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Termine
Rafal Blechacz, J.S. Bach, Beethoven, Chopin
05.03.2017 München, Prinzregententheater
J.S. Bach, Beethoven, Chopin
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weitere Highlights
07.05.2017 Basel, Musical Theater
Beethoven: Piano Concerto no. 3
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09.05.2017 La Chaux-de-Fonds, Salle de Musique
Beethoven: Piano Concerto no. 3
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11.05.2017 Wien, Konzerthaus
Chopin: Piano Concerto no. 2
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13.05.2017 Fribourg, Èquilibre
Beethoven: Piano Concerto no. 3
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14.05.2017 Lucerne, KKL
Beethoven: Piano Concerto no. 3
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Rafal Blechacz Biografie

Gedankliche und emotionale Tiefe verbinden sich in Rafał Blechacz' Musizieren zu Interpretationen voll von Energie und Scharfblick. Der polnische Pianist gilt den Kritikern in jeder Hinsicht als Ausnahmekünstler – die Washington Post nannte ihn beispielsweise "einen Musiker im Dienste der Musik, der ihre Tiefen ergründet, ihrer Bedeutung nachgeht und ihre Möglichkeiten erforscht". Die völlige Beherrschung der Tastatur und die Fähigkeit, das gesamte Ausdrucks­spektrum des Instruments zu erschließen bilden zusammen mit der ihm eigenen Neugier und Offenheit das Fundament seines Künstlertums. Es sind Qualitäten, die Blechacz' künstlerische und berufliche Entwicklung tragen, seit er 2005 den Ersten Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb gewann. Heute gehört er zu den besten Pianisten der Welt, ein junger Künstler, der viel gefragt ist, vor allem wegen der Ehrlichkeit und der visionären Kraft all seiner Darbietungen von Bach und Beethoven bis zu Chopin und Szymanowski.

Rafał Blechacz wurde im Juni 1985 in der nordpolnischen Kleinstadt Nakło nad Notecią geboren. Er zeigte schon früh Anzeichen musikalischer Begabung und erhielt mit fünf Jahren ersten Klavierunterricht. Zunächst besuchte er die Arthur-Rubinstein-Musikschule in Bydgoszcz, dann studierte er an der dortigen Feliks-Nowowiejski-Musikakademie, wo er im Mai 2007 bei Katarzyna Popowa-Zydroń sein Examen machte. Blechacz' ungewöhnliche technische und künstlerische Fähigkeiten trugen ihm eine Reihe von Wettbewerbserfolgen ein. 2002 erhielt er den Zweiten Preis beim Internationalen Artur-Rubinstein-Wettbewerb für junge Pianisten in Bydgoszcz, im Jahr darauf gewann er den Internationalen Klavierwettbewerb in Hamamatsu, und der Höhepunkt war 2005 der Erste Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau, wo er als erster polnischer Musiker seit Krystian Zimerman 30 Jahre zuvor den Sieg davontrug.

Der stilsichere Ausdruck und die reife Intensität von Blechacz' Wettbewerbsbeiträgen, die er nur wenige Monate nach seinem 20. Geburtstag darbot, wurden nicht nur mit der Goldmedaille belohnt, sondern auch mit allen vier Sonderpreisen des Wettbewerbs und dem Publikumspreis. Im Mai 2006 unterzeichnete er einen Exklusivvertrag mit Deutsche Grammophon und wurde damit nach Zimerman der zweite polnische Pianist im internationalen Künstlerteam des gelben Labels. Die neue Partnerschaft begann im Oktober 2007 mit dem Erscheinen von Blechacz' erstem Solo-Album, das sämtliche Préludes und die zwei Nocturnes op. 62 von Chopin enthielt. Das Album veranlasste das BBC Music Magazine zu der Feststellung, Blechacz sei "ein überragender Pianist und ein noch größerer Musiker", und wurde mit einem Echo Klassik-Preis und einem Diapason d'or ausgezeichnet. Sein zweites Album, ein Recital mit Klaviersonaten von Haydn, Mozart und Beethoven, erschien im Oktober 2008. Die Zeitschrift Fanfare rühmte seine "überzeugenden und bemerkenswert reifen" künstlerischen Qualitäten, The Gramophone pries "die transparente Struktur, die Ökonomie des Ausdrucks, die kreative Inspiration, den Humor und die geschickt platzierten Pausen...von Rafał Blechacz’ hervorragend aufgenommenen Interpretationen".

Im Laufe der letzten zehn Jahre hat Blechacz seinen Rang als großer Chopin-Interpret bekräftigt. In seinen Konzertprogrammen und in seiner Diskografie bei Deutsche Grammophon nimmt das Werk seines Landsmanns einen beträchtlichen Raum ein. Neben dem erfolgreichen Album mit den Polonaisen erschien 2009 anlässlich des bevorstehenden 200. Geburtstags des Komponisten seine Aufnahme der beiden Klavierkonzerte mit dem Concertgebouworkest und Jerzy Semkow. Das Album erhielt 2010 den Preis der Deutschen Schallplattenkritik und zwei Fryderiks, den wichtigsten polnischen Musikpreis. In Blechacz' Repertoire zeigt sich auch seine Liebe zu anderen Komponisten wie J. S. Bach, Beethoven, Brahms, Debussy, Liszt, Mozart, Schumann und Szymanowski. Die Londoner Sunday Times feierte sein 2012 veröffentlichtes Album mit Werken von Debussy und Szymanowski als "eine unvergessliche CD von einem der ganz großen Pianisten unserer Zeit", ein Urteil, das durch die Auszeichnung mit einem Echo Klassik-Preis in der Sparte "Solistische Einspielung des Jahres, 20./21. Jahrhundert, Klavier" unterstrichen wurde. Sein sechstes Album für Deutsche Grammophon mit den Partiten Nr. 1 und 3, dem Italienischen Konzert und anderen Werken von J. S. Bach erscheint im Februar 2017. Zur Aufführung von Bachs Musik stellt Blechacz fest: "Natürlich ist es sehr wichtig, viel über den Stil des Barock zu wissen, aber ich finde manchmal...dass es noch wichtiger ist, auf das eigene Herz und die eigene Intuition zu hören."

2016 zog Blechacz sich zeitweilig aus dem Konzertleben zurück, um seine Promotion im Fach Philosophie an der Nikolaus-Kopernikus-Universiät in Toruń (Polen) abzuschließen. Seine Dissertation widmet sich Aspekten von Metaphysik und Ästhetik in der Musik. "Diese Arbeit half mir, die Freiheiten und Grenzen musikalischer Interpretationen besser zu verstehen", erklärt er. Ende Januar 2017 kehrt er auf das Konzertpodium zurück, mit einem Recital mit Werken von Bach, Beethoven und Chopin, das er anfangs in Italien und anschließend auf Tournee in Deutschland, Frankreich, Belgien und den USA spielt. Später im Frühjahr ist er mit Konzerten von Beethoven und Chopin in der Schweiz, Österreich, Deutschland und Kanada zu hören, im Herbst unternimmt er eine Recital-Tournee durch Japan.

Der besondere Rang von Rafał Blechacz' Arbeit wurde 2010 mit dem Premio Internazionale "Accademia Musicale Chigiana" gewürdigt, den die Accademia Musicale Chigiana in Siena alljährlich einem überragenden Pianisten oder Geiger verleiht. 2014 erhielt er den Gilmore Artist Award, einen begehrten Preis, der alle vier Jahre vergeben wird, "nach einem strengen, vertraulichen Auswahlverfahren" in Anerkennung von "außerordentlichen pianistischen Fähigkeiten". Neben den Preisen und Auszeichnungen wurde Blechacz auch höchstes Lob von älteren Kollegen zuteil: Martha Argerich, die Gewinnerin des Chopin-Wettbewerbs 1965, nannte ihn "einen außergewöhnlichen, sehr ehrlichen und sensiblen Künstler", und für den irischen Pianisten und Pädagogen John O'Conor ist er "einer der größten Künstler, die ich je im Leben gehört habe".

1/2017