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ECM 2006: Mit Nik Bärtsch, Charles Lloyd, Kayan Kalhor uvm.

ECM Chronik: Das Jahr 2006
31.12.2006
Die ECM Cinema DVD Edition startet mit “Four Short Films” von Jean-Luc Godard und Anne-Marie Miéville im Paket mit einem 120-Seiten-Buch. 

Juan Condori”, eine in Buenos Aires aufgenommene Saluzzi-Familienproduktion, ist einem indianischen Freund aus Dino Saluzzis Kindheit gewidmet und integriert Folk-Elemente mit Improvisation. Dino beschreibt das so: “Alles fließt zusammen. Wie klares Wasser.” Was auch ein ECM-Motto sein könnte. 

Mit “Stoa” führt Nik Bärtsch, Leader der Band Ronin, in sein “Zen-Funk”-Konzept ein, das die Schnittmenge aus James Brown und minimalistischer Musik sucht. 

In seinem Trio Sangam lässt Charles Lloyd den Einfluss indischer Musik stärker zum Tragen kommen und Saxophone und Flöte in lebhafte Auseinandersetzungen mit Eric Harlands Drums und Zakir Hussains Tabla eintreten.

The Wind” dokumentiert die Begegnung des iranischen Kamanche-Virtuosen Kayan Kalhor mit Erdal Erzincan, dem führenden Vertreter der anatolischen Baglama-Tradition. 

Paul Motians elektrische Band, mit drei Lead-Gitarristen und zwei Tenoristen, lässt auf “Garden of Eden” den Geist des Bebop wiederauferstehen. … Terje Rypdal huldigt auf dem Live-Album “Vossabrygg” dem Miles Davis der “Bitches Brew”-Ära, begleitet von Palle Mikkelborgs Trompete. Rypdals Sohn Marius verdichtet das Ganze durch Samples, die ausschließlich aus Terjes ECM-Diskographie stammen. 

Ein weiteres Projekt, dessen inspirative Wurzeln in den Anfangsjahren des Jazzrock zu finden sind, ist das Trio Beyond (Jack DeJohnette, John Scofield, Larry Goldings). Ihr Album “Saudades”, ebenfalls live aufgenommen, orientiert sich an der Rock/Jazz-Dynamik der Band Lifetime und den Kompositionen von Tony Williams.

Stefano BollanisPiano Solo” ist ein enzyklo­pädischer Streifzug durch die Geschichte des Jazz und darüber hinaus. Bollani spielt einen Scott-Joplin-Rag, frühe Tangomusik, Standards und Melodien von Armstrong und Nat King Cole, improvisiert über ein Thema aus Prokofjews erstem Klavierkonzert, covert “Don’t Talk” von den Beach Boys – und lässt die ganze stürmische Reise durch die Genres wie organische Entwicklung wirken. 

Keith JarrettsCarnegie Hall Concert” (aufgenommen 2005) ist eine beeindruckende Rückkehr zur Solo-Improvisation nach langer Krankheitspause. 

Auf “Nostalghia” würdigt François Couturier die Filmkunst Andrei Tarkovskys nicht mit szenischer oder filmischer Musik, sondern durch neue Kompositionen und Improvisationen, die Assoziationen an Tarkovskys Werke wecken. 

Eleni Karaindrou bedient sich auf “Elegy Of The Uprooting” eines großen Ensembles mit Orchester, Chor, traditionellen Instrumenten, Solisten, der Komponistin am Klavier sowie der legendären Sängerin Maria Farantouri. Sie alle bringen Karaindrous musikalische Geschichte in Form einer “szenischen Kantate” zu Gehör. 

Frank-Peter Zimmermann und Heinrich Schiff interpretieren Musik von Ravel, Honnegger, Martinu, Bach und Pintscher mit dem blinden Verständnis, das aus zwanzig Jahren des Zusammenspiels erwächst. Die New York Times spricht von “messerscharfer Intelligenz und unerbittlicher Virtuosität”, währendGramophone fragt: “Ist dies das beste Violine/Cello-Duo unserer Zeit?” und die Frage positiv beantwortet. 

Neue Wege zu alter Musik sind ein wiederkehrendes Thema auf New Series und werden zum Beispiel von den Lautenisten Rolf Lislevand und Stephen Stubbs auf wichtigen Aufnahmen wie “Nuove Musiche” und “Teatro Lirico” beschritten.

Barockviolinist John Holloway wendet sich Bachs Sonaten und Partiten zu und zeigt, dass die gewaltigen, erst vor kurzem von Gidon Kremer in Angriff genommenen Gipfel, auf ganz unterschiedliche Weise erklommen werden können.

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