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Jan Lisieckis packender Auftakt zum Beethoven-Jahr 2020

Jan Lisiecki
© Christoph Köstlin
11.09.2019
Beethovens Klavierkonzerte nehmen im reichen Werk des Komponisten eine ganz besondere Stellung ein und zählen fraglos zu den Höhepunkten der klassischen Klavierliteratur. Als Auftakt zum Jubiläumsjahr 2020, in dem 250 Jahre Ludwig van Beethoven gefeiert werden, erscheint bei Deutsche Grammophon nun ein neues Album des Pianisten Jan Lisiecki. Zusammen mit der Academy of St Martin in the Field hat er sich der fünf Klavierkonzerte von Beethoven angenommen und diese hingebungsvoll und beeindruckend vielgestaltig interpretiert, wobei er sowohl als Solist als auch als musikalischer Leiter des Orchesters zu erleben ist. Das Album wird am 13. September veröffentlicht.

Fünf Konzerte — ein mannigfaltiger Klangkosmos

Die fünf Klavierkonzerte von Beethoven ziehen mit ihrem musikalischen Ideenreichtum, der Fülle an Emotionen und der innigen Verschränkung des Solisten- und Orchesterparts unmittelbar in den Bann und faszinieren als fünf völlig eigenständige und unterschiedliche Werke. Ebenso kontrast- wie farbenreich, wartet das erste Klavierkonzert in C-Dur mit einem brillanten Solistenpart und einem symphonisch durchgestalteten Orchesterpart auf. Das zweite Klavierkonzert in B-Dur ist ein Frühwerk Beethovens, in dem noch deutlich die Prägung durch Beethovens Vorbilder der Wiener Klassik zu erkennen ist. Das dritte Klavierkonzert wiederum besticht mit seinem dunklen Charakter, geprägt von der “tragisch-dämonischen Tonart c-Moll”, wie Lisiecki sagt, markant durch seine kühne Eröffnung mit einer außerordentlich langen orchestralen Einleitung und emotional aufwühlend in seinem musikalischen Kern. Ganz anders das vierte Klavierkonzert in G-Dur, mit dem Lisiecki besonders viel verbindet: So sprang er 2013 beim Orchestra Mozart Bologna kurzfristig für Martha Argerich ein und konzertierte dieses Stück mit Claudio Abbado, zudem feierte er vier Jahre später mit eben diesem Werk in der Carnegie Hall sein Debut mit dem The Philadelphia Orchestra unter Leitung von Yannick Nézet-Séguin. “Konzentration und Spannung bilden hier eine besondere Herausforderung”, so der Pianist, und insbesondere die strenge dialogische Struktur zwischen Orchester und Soloinstrument sei einmalig in der Konzertliteratur.
Das fünfte Klavierkonzert in Es-Dur schließlich ist von heroischem Geist und in seiner Tonsprache tief berührend. Dazu sagt Lisiecki: “Auch hier finden sich Passagen von großer Eleganz. Beethoven ist nie einseitig. Er geht immer ans Limit. Allerdings verrät die Art, wie Orchester und Klavier einander unterbrechen und wie sich das Klavier gegen das Orchester behauptet, auch seinen Humor.”

Musikalischer Spiegel von Beethovens Charakter – beeindruckend interpretiert

In ihrer künstlerischen Vielgestaltigkeit, Raffinesse und Dynamik gleichen die fünf Klavierkonzerte einem überbordenden Klangkosmos. Jan Lisiecki leuchtet diesen auf seinem neuen Album spannungsvoll aus und bringt dabei faszinierend neue Farbtöne zu Tage. Dabei zeigt sich Lisiecki einmal mehr als einer der spannendsten Pianisten seiner Generation und beeindruckt mit behänder Virtuosität und inniger Interpretationsreife gleichermaßen. Hingebungsvoll in seinem Spiel und mit ausgefeilter Anschlagskultur arbeitet er die jeweiligen Charaktere der Konzerte heraus und bringt diese prägnant, lebendig und facettenreich in ihren emotionalen Schattierungen zum Klingen. Die Academy of St Martin in the Field erweist sich dabei als wandlungsfähiger musikalischer Partner, der den Orchesterpart in den Konzerten licht und facettenreich ausgestaltet und hochsensibel auf die Führung des Solisten reagiert.
"Ein Hörer sollte Beethovens Musik als die Summe unterschiedlicher Ideen nachvollziehen können", so Lisiecki zu seinem persönlichen Anspruch bei der Interpretation der Klavierkonzerte. Bei den vorliegenden Aufnahmen ist ihm dies zweifelsohne gelungen, denn die verschiedenen Konzerte gleichen einem bewegenden Psychogramm des Meisterkomponisten.

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