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02.02.2005
Venice Baroque Orchestra

Biografie

Das Venice Baroque Orchestra wurde 1997 von dem Cembalisten Andrea Marcon ins Leben gerufen. Er selbst gehörte damals bereits zu den führenden Barock-Instrumentalisten. Geboren in Treviso, ausgebildet unter anderem an der Schola Cantorum in Basel von Luigi Ferdinando Tagliavini, Hans van Nieuwkoop, Jesper Christensen, Harald Vogel und Ton Koopman arbeitete er nach seinem Abschluss zunächst von 1983 bis 1997 in seiner Heimatstadt bei dem historisch orientierten Ensemble Sonatori de la Gioiosa Marca. Marcon rief während dieser Jahre das Festival "Città di Treviso" ins Leben und kümmerte sich außerdem um die sorgfältige Restaurierung mehrerer in der Stadt existierender Orgeln. Zu seinen Auszeichnungen der frühen Jahre gehören unter anderem der erste Preis als Organist beim Innsbruck Festival (1986) und der erste Preis beim Cembalo-Wettbewerb in Bologna 1991.

1997 gründete Marcon das Venice Baroque Orchestra mit einigen der besten Musikern Italiens als Forum für bekannte, aber vor allem noch nicht aufgeführte Musik seiner Heimat. Nach mehreren Tournee durch Europa und Japan zur Einstimmung führte das Ensemble mit Francesco Cavallis Oper "L'Orione" (1998) das erste wiederentdeckte Werk des Barocks auf. Im Jahr 2000 folgte dann die erste vollständige Vorstellung der Gegenwart von Händels "Siroe". Die Kompetenz des Ensembles sprach sich schnell herum, und so wurde das Venice Baroque Orchestra im August 2001 nach New York ans Lincoln Center eingeladen. Außerdem dirigierte Marcon die zeitgenössische Premiere von Cimarosas "L'Olimpiade" in Venedig am Teatro Malibran.

Die folgende Spielzeit war bestimmt von ausgiebigen Konzertreisen. Das Venice Baroque Orchestra gastierte unter anderem in New York, Tokio, Florenz, Mailand, München, Paris, Berlin, Frankfurt, Genf, Montpellier, Amsterdam, Copen­hagen, Aldeburgh und London. Im August 2002 machten Marcon und sein Ensemble Station bei den BBC Proms in der Londoner Albert Hall. Daraufhin kam es zu einer hochgelobten Amerika-Tournee mit 20 Konzerten und mehreren weiteren Projekten unter anderem zusammen mit der Mezzo-Sporanistin Angelika Kirchschlager. Die Saison 2003/4 führte Marcon und sein Orchester zum Lucerne Festival aber auch in die ganze Welt bis nach São Paulo und Istanbul. Mit Händels "Siroe" waren sie in in Paris, Hamburg und Metz, im Rahmen einer US-Tournee in der Los Angeles Walt Disney Hall in Berkeley und an der Brooklyn Academy of Music zu Gast. Marcon selbst trat wieder vermehrt solistisch in Erscheinung, spielte Orgelprogramme in Mailand, Dresden und Seoul und dirigierte außerdem Händels "Ariodante" an der Frankfurter Oper in einer Produktion von Achim Freyer.

Im Januar 2004 unterzeichnete das Venice Baroque Orchestra einen Exklusiv-Vertrag mit der Archiv Produktion. Sein erstes Album wurde die Serenade "Andromeda Liberata" von Antonio Vivalidi, die der französische Musikwissenschaftler Olivier Fourés im April 2002 im Archiv des Conservatorio Benedetto Marcello als Handschrift entdeckt hatte und die das Venice Baroque Orchestra mit ausgezeichneten Solisten wie Simone Kermes in der Titelrolle und Max Emanuel Cencic als Perseus verwirklichte. Das Stück wurde daraufhin unter anderem zur Eröffnung des Venice Music Festivals und in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt. Darauf folgten die "Concerto Veneciano" (2005) mit dem Geiger Giuliano Carmignola, die sich zwei zu Unrecht weniger bekannten Konzerten Antonio Vivaldis (1678-1741) und jeweils einem Pendant von dessen Zeitgenossen Pietro Antonio Locatelli (1695-1764) und Giuseppe Tartini (1692-1770) widmeten.

6/2005