Hildur Guðnadóttir | Offizielle Biografie

Biografie

Hildur Guðnadóttir
© Antje Taiga Jandrig
Die isländische Cellistin, Sängerin und Komponistin Hildur Guðnadóttir ist eine Künstlerin, die sich Etikettierungen entzieht und traditionelle Gattungsgrenzen ignoriert. Mit ihrer Virtuosität, Vielseitigkeit und Originalität nimmt sie einen speziellen Platz in der gegenwärtigen Musikwelt ein.
Zurzeit genießt sie international besondere Anerkennung für ihre Film- und Fernsehsoundtracks. Anhaltend begeistert sind die Kritiken für ihren eindringlichen Soundtrack zu “Joker” (ein “unorthodoxes Cellokonzert”, The Guardian), den Gewinner des Goldenen Löwen bei den diesjährigen Filmfestspielen in Venedig; ihre bahnbrechende Musik zur HBO-Serie “Chernobyl” wurde mit einem Emmy ausgezeichnet; und kürzlich wurde sie bei den World Soundtrack Awards (WSA) zur Fernsehkomponistin des Jahres erhoben.
Im Oktober 2019 unterzeichnete sie einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon, ein Schritt, den sie als “unglaublich aufregend” bezeichnete. Ihr “Chernobyl”-Album erschien im Mai dieses Jahres bei DG, zudem hatte sie schon vorher für das gelbe Label an Aufnahmen mit dem 2018 verstorbenen Jóhann Jóhannsson gearbeitet und ein Stück für das Album “Bach Reworks” des Pianisten Víkingur Ólafsson geschrieben und aufgenommen.
Hildur Guðnadóttirs zukünftige Projekte mit Deutsche Grammophon schließen an ihre bisherige Diskografie an: vier erfolgreiche avantgardistische Soloalben – “Mount A” (2006), “Without Sinking” (2009), “Leyfðu Ljósinu” (2012) und “Saman” (2014) – und die Soundtrack-Alben unter anderem für “Joker”, “Chernobyl”, “Sicario: Day of the Soldado, Mary Magdalene” (mit Jóhann Jóhannsson) und die isländische Fernsehserie “Trapped”.
Ihre Live-Darbietungen in den letzten Jahren spiegeln die Vielfalt ihrer musikalischen Aktivitäten wider. So trat sie mit der US-amerikanischen Drone-Doom-Band Sunn O))) beim Convergence-Festival 2017 im Barbican Centre in London auf; sie wirkte als Sängerin und Cellistin beim Festival Organ Reframed 2018 in der Londoner Union Chapel mit; und war bei der ersten Live-Aufführung von “Chernobyl” beim Unsound-Festival 2019 in Krakau dabei.
Heute in Berlin ansässig, wurde Hildur Guðnadóttir 1982 in Reykjavík geboren, wuchs in einer musikalischen Familie auf und begann mit fünf Jahren Cello zu spielen. Sie studierte zunächst an der Musikakademie ihrer Heimatstadt und später Komposition und Neue Medien an der Kunstakademie Islands und der Universität der Künste Berlin.
Sie schrieb Musik unter anderem für das Isländische Symphonieorchester, das Isländische Nationaltheater, Tate Modern, das British Film Institute, die Königlich Schwedische Nationaloper und das Städtische Theater Göteborg. Sie wirkte mit bei Aufführungen und Aufnahmen von Künstlern wie Hauschka, Jóhann Jóhannsson, Nico Muhly, Ryuichi Sakamoto, Valgeir Sigurdsson, Skúli Sverrisson und David Sylvian, sei es als Sängerin oder Cellistin oder auch mit einem der weniger traditionellen Instrumente, auf denen sie sich profiliert hat, beispielsweise dem Halldorophon (einem Feedback-Instrument) oder dem Ómar (einem sechssaitigen elektroakustischen Cello/Viola da Gamba).
Guðnadóttir wurde 2014 für den Musikpreis des Nordischen Rates als Komponistin des Jahres nominiert und 2018 für einen Discovery of the Year Award der WSA. Im selben Jahr erhielt sie den Asia Pacific Screen Award für den besten Soundtrack (zusammen mit Jóhann Jóhannsson für “Mary Magdalene”) und den Preis für den besten Soundtrack bei den Internationalen Filmfestspielen in Peking für “Journey’s End”. In diesem Sommer wurde sie kurz vor der Zuerkennung des Emmy und des WSA-Preises Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.
10/2019