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23.09.2009
ECM Sounds

40 Jahre ECM - Highlights Teil 6

ECM Sounds, 40 Jahre ECM - Highlights Teil 6 © ECM Records / Universal Music Logo 40 Jahre ECM (Edition of Contemporary Music) www.ecm40.de

Keith Jarrett Trio: Whisper Not

Von einer Comebackplatte im klassischen Sinne kann man kaum reden, schließlich war Keith Jarrett im öffentlichen Musikbewusstsein nie verschwunden. Trotzdem ging mit “Whisper Not” ein Aufatmen durch die Jazzgemeinde. Denn das erste Trio-Album des Pianisten nach der Genesung von dem chronischen Erschöpfungssyndrom präsentierte ein musikalisches Team, das zugleich energiegeladener und gelassener denn je sich im Juli 1999 in Paris vorstellte. Auf zwei CDs wurde das Konzert festgehalten und formulierte mit lässiger Nonchalence ein gutes Dutzend Klassiker von “Bouncing With Bud” bis “When I Fall in Love” neu aus. Keith Jarrett erweis sich als unvergleichlicher Erzähler am Instrument, seine Mitstreiter Gary Peacock und Jack DeJohnette schufen die nötigen musikalische Gegenpole, so dass ein großes Trioalbum an der Schwelle zum neuen Jazzjahrhundert entstand.

Anouar Brahem: Barzakh

Für den damals 33jährigen Oud-Spieler Anouar Brahem war “Barzakh” die Eintrittskarte zur internationalen Anerkennung. Denn das Album setzte einen Trend, der bis dato noch nicht offenkundig war. Brahem präsentierte eine ungewöhnliche Verbindung von klassischer arabischer Gestaltungstradition und zeitgenössischer Improvisation. An seiner Seite musizierten der Geiger Bechir Selmi und der Perkussionist Lassad Hosni, gemeinsam gelang ihnen die Verbindung von musikalischer Offenheit und Sprititualität, von fragiler Klangformung und Intensität. Aufgenommen 1990 im legendären Rainbow Studio in Olso nach den avanciertesten Möglichkeiten der damaligen Studio-Technik bekam die Oud einen frappierend klaren, differenzierten Klang, der in Verbindung mit Brahems Lied-Ideen ein neues Kapitel in der Wahrnehmung des traditionellen Instrumentes aufschlug.

Charles Lloyd: The Water Is Wide

Dieses Album brachte drei Generationen zusammen, den Saxophonisten Charles Lloyd und den Drummer Billy Higgins, die noch in der späten Hardbop-Ära sozialisiert worden waren, den Gitarristen John Abercrombie als Vertreter der Modernität seit den Siebzigern, den Pianisten Brad Mehldau und den Bassisten Larry Grenadier als Trendsetter der Neunziger. Sie gingen im Dezember 1999 ins Studio, um ein Dutzend Kleinodien des anspruchsvollen Standard Jazz aufzunehmen. Tatsächlich wurde “The Water Is Wide” einer der Höhepunkte des Jazzjahres 2000, weil man kaum anspruchsvollen und zugleich entspannter sich dem Erbe der amerikanischen Musikgeschichte widmen konnte.

Nils Petter Molvaer: Solid Ether

Erst kam “Khmer”, dann “Solid Ether”. Schon 1998 hatte der norwegische Trompeter Nils Petter Molvaer die Jazz- und Clubbing-Welt zugleich in Erstaunen versetzt, weil es ihm gelungen war, die beiden bis dahin divergierenden Klangsphären sinnvoll zu fusionieren. Das Projekt war aber noch nicht abgeschlossen und so erweiterte er mit “Solid Ether” über das Jahr 1999 hinweg im Studio die bisher erstellten Klangräume und Farben. An seiner Seite experimentierten unter anderem Gitarrist Eivind Aarset und DJ Strangefriut, inzwischen längst Stars der skandinavischen Musiklandschaft. Die irrlichternden Soundphantasien Molvaers verdichteten sich mehr noch als im Fall von “Khmer” zu ausladenden Streifzügen durch die akustischen Gefilde zwischen den Lagern des Ambient-geprägten Clubbings und der frei fließenden Improvisation. Irritierend schöne Musik.

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