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14.09.2009

Esa-Pekka Salonen gratuliert zu 111 Jahren Deutsche Grammophon

Salonen Sulo, Esa-Pekka Salonen gratuliert zu 111 Jahren Deutsche Grammophon © Mat Hennek / DG Esa-Pekka Salonen © Mat Hennek / DG

Meine erste Erinnerung an das Gelblabel ist eine Karajan-Aufnahme der Vierten Symphonie von Sibelius, die mein Vater eines Abends nach der Arbeit stolz mit nach Hause brachte. Ich erinnere mich nicht mehr genau an seine Worte, aber sinngemäß sagte er, diese Symphonie sei so seltsam und so schwer zu verstehen, dass er eine Aufführung auf garantiert hohem Niveau haben wolle, und deshalb habe er sich für die Deutsche Grammophon entschieden.

Seither ist die Deutsche Grammophon für mich untrennbar mit kompromissloser Qualität verbun­den. Und bis heute, einige Jahrzehnte nachdem mein Vater das Album erstanden hatte (was ungewöhnlich war, weil er normalerweise in Secondhand-Läden auf Schnäppchenjagd ging, hier aber den vollen Preis zahlte), habe ich keinen Grund gefunden, meine Meinung über die Deutsche Grammophon – ihre Hingabe an künstlerische Grundwerte gepaart mit Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber – zu ändern.

Wenn ich an das Label denke, kommen mir natürlich die legendären Aufnahmen von Karajan und Böhm in den Sinn (Karajans Einspielung von Bruckners Siebter ist immer noch meine Lieblings­aufnahme dieses Werks, und Böhms live aufgenommener Tristan aus Bayreuth von 1966 ist unübertroffen), aber ich erinnere mich auch an die Aufregung, als die Stockhausen-Aufnahmen herauskamen. Das war ein bedeutendes kulturelles Ereignis, und das Label hat in seinem Engage­ment für die Neue Musik seither nicht nachgelassen.

Ich bin jetzt seit drei Jahrzehnten Musiker, Interpret und Komponist, und ich dachte eigentlich, dass ich nur noch wenige unerfüllte Träume hätte, aber als ich zum ersten Mal ein Album der Deutschen Grammophon mit eigenen Werken in den Händen hielt, war es doch ein besonderes Gefühl, wie ein persönlicher Meilenstein. Meine Kompositionen neben denen der alten Meister bei einem Label wiederzufinden, das nur das Beste akzeptiert, ist ein enormes Privileg, das mich mit Ehrfurcht erfüllt und fast ein wenig ängstigt.

Mehr Informationen zum Jubiläum finden Sie auf der 111 Jahre Deutsche Grammophon Website.