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24.02.2010

Glamourwelt und kleine Krisen

Glamourwelt und kleine Krisen Nine Soundtrack Front Ladys

Männer haben es schwer, besonders wenn sie erfolgreich und um die 40 sind und sich zwischen Frauen wie Penélope Cruz und Kate Hudson entscheiden müssen. Nein, eigentlich muss sich Guido Contini, die Hauptfigur des Musikfilms „Nine“ gar nicht festlegen, sondern sucht als Filmregisseur in der Midlife Crisis nur nach Inspiration für einen neuen, großartigen Kinoknüller. Aber das ist eben mit viel Umwegen verbunden und hat dem Broadway-Komponisten Maury Yeston die Möglichkeit gegeben, eine Reihe fesselnde Ohrwürmer zu schreiben. So wurde es bereits eines der erfolgreichsten Broadway-Musicals aller Zeiten und ist nun auch Grundlage für den Soundtrack zur Verfilmung des Plots, die Rob Marshall („Chicago“, „Die Geisha“) mit viel Tempo und Charme verwirklicht hat.

Die Connaisseure wissen sofort Bescheid. „Nine“ ist nicht nur die vergleichsweise freie Umsetzung des  erfolgreichen Musicals vom New Yorker Broadway, sondern auch eine Hommage an einen der Visionäre der Leinwandsprache. Denn bereits in den Sechzigern hatte Meister Frederico Fellini mit „Achteinhalb“ das Thema Kino im Kino fulminant umgesetzt. Rob Marshall nun knüpft daran an, lässt sich inspirieren von der Welt der Dolce Vita und macht doch einen völlig neuen Film daraus. Im Mittelpunkt steht der Regisseur Guido Contini, bravourös gespielt von Daniel Day Lewis, den die Kreativitätskrise eingeholt hat. Er liebt die Frauen, die Frauen lieben ihn, er ist erfolgreich und soll nun einen weiteren Zenith seiner Kreativität präsentieren, ist aber so mit seinem Leben beschäftigt, dass ihm letztlich ganz andere Entscheidungen abverlangt werden. Es geht um seine Selbstachtung und den Respekt seiner Umwelt gegenüber, und die fordern seine Frau (Marion Cotillard), seine Geliebte (Penélope Cruz), eine amerikanische Mode-Journalistin (Kate Hudson), seine Kostümdesignerin (Judy Dench), seine Muse (Nicole Kidman), die Verführerin seiner Jugend (Stacey Ferguson) und in den Imaginationen auch die eigene, wenn auch längst gestorbene Mutter (Sophia Loren) ein.

Rob Marshall macht aus dieser Grundkonstellation eine turbulente Komödie mit großer Geste, die vom 25. Februar 2010 an in den Deutschen Kinos zu erleben ist. Und ein wesentlicher Beitrag zum Erfolg des Musicals wie auch aller Wahrscheinlichkeit nach des Films ist die Musik, die Maury Yeston geschrieben hat. Die Leinwand-Version hat dabei einige Besonderheiten zu bieten. Denn zum einen präsentieren sich die Hauptdarstellerinnen selbst als Sängerinnen der Lieder. Darüber hinaus ist Stacey Ferguson nicht nur Guido Continis Jugendliebe, sondern auch die Frontfrau der Erfolgsband Black Eyed Peas. Ihr Song „Be Italian“ wurde bereits für einen Oscar als bester Filmsong nominiert, so wie auch das ganze Album schon auf den vorderen Plätzen der Hitparaden etwa bei den iTunes Download-Charts rangiert. Rundum also ein Ereignis, als grandiose Old-School-Komödie im Kino und als Soundtrack mit Ohrwurmqualitäten für den Heimgenuss.