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Unsterbliches Erbe – Zum 30. Todestag von Herbert von Karajan

Herbert von Karajan
© Siegfried Lauterwasser / DG
09.07.2019
Am 16. Juli 2019 jährt sich zum dreißigsten Mal der Todestag von Herbert von Karajan. Der österreichische Stardirigent zählt zu den bedeutendsten Musikerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Kaum jemand hat die Idee des Dirigentenberufs so nachhaltig geprägt wie dieser Vollblutkünstler, der mit seinen ikonischen Auftritten am Pult, seiner musikalischen Perfektion und seiner leidenschaftlichen Intensität schon zu Lebzeiten Kultstatus genoss. Wie musikalische Wegbegleiter zu berichten wissen, reichte seine Respekt und Bewunderung hervorrufende Wirkung bis in den Alltag hinein. Die von Karajan früh geförderte Geigerin Anne-Sophie Mutter hat einmal im Scherz bemerkt, dass er selbst noch beim Salatessen charismatisch sein konnte. Seine formstrenge Eleganz trug ihm aber auch den Vorwurf einer gewissen Unnahbarkeit ein.

Universalgenie Karajan

Vertraute des Dirigenten haben demgegenüber zu bedenken gegeben, dass er ein scheuer Charakter war, der sich schützen musste. Karajan, der am 5. April 1908 als Spross einer gutbürgerlichen Familie in Salzburg zur Welt kam, lebte die empfindsame Seite seines Wesens in der Musik aus, der er sich mit ganzem Herzen hingab. Unermüdlich probte er, gab Konzerte, ging ins Studio, nahm Platten oder CDs auf oder führte Bildregie bei den  zahlreichen Filmaufzeichnungen über sein Schaffen. Seine Energie schien unerschöpflich. Auf dem Zenit seines Erfolges lenkte der “Generalmusikdirektor Europas”, wie er im Scherz genannt wurde, die Geschicke von vier Schlüsselinstitutionen der internationalen Klassikkultur: die Berliner Philharmoniker, die Salzburger Festspiele, die Wiener Staatsoper und das Orchester der Mailänder Scala.  

Unsterbliche Aufnahmen

Entsprechend groß war das Loch, das sein Tod in die Musikwelt riss. Karajan starb am 16. Juli 1989 in seinem Haus in Anif nahe der Stadt Salzburg an Herzversagen. Das öffentliche Echo auf den Tod war gewaltig. Als die Trauer sich allmählich gelegt hatte, erhob sich die Frage nach der Bedeutung von Karajans musikalischem Erbe. Damals herrschte noch Unsicherheit darüber, ob ein Dirigent sich durch Ton- und Bildaufzeichnungen unsterblich machen kann. Heute, dreißig Jahre nach seinem Tod, wissen wir, dass Karajans Erbe lebt. Seine Aufnahmen haben den Test der Zeit bestanden. Mehr denn je fühlen sich Musikliebhaber auf der ganzen Welt und aus allen Generationen von seiner einzigartigen Interpretationskunst angezogen. Die seltsam magische Melange aus romantischer Leidenschaft und klanglicher Perfektion übt auch im 21. Jahrhundert unverminderte Anziehungskraft aus.
Zuletzt ist die audiophile Hochwertigkeit seiner Aufnahmen verstärkt ins Blickfeld gerückt. Herbert von Karajan war ein Technikfreak der ersten Stunde. Er nahm leidenschaftlich Anteil an Neuerungen auf dem Feld der Aufnahmetechnik. Entsprechend differenziert klingen seine Einspielungen, die mit den neuesten Methoden des Remasterings auf ein noch höheres Niveau gehoben werden können. Umso erfreulicher ist es, dass jetzt zwei legendäre Sinfonien-Zyklen des Dirigenten in audiophilen Neueditionen greifbar sind. Seine mit den Berliner Philharmonikern verwirklichten Alben "Tchaikovksy — The Symphonies” und "Bruckner: The Symphonies” untermauern einmal mehr die Unsterblichkeit von Karajans musikalischem Vermächtnis.

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