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Klänge mit der Intensität des Windes — Anja Lechner, Felix & Dino Saluzzi

Felix Saluzzi, Anja Lechner, Dino Saluzzi c Andrea Boccalini / ECM Records
© Andrea Boccalini / ECM Records
25.08.2011
Den Grundstein für sein neues Trio legte der Bandoneónspieler Dino Saluzzi 2009 bei der Einspielung seines Orchesteralbums “El Encuentro”. Auf dem wirkten sein Klarinette und Saxophon spielender Bruder Felix und die deutsche Cellistin Anja Lechner als Solisten mit. Dabei kam Dino der eigentlich naheliegende Einfall, mit beiden endlich ein Trio zu formieren. Unter dem Titel “Navidad de Los Andes” legt das Ensemble nun ein erstes Album vor, das Saluzzi-Fans ins Schwärmen bringen wird.

“El Encuentro” war natürlich keineswegs das erste Zusammentreffen zwischen Dino und Felix Saluzzi oder Dino und Anja Lechner gewesen. Mit seinem Bruder Felix spielt Dino bereits seit der Kindheit zusammen, die nunmehr gut 60 Jahre zurückliegt. Dokumentiert wurden Kooperationen etwa auf den ECM -Alben “Mojotoro”, “Juan Condori” und eben “El Encuentro”. Anja Lechner stieß Mitte der 1990er Jahre zur musikalischen Großfamilie Dino Saluzzis, als sie sich — als Mitglied des Rosamunde-Quartetts — an der Einspielung des Abums “Kultrum” beteiligte. 2006 nahmen der Bandoneónspieler und die Cellistin außerdem im Duett für ECM “Ojos Negros” auf.

Gemeinsam produzieren Bandoneón, Cello und Klarinette (oder Tenorsaxophon) hier nun einen wirklichen einzigartigen kammermusikalischen Sound. Die Musik des Trios ist streng genommen weder Jazz noch Klassik noch Volksmusik oder Tango — obwohl sie schwungvoll und wechselnd mit Stilmitteln all dieser Genres spielt. In seinen Stücken erzählt Saluzzi wie so oft Geschichten aus seiner Heimat in den argentinischen Anden. “In diesem wundervollen musikalischen Werk werden Klänge mit der Intensität des Windes geboren”, heißt es im Begleittext des argentinischen Poeten Leopoldo Castilla, der wie die Saluzzis aus der Provinz Salta stammt.

Neben neuen Eigenkompositionen und für das neue Trio adaptierten älteren Stücken präsentiert Dino Saluzzi hier auch Überarbeitungen von Stücken, die aus der Feder dreier klassischer Tango-Maestros stammen: von Carlos Gardel (1890–1935), José Padula (1893–1945) und Enrique Delfino (1895–1967).

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