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15.07.2009

Der Sound von Harry Potter

Nicholas Hooper, Der Sound von Harry Potter Harry Potter und der Halbblutprinz Szenenbild © WARNER BROS. PICTURES

Am 16.Juli ist es soweit. „Harry Potter und der Halbblut-Prinz“, die sechste Folge der Zauberschulen-Saga, wird die Kino-Welt in Atem halten. Diesmal gilt es nichts weniger als die Welt zu retten und der Junge mit der Nickelbrille hat alle Hände voll zu tun, um Lord Voldemort und dessen Helfer in die Knie zu zwingen. Regisseur David Yates hat dafür wieder sein bewährtes Team um Hauptdarsteller Daniel Radcliffe ins Rennen geschickt. Und er hat erneut mit Nicholas Hooper zusammengearbeitet, der sich einmal mehr als Filmkomponist selbst übertrifft.

Eine Kino-Saga wie die von Harry Potter mit der richtigen Musik zu versorgen, ist durchaus eine Aufgabe. Für die ersten drei Folgen übernahm das Altmeister John Williams, der unter anderem durch seine Zusammenarbeit mit Steven Spielberg zu einem der renommiertesten Filmkomponisten der Geschichte avancierte, diese Aufgabe. Für Teil vier stand ein Wechsel an, denn für „Harry Potter und der Feuerkelch“ wurde der Schotte Patrick Doyle ins Boot geholt. Seit Teil fünf „Harry Potter und der Orden des Phönix“ schließlich ist der Brite Nicholas Hooper mit von der Partie. Grund dafür ist Regisseur David Yates, der mit Hooper bereits bei früheren Projekten erfolgreich kooperierte und an dieses Team nun anschließen wollte.

Und er ist begeistert. „Nick sagt, ich würde ihn mehr unter Druck setzten als alle anderen Regisseure, mit denen er bereits gearbeitet hat“, meint Yates in einem Geleitwort zum Soundtrack von „Harry Potter und der Halbblut-Prinz“ und ergänzt: „aber ich setzte ihn nicht annähend so sehr unter Druck wie er sich selbst. Er schreibt und korrigiert andauernd. Er hat weit mehr Stücke geschrieben, als jemals im 'Halbblut-Prinzen' hätten verwendet werden können. In seinem Herzen ist er ruhelos und so gepolt, keinen Stein auf dem anderen zu lassen, bis er sich sicher ist, den Film erforscht und die Musik so zu gestaltet zu haben, dass sie die Bilder bestmöglich unterstützt“.

Tatsächlich ist der Soundtrack zu dem Blockbuster „Harry Potter und der Halbblut-Prinz“ ein rundum ungewöhnliches Klanggebilde. Denn auf der einen Seite beherrscht Hooper sein Handwerk und übernimmt an den passenden Stellen Anregungen aus zwei Jahrhunderten Musikgeschichte. Mal meint man Dvorak zu hören, dann wieder Mahler, ein wenig Glass und in Stücken wie „In Noctem“ sogar eine Prise Carl Orff. „Ziel dieser CD ist es, durch das Medium der Musik einen kleinen Eindruck von dem Film zu geben, und außerdem davon, wie er entstanden ist“, sagt der Komponist selbst in den Liner Notes. Nicholas Hoopers Sinn für Dramatik ist dabei faszinierend vielschichtig. Denn selbst wenn Pathos gefragt ist und Voldemorts Schergen sogar die Welt der Muggels mit ihrem Schrecken zu überziehen drohen, fehlt es der Musik nicht an Transparenz und Brillanz. Hier hat einer komponiert, der eng in den Produktionsprozess und in die Handlung des Filmes einbezogen wurde, der aber darüber hinaus genügend eigene Imaginationskraft hat, starke musikalische Bilder zu kreieren. Womöglich hat ein neuer Morricone ein Meisterstück geschaffen.

Mehr Informationen zum Film gibt es unter http://harrypotter.warnerbros.com