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Yannick Nézet-Séguin, Ravel, Debussy, Prokofiev
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Yannick Nézet-Séguin Biografie

Yannick Nézet-Séguin, Biografie

"Yannick Nézet-Séguin, designierter Musikdirektor der Metropolitan Opera, leitete eine herrliche Aufführung von Wagners Parsifal. Er stellte seine Kunst unter Beweis und seine Fähigkeit, das Beste aus dem Orchester und dem Chor des Hauses herauszuholen, und gab damit einen sehr guten Ausblick auf die Zukunft." The New York Times, 6. Februar 2018

Der aus Montreal stammende Yannick Nézet-Séguin erhielt zu Beginn der Spielzeit 2017/18 den Übergangstitel "Designierter Musikdirektor" der Metropolitan Opera in New York und wird im September 2018, zwei Jahre früher als ursprünglich geplant, der dritte Musikdirektor des Hauses. Diese Spielzeit ist zugleich seine zehnte und letzte als Musikdirektor des Philharmonischen Orchesters Rotterdam. Sie schließt mit den Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Orchesters in Rotterdam im Juni und einer Tournee im Sommer zu den führenden europäischen Festspielen. Danach setzt er seine Arbeit mit dem Orchester als Ehrendirigent fort. Er behält sein Amt als Musikdirektor des Philadelphia Orchestra, das er seit 2012 innehat, und bleibt Künstlerischer Direktor und Chefdirigent des Orchestre Métropolitain (Montreal), wo er seit 2000 tätig ist.

Yannick Nézet-Séguin studierte Klavier, Dirigieren, Komposition und Kammermusik am Conservatoire de musique du Québec in Montreal sowie Chorleitung am Westminster Choir College in Princeton, New Jersey, bevor er seine Studien bei renommierten Dirigenten fortsetzte, insbesondere beim italienischen Maestro Carlo Maria Giulini. Als er 2004 erstmals in Europa auftrat, hatte er bereits sein eigenes professionelles Orchester und Vokalensemble, La Chapelle de Montréal, gegründet und dirigierte alle großen kanadischen Ensembles.

2008 wurde er zum Ersten Gastdirigenten des London Philharmonic Orchestra ernannt und hatte dieses Amt bis 2014 inne. Im folgenden Jahr gab er mit dem Scottish Chamber Orchestra sein Debüt bei den BBC Proms, wo er erneut 2010 und 2013 mit dem Philharmonischen Orchester Rotterdam auftrat. 2013 wurde er für drei Jahre als ständiger Gastkünstler an das Konzerthaus Dortmund verpflichtet.

Seine ersten Konzerte als Musikdirektor des Philadelphia Orchestra, darunter Verdis Requiem bei seinem Debüt in der Carnegie Hall, erhielten enthusiastische Kritiken. Neben den regulären Abonnements- und Tourneekonzerten leitet er jedes Jahr drei Konzerte in der Carnegie Hall. Er hat jetzt seinen Vertrag mit dem Orchester mindestens bis zur Spielzeit 2025/26 verlängert und damit auch die Beziehung zu seinen Musikern, die weltweit Anerkennung gefunden hat. Gemeinsam sind sie zurzeit besonders mit Veranstaltungen anlässlich des 100. Geburtstags von Leonard Bernstein befasst, in dessen Zeichen die ganze Saison 2017/18 steht. Im März führen sie mit Jean-Yves Thibaudet als Solist Bernsteins Symphonie Nr. 2 für Klavier und Orchester auf, und im Monat darauf sind sie mit den Chichester Psalms in Philadelphia und in der Carnegie Hall zu hören. Künftige Höhepunkte sind darüber hinaus Konzerte mit der Pianistin Hélène Grimaud und eine halbszenische Produktion von Tosca (beides im Mai 2018).

Nézet-Séguin ist gleichermaßen im Konzertsaal wie im Opernhaus zu Hause. Sein Debüt bei den Salzburger Festspielen gab er 2008 mit einer Neuproduktion von Roméo et Juliette. 2010 kehrte er für die Mozartwoche nach Salzburg zurück, 2010 und 2011 für Don Giovanni bei den Sommerfestspielen, 2015 für Konzerte mit den Wiener Philharmonikern und 2016 für Haydns Die Schöpfung mit dem Chamber Orchestra of Europe. An der Mailänder Scala trat er 2011 das erste Mal auf, darüber hinaus hat er am Royal Opera House, Covent Garden, an der Wiener Staatsoper und der Nederlandse Opera dirigiert und im Baden-Badener Festspielhaus eine höchst erfolgreiche Reihe von Mozart-Opern mit dem Chamber Orchestra of Europe etabliert.

Nach seinem Debüt an der Metropolitan Opera im Jahr 2009 mit einer gefeierten Produktion von Carmen kehrte er in jeder Spielzeit zurück, um Aufführungen von Don Carlo, Faust, La traviata, Rusalka und Otello zu leiten. In der Spielzeit 2016/17 dirigierte er die Wiederaufnahme von Der fliegende Holländer, seiner ersten Wagner-Oper an diesem Haus. Seine zweite, Parsifal, hatte unter großem Beifall im Februar 2018 Premiere. Im März dirigiert er dort Aufführungen von Elektra in der Inszenierung von Patrice Chéreau. Im Juni 2016 wurde er zum neuen Musikdirektor der Met ernannt, in der kommenden Spielzeit wird er dieses Amt voll übernehmen.

Zu seinen Verpflichtungen außerhalb der USA gehörten in der laufenden Spielzeit bereits Brahms’ Ein deutsches Requiem mit den Berliner Philharmonikern und die gefeierte erste Europatournee des Orchestre Métropolitain mit Konzerten in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich. Künftige Höhepunkte sind unter anderem im Rahmen der Feiern zum 100-jährigen Bestehen der Rotterdamer Philharmoniker Aufführungen von Mahlers Symphonie Nr. 8 im März, eine Europatournee mit der Pianistin Yuja Wang im April, zwei Galakonzerte mit dem Mezzostar Joyce DiDonato im Juni und eine Abschiedstournee zu den Festspielen im Sommer. Im Juli dirigiert Nézet-Séguin konzertante Aufführungen der Zauberflöte in Baden-Baden mit Rolando Villazón und dem Chamber Orchestra of Europe.

Im Sommer 2012 begann Yannick Nézet-Séguin eine langfristige Partnerschaft mit Deutsche Grammophon, als er einen großen neuen Zyklus mit Aufnahmen der sieben reifen Mozart-Opern startete. Die Aufführungen werden in Baden-Baden aufgenommen, die führende Tenorpartie jeder Oper singt Rolando Villazón. Bisher erschienen Don Giovanni ("ausdrücklich empfohlen" – BBC Music Magazine), Così fan tutte ("Der vorzügliche junge Dirigent Yannick Nézet-Séguin gestaltet eine dynamische, nuancierte und wunderbar natürliche Aufführung" –  The New York Times), Die Entführung aus dem Serail mit Anna Prohaska ("Was die Aufnahme wirklich erstklassig macht, ist zweifellos die Qualität von Yannick Nézet-Séguins Dirigieren" – The Daily Telegraph) und, für einen Grammy nominiert, Le nozze di Figaro ("Nézet-Séguin verlangt bemerkenswert virtuoses Spiel vom Chamber Orchestra of Europe und enthüllt die Details in Mozarts Partitur mit unvergleichlicher Klarheit" – The Washington Post). Es stehen noch aus: La clemenza di Tito, die im Juli dieses Jahres erscheinen wird, Die Zauberflöte und Idomeneo.

Die ersten Orchesteraufnahmen des Dirigenten für Deutsche Grammophon erschienen im September 2013. Er dirigierte zunächst das Philadelphia Orchestra in dessen erstem Studio-Album für ein großes Label seit einer DG-Aufnahme 1997. Es enthielt Strawinskys Le Sacre du printemps sowie Bach- und Strawinsky-Arrangements von Stokowski. Das zweite Album, diesmal mit dem Philharmonischen Orchester Rotterdam, bot Tschaikowskys Symphonie Nr. 6 "Pathétique" und Romanzen aus opp. 6 und 73, bei denen der Dirigent Lisa Batiashvili auf dem Klavier begleitet. Seine DG-Aufnahme der Schumann-Symphonien mit dem Chamber Orchestra of Europe erschien 2014, ebenso Gounods Faust mit Jonas Kaufmann und dem Chor und Orchester der Metropolitan Opera bei Decca. Variationen von Rachmaninow mit dem Pianisten Daniil Trifonov und dem Philadelphia Orchestra kamen im August 2015 heraus. Nézet-Séguin arbeitete erneut mit dem Chamber Orchestra of Europe bei der Aufnahme sämtlicher Symphonien von Mendelssohn in der Philharmonie de Paris – das drei CDs umfassende Album erschien im Juni 2017 ("Nézet-Séguins fantasievolle, hervorragend gespielte Aufführungen garantieren dauerhaften Genuss" – Gramophone).

Veröffentlicht am 2. Februar 2018, bietet Visions of Prokofiev Lisa Batiashvilis Aufführungen der beiden Violinkonzerte des russischen Komponisten sowie Arrangements von drei beliebten Stücken aus dessen Bühnenwerken. Nézet-Séguin steht wiederum am Pult des Chamber Orchestra of Europe. Nach ihren gefeierten Live-Aufführungen von Leonard Bernsteins Mass hat er mit dem Philadelphia Orchestra (sowie drei Chören, einer Marschkapelle und einem großen Aufgebot an Solisten) das Werk jetzt aufgenommen. Mass erscheint im März 2018, und das gewaltige, eklektische Werk wird damit erstmals zum DG-Katalog gehören.

Yannick Nézet-Séguin erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Preise: "Künstler des Jahres" von Musical America (2016) und "Dirigent des Jahres" beim Echo Klassik-Preis 2014; Royal Philharmonic Society Award; National Arts Centre Award; Virginia Parker Prize; Prix Denise-Pelletier; und Oskar Morawetz Award. Hinzu kommen sechs Ehrendoktorwürden: von der Université du Québec à Montréal (2011), dem Curtis Institute of Music in Philadelphia (2014), dem Westminster Choir College of Rider University (2015), der McGill University in Montreal (2017), der Université de Montréal (2017) und der Penn University (2018). Er ist Companion of the Order of Canada (2012), Compagnon de l’Ordre des arts et des lettres du Québec (2015), Officier de l’Ordre national du Québec (2015) und Officer des Ordre de Montréal (2017).

3/2018