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09.11.2009
111 Jahre Deutsche Grammophon

State Of The Art

111 Jahre Deutsche Grammophon, State Of The Art © Deutsche Grammophon State of the Art Buch © Deutsche Grammophon

Es ist eine Geschichte vieler großer Namen der Musik, die seit der Erfindung des Tonträgers für deren Fortentwicklung und Verbreitung gesorgt haben. Es ist aber vor allem die Geschichte von Leidenschaften und Visionen, die die Deutsche Grammophon seit ihrer Gründung voran gebracht haben. Und so ist der Titel „State Of The Art“ nicht zu hoch gegriffen, der über dem opulent und exklusiv gestalteten Bildband steht, der als Krönung der Editionen zum 111jährigen Bestehen des Labels herausgegeben wird. Es ist ein Schmuckstück jeder Klassik-Sammlung, limitiert in der Auflage und darüber hinaus ein ungemein spannender Streifzug durch die Jahrzehnte der Kulturgeschichte, die aus der klassischen Musik das gemacht haben, was sie heute ist: einer der Höhepunkte dessen, was als Kunst überhaupt möglich ist.

Als der Tüftler Emil Berliner 1887 die Schallplatte erfand und damit die Reproduktion und weiträumige Verbreitung von Musik einleitete, ahnte er vielleicht, was für eine ästhetische und künstlerische Revolution er lostrat. Gemeinsam mit seinem Bruder Joseph jedenfalls übernahm er im Dezember 1898 den Direktorenposten einer neu gegründeten, aufstrebenden Firma mit Sitz in Hannover, die mit in Amerika hergestellten hydraulischen Pressen Schellackplatten für die ebenfalls neu ins Leben gerufene Londoner Grammophone Company herstellen sollte. Das war der Starschuss für die Deutsche Grammophon, die Heimat zahlreicher einzigartiger, kreativer Künstler und zugleich das Markenzeichen für technische und interpretatorische Qualität. Die Geschichte dieses innovativen Labels und ihrer Künstler füllt nun immerhin 224 Seiten und ist in der zahlenmäßig begrenzten, zweisprachigen Buchedition „State Of the Art – Deutsche Grammophon: Die Geschichte“ jetzt schon ein Sammlerstück. Denn da kann man lesen von den vielen Schritten, die mit zunehmender Geschwindigkeit in einer Wechselwirkung von technischer Entwicklung, künstlerischer Meisterleistungen und visionärer Produzentenarbeit die klassische Musik inspiriert und für viele Menschen zugänglich gemacht haben.

So war es beispielsweise 1902 bereits eine Sensation, dass sich der berühmteste Tenor seiner Zeit, Enrico Caruso, dazu überreden ließ, zehn Arien in den Trichter des Aufnahmestudios zu schmettern. Wesentlich leichter wurde es für die Künstler dann von 1925 an, nach der Erfindung des elektroakustischen Mikrofons, das plötzlich ganz andere qualitative Maßstäbe setzte. Kurz darauf entstanden die ersten Aufnahmen von Wilhelm Furtwängler, und auch Bruno Kittel wagte umfassende Einspielungs-Projekte wie etwa von Beethovens „Missa Solemnis“, die auf elf Schlellack-Platten Platz hatte. Zügig ging es voran, hin zur ersten Magnetbandaufnahme (1946), zur Langspielplatte (1951), zur Stereo-Wiedergabe (1956), der Musikkassette (1965) und schließlich dem Aufbruch ins digitale Zeitalter, das 1982 mit Herbert von Karajans Aufnahme von Richard Strauss' „Eine Alpensymphonie“ begann.

Die Geschichte der Deutschen Grammophon ist aber vor allem auch eine Geschichte von großen Stars wie Sarah Bernhardt und Wilhelm Backhaus, Wilhelm Kempf und Claudio Arrau, Dietrich Fischer-Dieskau und Fritz Wunderlich, Martha Argerich und Vladimir Horovitz, die bis in die Gegenwart weiterreicht zu den Koryphäen unserer Tage wie Anna Netrebko, Thomas Quasthoff, Jonas Kaufmann oder auch Lang Lang. Sie alle haben ihren Platz in dem Prachtband „State Of The Art“, werden gewürdigt mit Anekdoten und Portraits, seltenen Fotos und als Teil der umfassenden Chronologie, die die Entwicklung des Labels nachvollzieht. Dazu kommen Interviews mit Produzenten und Präsidenten, die im Laufe der Jahre Repertoire und Richtung, Ideen und Vorstellungen rund um die klassischen Musik unter dem Dach der Deutschen Grammophon geprägt haben. Nicht zuletzt sind es aber auch die Künstler, die zu Wort kommen, mit ihrer originären Profession auf sechs CDs und 111 legendären Stücken aus dem Programm der immensen Archive.

Darüber hinaus fungieren sie als Laudatoren, die sich mit vielen umfassenden Statements für die Arbeit der Plattenfirma begeistern: „Die Deutsche Grammophon spielte und spielt noch immer eine Hauptrolle bei der Verbreitung der Werke des 20.Jahrhunderts“, meint da beispielsweise der Komponist und Dirigent Pierre Boulez. „Die Deutsche Grammophon verkörpert für mich – und für die gesamte Musikindustrie – eine ideale Plattform für Aufnahmen im klassischen Bereich, sie ist aber auch die Quelle zahlreicher neuer Ideen im Zusammenhang mit aktuellen Projekten“, pflichtet Dietrich Fischer-Dieskau ihm bei und frisch am Firmament erschienene Stars wie die Mezzo-Sopranistin Elīna Garanča kommen zu einem ähnlichen Urteil: „Die Deutsche Grammophon hat einfach die besten Künstler und außerdem die fähigsten Fachleute im gesamten Aufnahme-Business. Wenn du nur die Besten hast, kann das Ergebnis doch nur erstklassig sein“. So ist „State Of The Arte“ die Geschichte einer klangkulturellen Referenz und darüber hinaus einer der schönsten Bildbände seit langem, der über klassische Musik und deren Faszination veröffentlicht wurde.

Weitere Informationen über die Deutsche Grammophon finden Sie auf der 111 Jubiläumsseite bei KlassikAkzente.

Roberto Alagna gratuliert der Deutschen Grammophon zum Jubiläum: