Hildur Guðnadóttir | Offizielle Biografie

Biografie

Hildur Guðnadóttir
© Antje Taiga Jandrig
Aufgrund der Covid−19-Pandemie können wir momentan keine zuverlässigen Aussagen bezüglich der jetzigen und kommenden Spielzeit machen.
Die isländische Cellistin, Sängerin und Komponistin Hildur Guðnadóttir ist eine Künstlerin, die sich Etikettierungen entzieht und traditionelle Gattungsgrenzen ignoriert. Mit ihrer Virtuosität, Vielseitigkeit und Originalität nimmt sie einen speziellen Platz in der gegenwärtigen Musikwelt ein.
Hildur Guðnadóttir genießt zurzeit international beispiellose Anerkennung für ihre Film- und Fernsehsoundtracks und hat gerade als erste Komponistin überhaupt den Oscar, Golden Globe und BAFTA in ein und derselben Saison gewonnen. Sie stellte zudem einen neuen Rekord auf mit der höchsten Anzahl von Preisen, die je eine Komponistin in einer einzigen Saison gewonnen hat.
Ihre bahnbrechende Musik zur HBO-Serie Chernobyl wurde im letzten September mit einem Emmy ausgezeichnet, trug ihr bei den World Soundtrack Awards im Oktober den Titel der Fernsehkomponistin des Jahres ein und gewann dann den Grammy in der Sparte »Bester komponierter Soundtrack für visuelle Medien« – Guðnadóttir wurde damit die erste einzelne Frau, die je in dieser Kategorie gesiegt hat.
Sie schrieb ebenfalls Geschichte mit ihrem eindringlichen Soundtrack (ein »unorthodoxes Cellokonzert«, The Guardian) zu Todd Phillips’ düsterem Psychothriller Joker, für den sie den Golden Globe in der Sparte »Beste Originalmusik (Film)« erhielt – als erste Frau seit Einführung der Sparte 1947. Nachdem der Soundtrack für Joker zudem den Critics’ Choice Award, den Hollywood Critics Association Award und den BAFTA Award jeweils in der Sparte »Beste Musik« erhalten hatte, sicherte er Guðnadóttir jetzt ihren ersten Oscar für die »Beste Originalmusik«.
Im Oktober 2019 unterzeichnete sie einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon, ein Schritt, den sie als »unglaublich aufregend« bezeichnete. Eine neue Single, Fólk fær andlit (»Menschen erhalten Gesichter«), erschien zusammen mit einem begleitenden Video am 27. Januar 2020 bei Deutsche Grammophon. Dieser berührende Song, den die Komponistin selbst singt, wurde durch die internationale Flüchtlingskrise angeregt. Guðnadóttirs Chernobyl-Album kam im Mai vergangenen Jahres heraus, zudem hatte sie schon vorher für das gelbe Label an Aufnahmen mit dem 2018 verstorbenen Jóhann Jóhannsson gearbeitet und ein Stück für das Album Bach Reworks des Pianisten Víkingur Ólafsson geschrieben und aufgenommen.
Hildur Guðnadóttirs zukünftige Projekte mit Deutsche Grammophon schließen an ihre bisherige Diskografie an: vier erfolgreiche avantgardistische Soloalben – Mount A (2006), Without Sinking (2009), Leyfðu Ljósinu (2012) und Saman (2014), jetzt alle bei DG erhältlich, ebenso ihre elfminütige EP-Single Iridescence – und die Soundtrack-Alben unter anderem für Joker, Chernobyl, Sicario: Day of the Soldado, Mary Magdalene (mit Jóhann Jóhannsson) und die isländische Fernsehserie Trapped.
Ihre Live-Darbietungen in den letzten Jahren spiegeln die Vielfalt ihrer musikalischen Aktivitäten wider. So trat sie mit der US-amerikanischen Drone-Doom-Band Sunn O))) beim Convergence-Festival 2017 im Barbican Centre in London auf; sie wirkte als Sängerin und Cellistin beim Festival Organ Reframed 2018 in der Londoner Union Chapel mit; und war bei der ersten Live-Aufführung von Chernobyl beim Unsound-Festival 2019 in Krakau dabei.
Heute in Berlin ansässig, wurde Hildur Guðnadóttir 1982 in Reykjavík geboren, wuchs in einer musikalischen Familie auf und begann mit fünf Jahren Cello zu spielen. Sie studierte zunächst an der Musikakademie ihrer Heimatstadt und später Komposition und Neue Medien an der Kunstakademie Islands und der Universität der Künste Berlin.
Sie schrieb Musik unter anderem für das Isländische Symphonieorchester, das Isländische Nationaltheater, Tate Modern, das British Film Institute, die Königlich Schwedische Nationaloper und das Städtische Theater Göteborg. Sie wirkte mit bei Aufführungen und Aufnahmen von Künstlern wie Hauschka, Jóhann Jóhannsson, Nico Muhly, Ryuichi Sakamoto, Valgeir Sigurdsson, Skúli Sverrisson und David Sylvian, sei es als Sängerin oder Cellistin oder auch mit einem der weniger traditionellen Instrumente, auf denen sie sich profiliert hat, beispielsweise dem Halldorophon (einem Feedback-Instrument) oder dem Ómar (einem sechssaitigen elektroakustischen Cello/Viola da Gamba).
Guðnadóttir wurde 2014 für den Musikpreis des Nordischen Rates als Komponistin des Jahres nominiert und 2018 für einen Discovery of the Year Award der WSA. Im selben Jahr erhielt sie den Asia Pacific Screen Award für den besten Soundtrack (zusammen mit Jóhann Jóhannsson für Mary Magdalene) und den Preis für den besten Soundtrack bei den Internationalen Filmfestspielen in Peking für Journey’s End. Im Sommer letzten Jahres wurde sie kurz vor der Zuerkennung des Emmy und des WSA-Preises Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
2/2020
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