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05.11.2008
Giacomo Puccini

Ultimativ und exklusiv

Giacomo Puccini, Ultimativ und exklusiv

Es ist eine Box der Superlative. "The Greatest Puccini Recordings Ever Made" versammelt in limitierter Auflage anlässlich des Jubiläumsjahres die fünf wichtigsten Opern des italienischen Komponisten in den maßgeblichen Interpretationen der vergangenen Jahrzehnte. Die Stars der Aufnahmen sind die Sopranistinnen Mirella Freni, Joan Sutherland, Montserrat Caballé und einer der wichtigsten Puccini-Tenöre aller Zeiten, Luciano Pavarotti. An den Pulten der Orchester stehen Maestri wie Herbert von Karajan, Zubin Mehta, James Levine und Nicola Rescigno, die Box selbst enthält neben den eigentlichen Aufnahmen auch die ausführlichen Booklets und Libretti in vier Sprachen. Pure Opulenz also und das passende Objekt der akustischen Begierde für jeden Opern-Fan.

Für Mirella Freni war die Mimi die Eintrittskarte zum Erfolg. Zwar war die Sopranistin aus Modena als junge Frau auch durch andere Rollen wie Bizets "Carmen" aufgefallen, doch erst Puccinis zerbrechlich-charmante Frauengestalt machte sie international berühmt. Mit ihr gewann sie 1957 den Viotti-Wettbewerb in Vercelli, mit ihr feierte sie Anfang der Sechzigerjahre Erfolge an der Scala und 1965 an der Met. Dabei wurde sie auch von Herbert von Karajan unterstützt, der in Freni eine ideale Verkörperung der Rolle sah. Als sich der Maestro anno 1972 an seine Studioversion von "La Bohème" machte, gehörte sie natürlich zum Team der herausragenden Stimmen und Interpreten, die er sich für diesen Anlass gewünscht hatte. Es war das Beste vom Besten der Zutatenliste der Mitstreiter: die brillanten Berliner Philharmoniker, weitere famose Solisten wie Luciano Pavarotti, Nicolai Ghiaurov und Elisabeth Harwood, außerdem das Decca-Team in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin, einem akustisch erprobt herausragenden Raum. Doch er hatte auch noch etwas mehr, denn Karajans Energie riss alle Beteiligten mit, an das Limit ihrer Interpretationskraft zu gehen, mit dem Ergebnis einer historischen Aufnahme, die bis heute als Maßstab überhaupt für die berühmte Oper gilt und daher auch zu den Glanzlichtern der "Greatest Puccini Recordings" gehört.

Ein weiterer Höhepunkt der Kollektion ist die wunderbare, ebenfalls mit Freni und Pavarotti in den Hauptrollen besetzte "Manon Lescault" in der Version der New Yorker Met, aufgenommen im August 1992 mit Orchester und Chor des Hauses unter der Leitung von James Levine. Es ist eines der Schlüsselwerke des Komponisten, denn Giacomo Puccinis ersten beiden Opern "Le Villi" (1884) und "Edgar" (1889) hatten ihm zwar bereits zu Achtungserfolgen in Mailand verholfen. Der wirkliche Durchbruch aber gelang ihm 1893, nachdem in Turin "Manon Lescaut" uraufgeführt worden war. Die Wiederaufnahme der bereits neun Jahre zuvor von Jules Massenet auf die Bühne gebrachte Vita der leichtsinnigen Schönheit aus dem Frankreich des ausgehenden Absolutismus bescherte ihm nicht nur begeisterte Kritiken, sondern auch ein Renommee, das zu Aufführungen auf berühmten Bühnen jenseits seiner italienischen Heimat führte. 

Für die Edition "The Greatest Puccini Recordings Ever Made" wurden außerdem drei weitere Klassiker der musikdramatischen Moderne aus der Feder des berühmten Italieners ausgewählt: "Madame Butterfly", wiederum mit Freni, Pavarotti, außerdem der charmanten Christa Ludwig in der Rolle der Suzuki und aufgenommen anno 1974 im Wiener Sofiensaal mit den Wiener Philharmonikern unter Herbert von Karajan; "Tosca", mit Freni, Pavarotti und dem beeindruckenden Sherrill Milmes als finsterem Polizeichef, festgehalten im London im Juni 1978 mit dem National Philharmonic Orchestra unter Nicola Rescigno; und nicht zuletzt "Turandot", diesmal mit Pavarotti und den beiden Vokalstars Joan Sutherland in der Titelrolle und Montserrat Caballé als Sklavin Liu, eingespielt im August 1972 mit dem London Philharmonic Orchestra unter der Ägide von Zubin Mehta. Mit anderen Worten: Diese perfekt auch unter den Weihnachtsbaum passende Box versammelt wahrhaft die besten Aufnahmen der zentralen Werke von Giacomo Puccini und verdient daher zu Recht den Titel: "The Greatest Puccini Recordings Ever Made".