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01.04.2009

Kurz gemeldet

Kurz gemeldet Ingo Metzmacher © Mathias Bothor

Viele reden von der Krise, einige allerdings nicht. Denn den Lichtspielhäusern geht es besser denn je. Die weltweiten Einnahmen an den Kinokassen haben im Jahr 2008 ein neues Rekordniveau erreicht.  Nach Angaben der Motion Picture Association of America (MPAA) haben Cineasten im vorigen Jahr 28,1 Milliarden Dollar für Kinokarten ausgegeben, ein Anstieg von immerhin 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vorreiter sind nicht einmal die Amerikaner selbst. Denn mit 18,3 Milliarden Dollar machte die Ausbeute an ausländischen Kinokassen insgesamt rund 65 Prozent des weltweiten Verdienstes aus. In Zahlen übersetzt sind während der vergangenen fünf Jahre damit die Einnahmen aus diesem Bereich um 17  Prozent gestiegen.

+++ „Doktor Schiwago" war ein Welthit. Und auch „Lawrence von Arabien" und der „Club der toten Dichter" betörten Millionen. Stellt man eine Liste mit berühmten Filmen zusammen, für die Maurice Jarre die Soundtracks geschrieben hat, dann füllt man schnell ganze Seiten. Denn der 1924 in Lyon geborene Filmkomponist (und übrigens Vater des Electronic-Pioniers Jean-Michel Jarre) prägte mit seiner Tonsprache eine ganze Generation von Nachfolgern. Er arbeitete unter anderem für Alfred Hitchcock, Luchino Visconti und Volker Schöndorf („Die Blechtrommel") und war erst vor wenigen Wochen in Berlin mit dem „Ehrenbären" der Berlinale ausgezeichnet worden. Maurice Jarre starb in der Nacht zum Sonntag im Alter von 84 Jahren in Los Angeles.

+++ Es geht ein scharfer Wind durch die Berliner Kulturlandschaft. Denn so manch einer mag sich den ewigen Sparzwängen nicht mehr fügen. Der Dirigent Ingo Metzmacher hat angekündigt, wegen mangelnder Finanzmittel seinen Vertrag mit dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin nicht über das Jahr 2010 hinaus zu verlängern. Derzeit habe er gerade mal Geld für die Bezahlung von 103 Musikern, bei einer Sollstärke des international renommierten Ensembles von 114 Musikern. Außerdem sei der frisch vorgestellte Finanzplan für die kommenden Jahre mindestens ebenso inakzeptabel, und so habe er sich entschlossen zu gehen. Ähnliches hört man von Claus Peymann. Der 71-jährige Regisseur und Intendant des Berliner Ensembles drohte zwar bislang nur mit seinem Weggang aus Berlin aufgrund der fehlenden Subventionen für sein Haus. Aber wer Peymann kennt, der weiß, dass so eine Drohung sehr schnell Wirklichkeit werden kann.