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18.03.2009
Schöne Stimmen

Ein barockes Dreamteam

Rolando Villazón, Ein barockes Dreamteam Rolando Villazon © Felix Broede / DG Rolando Villazon © Felix Broede / DG

Es ist soweit! Seit Wochen schon wartet die Musikwelt auf den Erscheinungstag des neuen Albums von Rolando Villazón. Denn der mexikanische Startenor präsentiert sich damit nicht nur als zentraler und maßgeblicher Künstler der aktuellen Opernszene, sondern formuliert sein persönliches Statement zum Händel-Jubiläumsjahr. Das Album heißt daher schlicht „Handel" und stellt Rolando Villazón als einen souveränen und herausragenden Interpreten der Musik des genialen barocken Komponisten vor, die er mit der nötigen Mischung aus Emotion, Präzision und Humor verwirklicht. Ihm zur Seite steht eines der renommiertesten Ensembles für historische Musikdarstellung der Gegenwart, denn kein Geringerer als Paul McCreesh hat sich zusammen mit den Gabrieli Players der Aufgabe angenommen, den Gesangssolisten in bestmöglicher Form zu ergänzen.

Es war ein Experiment. Denn die Opernwelt kannte Rolando Villazón bislang vor allem als lyrischen Tenor des Repertoires vom 19.Jahrhundert an. Und auch er selbst hielt sich lange Zeit für nicht erfahren genug, um sich mit dem musikalischen Kosmos des Barocks zu beschäftigen. Aber Tempora mutantur und so fand auch Rolando Villazón schrittweise zu den Schätzen der früheren Epochen. Den Anfang machte ein Monteverdi-Programm, das er vor ein paar Jahren gemeinsam mit der Cembalistin Emmanuelle Haim verwirklichte. Es bewies ihm selbst und dem begeisterten Publikum, dass er durchaus in der Lage war, sich mit den Arien der Alten und barocken Musik zu profilieren. So wuchs angesichts des Jubiläumsjahres 2009, in dem sich der Todestag von Georg Friedrich Händel zum 250.Mal wiederholt, das Vorhaben, dem Komponisten zu Ehren eine eigene Aufnahme zu verwirklichen. „Wenn ich das Gefühl hätte, dass ich bei dieser Musik meine Technik zurücknehmen müsste, würde ich im Klartext sagen: 'Um dieses Repertoire zu singen, muss man sich als Sänger Beschränkungen auferlegen'", erinnert sich Rolando Villazón an die inhaltlichen Vorüberlegungen. „Aber so sehe ich die Sachen nicht. Für Barockmusik benötigt man die gleiche Energie wie für spätere Werke, die Intensität ist dieselbe, und man muss genauso sorgfältig auf Stimmfärbungen achten."

Wenn nicht sogar noch etwas mehr: „Bei Händel kann man sich zudem nirgends verstecken. Alles muss sehr klar sein - Konsonanten, Einsätze, die Art, wie man von einem hohen Ton absteigt. Vor allem muss man den Text zum Leben erwecken. Meiner Meinung nach ähneln die Anforderungen bei Barockarien eher denen der Liedinterpretation als denen der Opernarien der Romantik. Die Diktion muss sehr klar und die Färbung der Wörter sehr subtil sein". Damit Rolando Villazón diesen hohen Ansprüchen an sich selbst auch gerecht werden konnte, holte er sich einen der Fachmänner mit ins Boot. Paul McCreesh kümmert sich seit zwei Jahrzehnten zusammen mit den Gabrieli Players (und zumeist auch mit dem Gabrieli Consort) um die Besonderheiten der Alten Musik aus der Perspektive einer sorgsam reflektierten historischen Aufführungspraxis. Er stand dem Tenor nicht nur bei den Aufnahmen selbst zu Seite, sondern bereitete das Programm in Auswahl und Dramaturgie inhaltlich vor. Auf seinen Rat hin übernahm Villazón auch mehrere transponierte Arien, die ursprünglich Kastratenrollen waren, aber zu den schönsten Partien von Händel-Opern wie „Serse" oder „Ariodante" gehören.

So wuchs das Projekt heran und im vergangenen Frühling konnte man in London sich an die Umsetzung machen. Es wurde ein rundum zufrieden stellendes Album, das Villazón Kompetenzen als Barockinterpret ebenso zutage bringt wie McCreeshs fantastische Orchesterleitung dokumentiert. „Wenn man Streicher von dieser Qualität hört, ist man gezwungen, seinen Gesang anzupassen. Vor allem aber steckte mich der unglaubliche Enthusiasmus des Orchesters an. Und mit welcher Präzision die Musiker spielen! Die Zusammenarbeit mit dem Orchester war problemlos. Die Fähigkeiten der Musiker sind phänomenal“. Kein Wunder, dass bei derart viel Inspiration schließlich ein Album herauskam, das nicht nur im Jubiläumsjahr Maßstäbe setzen wird. Denn es ist Musik von zeitloser Schönheit, die Rolando Vilalzón & Co mit „Handel“ präsentieren – und die übrigens neben dem neuen Album „Händel“ am 10. April mit einer Fernsehübertragung eines Händel-Programms auch im ZDF zu erleben sein wird.

Informationen zur ZDF Sendung mit Rolando Villazón. Hier klicken!

Zur Künstlerseite von Rolando Villazón auf KlasikAkzente