Renée Fleming | News | Der Welt abhanden gekommen - Renée Fleming singt Lieder von Brahms, Schumann und Mahler

Der Welt abhanden gekommen — Renée Fleming singt Lieder von Brahms, Schumann und Mahler

Renée Fleming
© DECCA
12.06.2019
Welchem Genre auch immer Renée Fleming sich gesanglich annimmt, eines ist sicher: Das Ergebnis strotzt vor Liebe zur Musik und vor künstlerischer Ausdrucksstärke. In den letzten Jahren hat die amerikanische Sopranistin auf Ausflügen in die Welt des Broadway und in skandinavische Klangwelten die Strahlkraft ihrer Stimme entfaltet. Das Lieder-Album krönt ihre Diskographie nun mit neuen Aufnahmen, deren künstlerische Vollkommenheit nicht zu übertreffen ist. Mit ihrer Interpretation des klassischen Liedrepertoires stellt sich Renée Fleming in eine lange Tradition und offenbart zugleich ihre ganz persönlichen Lieblingskompositionen von Robert Schumann und Johannes Brahms. Der Pianist Hartmut Höll begleitet Renée Fleming schon seit vielen Jahren an und die musikalische Verbundenheit drückt sich in den gemeinsam innig vorgetragenen und bis ins kleinste Detail ausgestalteten Aufnahmen aus.
Schumann selbst hat das Jahr 1840 als sein “Liederjahr” bezeichnet und so verwundert es nicht, dass ihn in diesem Jahr, kurz vor seiner Hochzeit mit Clara Wieck, kompositorische Sternstunden zu musikalischen Meisterwerken beflügelt haben, die Schumanns Emotionalität und Expressivität gebündelt in sich tragen. Mehr als die Hälfte seiner Sololieder sind in diesem künstlerischen Schwung entstanden, so auch die Vertonungen von acht Gedichten des französischen Lyrikers Adelbert von Chamisso, in denen die Freuden und Leiden einer liebenden Frau und Mutter thematisiert werden. Schumanns Lieder-Zyklus “Frauenliebe und Leben” op. 42 gehört zu den zentralen Werken seines Liedschaffens. Renée Fleming weckt alle Emotionen, die in den Liedern stecken, mit intensiver Klanggestaltung zum Leben und bringt die verschiedenen Gefühle so glaubwürdig zum Ausdruck, dass man den Eindruck bekommt, ihr künstlerisch direkt ins Herz blicken zu können.
Das Wiegenlied von Johannes Brahms ist seit seiner Entstehung im Juli 1868 ein zeitloser musikalischer Begleiter, der bis heute das Publikum in den Konzertsälen und die müden Kinder in den Schlafzimmern verzaubert. Die schlichte und unprätentiöse Schönheit der romantischen Lieder aus dem Brahms’schen Oeuvre hat Renée Fleming in acht Liedern wunderbar eingefangen und spinnt mit Highlights wie “Mondnacht” und “Lerchengesang” und “Du unten im Tale” starke atmosphärische Bilder, in denen sie ihre Freude an der abwechslungsreichen musikalischen Gestaltung hemmungslos ausleben kann.
Gustav Mahler hat sich Anfang des 20. Jahrhunderts von Friedrich Rückert nicht nur zu seinen ergreifenden Kindertotenliedern inspirieren lassen, sondern fünf weitere Gedichte des deutschen Lyrikers vertont, die Rückerts poetische Sprache und Mahlers komplexe Klanggestaltung verknüpfen und ihren emotionalen Gehalt mit viel Gefühl zum Ausdruck bringen. Renée Fleming hat sich Mahlers Liedern in einem Konzert mit Christian Thielemann und den Münchner Philharmoniker gewidmet, dessen Live-Mitschnitt das Lieder-Album um viele weitere Farben bereichert und die Sopranistin ganz in ihrem Element zeigt — auf der Bühne und ganz in der Musik.

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