Kian Soltani | Offizielle Biografie

Biografie

Kian Soltani
© Holger Hage
Aufgrund der Covid−19-Pandemie können wir momentan keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der jetzigen und kommenden Spielzeit machen.
»Soltani … hat alle Qualitäten, die man braucht, um auf Dauer den Beifall der Kritiker zu finden, nämlich einen flexiblen, schlanken Ton, einen beweglichen Bogenarm und ein geschickt eingesetztes variables Vibrato. Es ist ein großes Vergnügen, ihm zuzuhören.« Gramophone, Rezension von Home, April 2018
Individualität, Ausdruck und Präsenz zeichnen die künstlerischen Fähigkeiten des österreichischen Cellisten Kian Soltani aus. In bemerkenswert kurzer Zeit haben begeisterte Kritiken, aber vor allem Einladungen in große internationale Konzertsäle den 27-Jährigen vom jungen Star zu einem der aufregendsten Musiker seiner Generation gemacht. 2017 wurde Soltanis Rang noch einmal bestätigt, als er nicht nur den begehrten Leonard Bernstein Award des Schleswig-Holstein Musik Festivals (im Februar) und den Credit Suisse Young Artist Award (im Dezember) erhielt, sondern auch einen Exklusivvertrag bei Deutsche Grammophon unterzeichnete (im Juli).
Sein erstes DG-Album, Home, das Werke für Cello und Klavier von Schubert, Schumann und Reza Vali bietet, erschien unter großem Beifall der Kritik im Februar 2018. The Strad sprach von einem »glänzenden Debüt« und lobte Soltani für seine »makellose Technik« und sein »reifes, elegantes« Spiel. Im August 2018 kam seine Aufnahme der beiden Klavierquartette von Mozart heraus, die live im Pierre Boulez Saal mit Yulia Deyneka sowie Daniel und Michael Barenboim entstanden war (»hinreißende, lebendige Aufführungen« – Financial Times). Wiederum mit Daniel und Michael Barenboim nahm er sämtliche Klaviertrios von Mozart für ein Doppelalbum auf, das im September 2019 erschien.
Kian Soltani gelang der internationale Durchbruch 2011 im Alter von 19 Jahren mit Debüts im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins und bei der Schubertiade in Hohenems. Weltweit Beachtung fand er im April 2013 als Gewinner des Internationalen Paulo-Cello-Wettbewerbs in Helsinki. Zusätzlich zu seiner Arbeit als Konzertsolist und Kammermusiker ist er auch erfolgreich tätig als Erster Cellist des West-Eastern Divan Orchestra (WEDO), und 2015 gehörte er neben Daniel Barenboim zu den Solisten in Beethovens »Tripelkonzert« bei Auftritten des Orchesters in Berlin, bei den Festspielen in Salzburg und Luzern, den BBC Proms in London und im Teatro Colón in Buenos Aires. Weitere frühe Höhepunkte seiner Karriere sind Tourneen mit Anne-Sophie Mutter und den Mutter’s Virtuosi; Aufführungen von Strauss’ Don Quixote auf einer Tournee mit dem WEDO und Barenboim im Frühjahr 2017; seine Mitwirkung bei der Eröffnungswoche des Pierre Boulez Saals in Berlin im März 2017; sowie ein Konzert mit persischer Musik, das er dort zwei Monate später mit dem Shiraz Ensemble gab.
Mit dem Boston Symphony Orchestra trat er am 25. August 2018 beim Galakonzert anlässlich Leonard Bernsteins 100. Geburtstag auf, bevor er im Oktober mit Barenboim und der Staatskapelle Berlin sein Solistendebüt an der Berliner Staatsoper gab. Mit Barenboim und dem WEDO spielte er anschließend in den USA eine Reihe von Konzerten, zu denen sein Debüt in der Carnegie Hall sowie Auftritte in anderen renommierten Konzertsälen wie Kennedy Center und Walt Disney Concert Hall in Los Angeles gehörten. In der Saison 2018/19 spielte er auch im Amsterdamer Concertgebouw, in der Hamburger Elbphilharmonie, im Stockholmer Konzerthaus, in der Royal Festival Hall und der Cadogan Hall in London (in Letzterer im Rahmen seiner Residency beim Royal Philharmonic Orchestra) und beim Ravinia Festival, wo er unter der Leitung von Itzhak Perlman erstmals mit dem Chicago Symphony Orchestra auftrat. Gefeierte Recitals gab er unter anderem in der Philharmonie de Paris, im Wiener Konzerthaus, in der Elbphilharmonie, im Pierre Boulez Saal, in der Carnegie Hall und der Londoner Wigmore Hall sowie bei der Salzburger Mozartwoche und den Salzburger Festspielen und dem Mostly Mozart Festival im Lincoln Center, New York.
Höhepunkte der laufenden Saison sind weitere Auftritte als Artist-in-Residence mit dem Royal Philharmonic Orchestra (Oktober/November 2019); Recitals mit Daniel und Michael Barenboim im Pierre Boulez Saal (Dezember 2019) und eine Reihe von Debüts bei führenden Orchestern wie Orchester des Nationalen Zentrums für Darstellende Künste in Peking, Los Angeles Philharmonic, Filarmonica della Scala, Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia, KBS Symphony Orchestra und Münchner Philharmoniker.
Kian Soltani wurde 1992 als Sohn einer persischen Musikerfamilie in Bregenz geboren. Er begann mit vier Jahren Cello zu spielen und trat bereits als 12-Jähriger in die Klasse von Ivan Monighetti ein an der renommierten Musik-Akademie der Stadt Basel. Er blieb 11 Jahre in der Obhut Monighettis und verinnerlichte die Lehren dieses letzten Schülers von Mstislaw Rostropowitsch am Moskauer Konservatorium. 2014 erhielt er ein Stipendium der Anne-Sophie Mutter Stiftung und perfektionierte sein Können weiter als Mitglied des Programms für junge Solisten der Kronberg Academy sowie an der Internationalen Musikakademie in Liechtenstein.
Soltani versteht es zu kommunizieren und sucht den Austausch mit einem großen Publikum – sei es im Konzertsaal oder über die sozialen Medien. »Ich glaube, dass es für die klassische Musik eine spannende Zeit ist und dass sie eine große Zukunft hat«, sagt er. »Es gibt so viele erstaunliche junge Musiker, und sie interessieren sich neben der klassischen Musik für so viele andere Dinge. Wir Musiker sollten uns von allem inspirieren lassen und unsere Musik für alle zugänglich machen!« 
Kian Soltani spielt dank einer großzügigen Leihgabe das »London ex Boccherini 1694« Stradivarius.
9/2019