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Kammermusik im Trend

27.02.2008
Nun könnte man meinen, Klavierquartette von Johannes Brahms seien doch etwas sehr Spezielles für ein ebenso erlauchtes Publikum der Eingeweihten. Falsch, sagt die Praxis, denn nicht nur die Stimmen sind derzeit im Trend, sondern auch Musikformen, die lange Zeit als nur Fortgeschrittenen vermittelbar  galten. Mit anderen Worten: Kammermusik ist in, nicht nur in deutschen Konzertsälen, sondern auch in den Läden und bei den einschlägigen Downloadportalen. Aktuelles Beispiel: Kaum hat das Fauré Quartett sein Album mit den Einspielungen der Klavierquartette eins und drei von Johannes Brahms veröffentlicht, schon hat es sich damit in den Charts des Musikanbieters iTunes auf Platz zwei hinter Jonas Kaufmann platzieren können.
So viel Qualität geht natürlich auch an den Feuilletons nicht spurlos vorbei. So widmete etwa die Frankfurter Allgemeine Zeitung am vergangenen Wochenende dem Fauré Quartett eine halbe Schallplatten-Seite. Da konnte man unter anderem über das erste Quartett lesen: “Dies ist modernes Brahmsspiel, das gleichwohl die darin enkodierten Gemütszustände nicht unterschlägt. Und das finale Rondo alla Zingarese fetzt, so wie es ‘Brahms der Mensch’ sicherlich nicht, aber wie er es vielleicht gerne gehabt hätte”. Was eben zu beweisen war. Kammermusik ist einfach mehr, als viele denken.

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