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17.09.2005
Barbara Bonney

Biografie

Barbara Bonney ist eine der führenden lyrischen Sopranistinnen ihrer Generation. Das liegt an ihrem klaren, strahlende Ton, ihrem Interpretationsvermögen und der stilistische Vielfalt innerhalb eines Repertoires, das vom Barock bis zum 20. Jahrhundert reicht. Ihre warmherzige Persönlichkeit, die wohl überlegte Gestaltung ihrer Konzertprogramme und die seltene Gabe, Nuancen eines poetischen Texts über die eigene Persönlichkeit und den individuellen Ausdruck vermitteln zu können, kommen am besten bei den Liederabenden zum Ausdruck, die einen wichtigen Bestandteil ihrer künstlerischen Laufbahn darstellen. Zudem hat Bonney es sich zur Aufgabe gemacht, die Gesangsliteratur und das Präsentationsform des Recitals künftigen Generationen zu vermitteln und beschäftigt sich daher intensiv mit pädagogischer Arbeit etwa in Form von Meisterklassen für junge Sänger.

Barbara Bonney wurde am 14. April 1956 in Montclair, New Jersey, geboren. Sie erhielt ersten Klavierunterricht im Alter von fünf Jahren, wechselte dann mit acht zum Cello. 1969 zog ihre Familie nach Maine und die Teenagerin wurde Mitglied im Portland Symphony Youth Orchestra.  Ein Austauschaufenthalt in Salzburg, der eigentlich dazu gedacht war, die Deutschkennnisse der jungen Studentin zu verbessern, führte dazu, dass ihr Talent als Sopranistin entdeckt wurde, sie am Mozarteum ihre Gesangsausbildung begann und nach Auftritten mit verschiedenen Chören 1979 ein Engagement vom Stadttheater Darmstadt angeboten bekam. Dort blieb sie für die kommenden vier Jahre, debütierte dort als Anna in Nicolais "Die lustigen Weiber von Winsor" und war in fast jeder Produktion dabei, wodurch sie in kurzer Zeit rund 40 verschiedenen Rollen lernte. 1983 wechselte sie für ein Jahr an die Frankfurter Oper, bevor sie 1984 mit ihrem Rollendebüt als Sophie ("Rosenkavalier") unter der Leitung von Carlos Kleiber während der Münchner Opernfestspiele für Furore sorgte. Im selben Jahr sang sie diese Rolle außerdem an der Londoner Covent Garden Opera unter der Leitung von Sir Georg Solti.

Von da an ging es in großen Schritten voran. Bonney wurden von den wichtigen Opernhäusern eingeladen und gastierte der Reihe nach an der Scala als Pamina ("Die Zauberflöte", 1985) unter der Leitung von Wolfgang Sawallisch, an der Wiener Staatsoper als Sophie im "Rosenkavalier" (1987), der Metropolitan Opera als Najade in "Ariadne auf Naxos" (1988) unter der Ägide von James Levine und der Chicago Lyric Opera als Adele ("Die Fledermaus", 1989). 1996 wurde Barbara Bonney von der Decca exklusiv zunächst für fünf Recitals unter Vertrag genommen. Die erste CD dieser Reihe - Lieder von Robert und Clara Schumann mit Vladimir Ashkenazy - wurde von der internationalen Kritik begeistert aufgenommen. Die Zeitschrift Diapason zum Beispiel verlieh der Aufnahme den Diapason d'Or und schrieb über Bonneys Stimme: "Es ist das Licht, die exzeptionelle Spiritualität ihres Timbres und ihrer Vision, die Qualität des reinen Klangs, was sie ausstrahlt".

1998 wurde als zweites Programm eine Sammlung amerikanischer Songs aus dem 20. Jahrhundert mit André Previn am Klavier veröffentlicht. Im Februar 1999 erschien eine Auswahl von Strauss-Liedern mit Malcolm Martineau am Klvier, darunter die selten gehörte Klavierversion der "Vier Letzten Lieder", und im selben Jahr zeichnete sie mit Andreas Scholl Pergolesis "Stabat Mater" in einer beeindruckend emotionalen Interpretation auf und kehrte als Alphise in Rameaus "Les Boréades" nach Salzburg zurück. Anno 2000 widmete sich Barbara Bonney vor allem dem Lied, ging auf eine Europa-Tournee mit dem Oslo Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Mariss Jansons und dem Concertgebouw Orchester mit Riccardo Chailly. Sie war bei der Salzburger Mozartwoche, in Tanglewood und der New Yorker Carnegie Hall zu Gast und bekam im Mai des Jahres die Ehrendoktorwürde der University of New Hampshire verliehen.

Die Zusammenarbeit mit Andreas Scholl erwies sich als ausgesprochen harmonisch und so gingen die beiden 2001 gemeinsam auf Tournee. Konzertengagements führten Bonney außerdem zu den Londoner "Proms", zum Boston Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra unter der Leitung von Franz Welser-Möst und vor allem zu einer hochgelobten Aufführung von Beethovens neunter Sinfonie unter der Ägide von Simon Rattle in Tokio. Ihren Salzburger Anfängen blieb sie weiterhin treu durch Gastspiele als Pamina ("Die Zauberflöte", 2002) bei den Salzburger Festspielen und einen Auftritt 2004 in "King Arthur" von Henry Purcell unter der Leitung von Nikolaus Harnoncourt.

6/2005