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14.09.2007
Manfred Eicher

Biografie Manfred Eicher

Von Anfang an verstand sich Eicher als recording producer, der das künstlerische Geschehen im Studio aktiv mitgestaltet. Seine Aufnahmen mit Musikern wie Keith Jarrett, Jan Garbarek, Chick Corea, Dave Holland, Egberto Gismonti, Paul Bley, Pat Metheny, Dino Saluzzi, John Surman, Ralph Towner, Terje Rypdal, Bobo Stenson, dem Art Ensemble of Chicago und anderen setzten auch klangästhetisch Maßstäbe. Schon in den siebziger Jahren avancierte ECM zu einem der wichtigsten Schallplattenverlage im Jazz.

1984 erschien mit Arvo Pärts Tabula Rasa die erste Veröffentlichung der Reihe ECM New Series, die sich der notierten Musik widmet. Seither entstanden Aufnahmen mit Kompositionen von György Kurtág, Alfred Schnittke, Heinz Holliger, Steve Reich, Meredith Monk, Erkki-Sven Tüür, Heiner Goebbels, Eleni Karaindrou, Giya Kancheli, Tigran Mansurian, Valentin Silvestrov und anderen. Unter den Interpreten und Autoren der New Series sind insbesondere zu nennen: Kim Kashkashian, Thomas Zehetmair, das Hilliard Ensemble, Gidon Kremer, Thomas Demenga, András Schiff, Heinz Holliger, das Keller Quartett, das Rosamunde Quartett, Herbert Henck, Leonidas Kavakos, Dennis Russell Davies, Christoph Poppen, Bruno Ganz und Jean-Luc Godard.

1990 drehte Eicher zusammen mit Heinz Bütler den Film Holozän nach einer Erzählung von Max Frisch, der beim Filmfestival Locarno mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde. Manfred Eichers weitere Filmarbeit umfasst die musikalische Produktion bzw. Konzeption für Filme von Jean-Luc Godard (Nouvelle Vague, Allemagne Neuf Zéro, Hélas Pour Moi, JLG, Forever Mozart, Histoire(s) du Cinéma, The Old Place, Eloge de l'Amour, Notre musique), Theo Angelopoulos (Der Bienenzüchter, Landschaft im Nebel, Der schwebende Schritt des Storches, Der Blick des Odysseus, Die Ewigkeit und ein Tag, The Weeping Meadow), für Xavier Kollers Oscar-prämierten Film Reise der Hoffnung, für Bella Martha von Sandra Nettelbeck und für den Dokumentarfilm War Photographer von Christian Frei mit James Nachtwey. Aus der Zusammenarbeit mit Jean-Luc Godard ging die mehrbändige Dokumentation der kompletten Tonspur sowie des gesamten Textes der Histoire(s) du Cinéma hervor, die mit dem "Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik" ausgezeichnet wurde.

Herausragende ECM-Produktionen wurden unter anderem mit dem "Grand Prix du Disque" (Frankreich), dem "Edison Award" (Niederlande), dem "Grammy Award" (USA), dem "Academy Award" (Japan) und dem "Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik" gewürdigt. 1999 ehrten die amerikanischen Musikzeitschriften Down Beat, High Fidelity Magazine und Musician Magazine Manfred Eicher als "Producer of the Year".

Manfred Eicher wurden zahlreiche Auszeichnungen zuteil. So erhielt er 1986 den "Ehrenpreis der deutschen Schallplattenkritik", 1998 den "Musikpreis der Landeshauptstadt München". Die Universität Brighton verlieh ihm im Jahre 2000 ein Ehrendotktorat "in recognition of his outstanding contribution to the development of contemporary music". 2002 wurde Eicher als "Best Classical Producer of the Year" mit einem Grammy ausgezeichnet. Im Januar 2005 wurde Eicher der "Kulturelle Ehrenpreis der Stadt München" verliehen.