musik, das er dort zwei Monate später mit dem Shiraz Ensemble gab.
Mit dem Boston Symphony Orchestra trat er am 25. August 2018 beim Galakonzert anlässlich Leonard Bernsteins 100. Geburtstag auf, bevor er im Oktober mit Barenboim und der Staatskapelle Berlin sein Solistendebüt an der Berliner Staatsoper gab. Mit Barenboim und dem WEDO spielte er anschließend in den USA eine Reihe von Konzerten, zu denen sein Debüt in der Carnegie Hall sowie Auftritte in anderen renommierten Konzertsälen wie Kennedy Center und Walt Disney Concert Hall in Los Angeles gehörten. In der Saison 2018/19 spielte er auch im Amsterdamer Concertgebouw, in der Hamburger Elbphilharmonie, im Stockholmer Konzerthaus, in der Royal Festival Hall und der Cadogan Hall in London (in Letzterer im Rahmen seiner Residency beim Royal Philharmonic Orchestra) und beim Ravinia Festival, wo er unter der Leitung von Itzhak Perlman erstmals mit dem Chicago Symphony Orchestra auftrat. Gefeierte Recitals gab er unter anderem in der Philharmonie de Paris, im Wiener Konzerthaus, in der Elbphilharmonie, im Pierre Boulez Saal, in der Carnegie Hall und der Londoner Wigmore Hall sowie bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen und dem Mostly Mozart Festival im Lincoln Center, New York.
Höhepunkte der Saison 2019/20 waren sein Debüt mit dem Orchestra of the National Centre for the Performing Arts in Peking (Oktober); Auftritte als Artist-in-Residence mit dem Royal Philharmonic Orchestra (Oktober/November); Recitals mit Daniel und Michael Barenboim im Pierre Boulez Saal (Dezember); und Haydns Cellokonzert Nr. 1 mit dem Konzerthausorchester Berlin und Mirga Gražinytė-Tyla beim Konzert zur Wiedereröffnung des Konzerthauses Dortmund (Juni).
Zu seinen künftigen Plänen gehören Brahms’ Doppelkonzert mit Michael Barenboim, dem West-Eastern Divan Orchestra und Daniel Barenboim bei den Salzburger Festspielen in diesem Sommer; sein Debüt beim Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia (September 2020); und Beethovens Tripelkonzert mit Renaud Capuçon, Lahav Shani und dem Philharmonischen Orchester Rotterdam (Oktober 2020).
Kian Soltani spielt dank einer großzügigen Leihgabe das »London ex Boccherini 1694« Stradivarius.
7/2020