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20.02.2008
Esa-Pekka Salonen

Biografie

Esa-Pekka Salonen wurde am 30.Juni 1958 in Helsinki geboren. Im Jahr 1973 trat er in die Musikakademie Jean Sibelius ein und wurde zunächst bis 1977 als Hornist ausgebildet. Vielseitig interessiert, setzte er jedoch sein Studium fort und belegte Seminare bei Einojuhani Rautavaara in Komposition und Jorma Panula in Orchesterleitung. Anno 1979 wagte er sein Debüt als Dirigent mit dem Finnischen Radio-Sinfonie-Orchester, studierte aber weiter bei Franco Donatoni und Niccolo Castiglioni in Mailand (1980). Im folgenden Jahr ließen ihn das Helsinki Philharmonic Orchestra und das Oslo Philharmonic Orchestra ans Pult. Seitdem gehört Salonen zu den wichtigsten Dirigenten der skandinavischen Szene und durfte sich außerdem mit Alban Bergs "Wozeck" an der Stockholmer Oper auch als Operndirigent bewähren.

Seit Mitte der Achtziger brachten die Engagements Esa-Pekka Salonen auch vermehrt aus seiner skandinavischen Heimat heraus. Mit dem Debüt beim Philharmonia Orchestra London 1983 begann seine internationale Karriere, die ihn bereits im folgenden Jahr in die Vereinigten Staaten führte. Er gab seinen Einstand beim Los Angeles Philharmonic Orchestra und wurde außerdem zum "Principal Guest Conductor" beim Philharmonia Orchestra ernannt, eine Position, die er bis 1989 bekleidete. Im Jahr 1985 wurde er zum Chefdirigent des Schwedischen Radio-Sinfonie-Orchesters befördert (bis 1995). von 1985 bis 1994 war er außerdem Gastdirigent der Londoner Philharmonie. 1989 fungierte er als Musikdirektor des Los Angeles Philharmonic Orchestra und von an als 1992 Musikalischer Leiter des Los Angeles Philharmonic Orchestra. Er arbeitete als Principal Guest Conductor der Osloer Philharmoniker, als künstlerischer Berater des New Stockholm Chamber Orchestra und der Gastdirigent bei bedeutenden Orchestern in aller Welt. Salonen gewann 1986 seinen ersten Grammy zusammen mit Witold Lutoslavski für dessen "Symphony No.3". Im Jahr 1995 wurde ihm der Music Awards der Royal Philharmonic Society, 1996 ein Grammy für sein Dirigat von Bartóks drei Klavierkonzerten mit Yefim Bronfman als Solist überreicht. Im Januar 2001 folgte der Vierteljahrespreis der deutschen Schallplattenkritik für Luigi Nonos "Cor di Didione" zusammen mit Gidon Kremer.

Salonen ist neben seiner Tätigkeit am Orchesterpult auch als produktiver zeitgenössischer Komponist bekannt. Seine Komposition "Floof" gewann 1992 in Paris den ersten Preis im UNESCO-Wettbewerb "Annual Rostrum of Composers". Er zeichnete sich für zahlreiche Uraufführungen verantwortlich wie etwa Pär Lindgrens "Slagverkskonsert" (1991) und "Oaijé: Lines And Figruations" (1993), Kaija Saariahos "Grammaire des rêves" (1989), Jan Sandströms "Små klanger; en røst" (1991) und Robert Saxtons "The Circle Of the Light" (1991). Zu den spektakulärsten Momenten seiner eigenen Karriere gehörte im Oktober 2003 die Eröffnung der lang erwarteten Walt Disney Concert Hall in Los Angeles mit dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, für die er eigens mit der Kreation eines passenden Werkes beauftragt worden war. "Wing On Wing" wurde ein großer gefeierter Erfolg, denn die knapp halbstündige Orchesterfantasie mit Sopranstimme passte perfekt sowohl in den Rahmen des neuen Konzerthauses als auch der filmmusikalisch dramatischen Tradition, die mit den Werken des Namensgebers des Gebäudes zusammen hing.

Im selben Jahr machte Salonen noch einen weiteren wichtigen Schritt nach vorne. Er unterschrieb einen Exklusivvertrag mit der Deutschen Grammophon, die sich verpflichtete, seine Werke und Dirigate entsprechend zu featuren. Den ersten Auftritt unter dem neuen Signum hatte er 2004 zusammen mit der Pianistin Hélène Grimaud, deren hochgelobtes Album "Credo" er für die Orchesterpassagen betreute. Mit "Wing On Wing" präsentierte er sich als Interpret seiner eigenen Werke, allerdings nicht mit den Kollegen aus Los Angeles, sondern mit dem Finish Radio Symphony Orchestra. Dazu gesellte er noch die beiden Ensemblewerke "Foreign Bodies" (2001) und "Insomnia" (2002) auf und kreierte damit ein ausgewogenes Selbstportrait eines emphatischen, im Kern spätromantischen Komponisten, der zu den profiliertesten Klangkünstlern seiner Generation gehört.

6/2005