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28.01.2009
Plácido Domingo

Gott und die Welt

Plácido Domingo, Gott und die Welt l'osservatorio romano Placido Domingo Eye

Nun ist Plácido Domingo nicht der einzige, für den Papst Johannes Paul II. eine der wichtigsten Persönlichkeiten war, die das 20.Jahrhundert hervorgebracht hatte. Millionen von Herzen flogen dem heiligen Vater aus Polen zu, wenn er in der Welt unterwegs war und in den Arenen der christlichen Welt die Botschaft des lebendigen Glaubens verbreitete. Er war Religionsoberhaupt und Staatsmann in einem, aber darüber hinaus vor allem ein Mensch, der durch seine Präsenz und Authentizität begeisterte -und der in seiner Jugend, ebenso wie noch als reifer Mann Gedichte schrieb, die Domingo zu seinem Album „Amore Infinito" inspirierten.

Für den weltberühmten Tenor Plácido Domingo war es eine Herzensangelegenheit. „Er war der größte Mensch, den ich je kennenlernen durfte", erinnert er sich an die Ursprünge von „Amore Infinito" und ergänzt: „Ich hatte das außerordentliche Privileg, ihm mehrmals zu begegnen. Beim letzten Mal war es im Vatikan, als er uns für eine Aufführung bei einer Veranstaltung in Ancona danken wollte. Wir hatten dabei auch die Vertonung eines seiner Gedichte durch den italienischen Komponisten Marco Tutino vorgetragen. Ich äußerte seiner Heiligkeit gegenüber den Wunsch, noch andere seiner Gedichte zu lesen, denn ich wusste, dass er in seiner Jugend Schauspieler und Schriftsteller gewesen war, bevor er in den Dienst der Kirche trat. Mit meinem Sohn Plácido, der Komponist ist, suchte ich danach". Tatsächlich fanden sich reichlich poetische Verse, viele davon allerdings, und kaum verwunderlich, mit spirituellen, meditativen und kontemplativen Themen. Da Domingo jedoch ein Album aufnehmen wollte, das in seiner Kraft und Wirkung nicht nur ein geistliches Publikum erreichen sollte, sondern möglichst viele Menschen ansprechen wollten, wählten sie schließlich ein Dutzend Poeme aus, die weiter gefasste Inhalte behandelten.

„Ob das Gedicht 'Madre' seiner eigenen Mutter oder allen Müttern dieser Welt gewidmet war", so Domingo weiter, „auf jeden Fall spricht es direkt zu unserem Herzen. Einige Gedichte handeln von der Liebe zu Gott, andere von Arbeitern. Es gab sogar ein sehr schönes über einen Mann, der Waffen herstellt: Er betont, dass er nicht derjenige sei, der Kriege anzettelt, sondern nur ein einfacher Handwerker. Das Gedicht erinnert an die Zeit, als der Papst für sein Vaterland kämpfte. Um den Liedern breitere Wirkung zu geben, sind einige Texte auf Italienisch, andere dagegen auf Spanisch und Englisch." Außerdem haben zahlreiche Freunde und Gäste dem Tenor geholfen, damit „Amore Infinito" rundum zu einem der bewegenden Alben dieses Frühlings werden konnte.

Starkollege Andrea Bocelli gesellte sich für ein Duett zu ihm, außerdem der junge Stimmkollege Josh Groban. Aus Wales stammt die junge Mezzosopranistin Katherine Jenkins, mit der der Meister bereits mehrere Konzerte gemeinsam bestritt und auch Vanessa Williams kannte er von einer früheren Produktion, als sie in „Carmen Jones" unter seiner Leitung brillierte. Bei drei Liedern wiederum war sein Sohn als Komponist beteiligt, eines bestritt er sogar als Sänger. Zum Team gehörten darüber hinaus der Komponist Jorge Calandrelli und natürlich das großartige London Symphony Orchestra unter der Leitung von Plácido Domingo selbst. So konnte eine Aufnahme zwischen allen Stilen verwirklicht werden, die knapp vier Jahre nach dem Tod des Papstes im April 2005 nun dessen Persönlichkeit und Besonderheit von einer ungewohnten Seite ehrt. Und die darüber hinaus einem der größten Sänger unserer Zeit ein inneres Bedürfnis ist: „Das Album hat für mich außerordentliche Bedeutung, und zwar nicht nur, weil ich katholisch bin. Über religiöse Zuhörer hinaus wird es alle diejenigen ansprechen, die Respekt für Johannes Paul II. empfinden, diesen unvergleichlich großen Mann, der sein Leben in den Dienst der Menschheit und Gottes stellte."

Weitere Informationen zu Plácido Domingo finden sie unter: www.klassikakzente.de/placidodomingo