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05.11.2008

Eine Prise Grusel

Eine Prise Grusel

Teenager haben Ängste. Schließlich ist es ein steiniger Weg, die sorgenfreien Tage der Kindheit zu verlassen, um in einer Erwachsenenwelt zu landen, die sich oft alles andere als behaglich präsentiert. Da ist viel Raum für Dämonen aller Art, die von Lord Voldemort bis zu den finsteren Mächten, gegen die ein Eragon kämpfen muss. Oder auch für die zahlreichen Vampire unter uns, gegen die Buffy eine gutes Jahrfünft in einer der erfolgreichsten amerikanischen Fernsehserien der vergangenen Dekade antrat, als unerschrockenes Mädel im Dienste der guten Sache - und im Klanggewand von Christophe Beck, der die passenden musikalischen Spannungsräume dafür entwickelte, die nun auf einer CD gesammelt zum heimeligen Gruseln erscheinen. 

Im Fall von Buffy war einiges anders. Wird in der Regel ein Serienstoff irgendwann zum Kinofilm ausgebaut, so drehte sich diesmal die Richtung um. Bereits 1992 hatte Fran Rubel Kuzui "Buffy - The Vampire Slayer" gedreht, für die Kinos und mit mäßigem Erfolg. Doch das Regie-Team war derart vom dem Stoff überzeugt, dass es sich nicht unterkriegen ließ und das an sich clevere Konzept in TV-Drehbücher fasste. Erfahrene Produzenten wie Akte-X-Profi Howard Gordon und vor allem Gail Berman und Sandy Gallin konnten für die Umsetzung gewonnen werden und so ließ der Erfolg nicht lange auf sich warten. Im Jahr 1997 liefen die ersten Folgen im amerikanischen Fernsehen, bis 2003 wurden immerhin sieben Staffeln gedreht und gesendet, bis der Stoff soweit ausgereizt war, dass sich die "Buffy"-Macher nach neuen Herausforderungen umsahen. Zu diesem Zeitpunkt war die Serie längst in den Hitlisten etabliert und etwa vom Magazin Time in die Top 100 der besten Fernsehserien aller Zeiten aufgenommen worden. Im deutschen Fernsehen übernahm ProSieben die Serie von Oktober 1998 an mit Erfolg, platzierte sie nach den Anfängen im Nachmittagsprogramm in der Primetime am Mittwoch Abend und übergab die Wiederholungen dann an Kabel 1.
 
Buffy, gespielt von Sarah Michelle Gellar, ist dabei eine durchaus spannende Figur. Denn eigentlich ist das Mädel eine ganz normale amerikanische Teenagerin, nicht cleverer und aparter als viele ihrer Altersgenossen. Nur wird sie eines Tage durch einen rätselhaften Akt der Nachfolge zur Vampirjägerin erhoben und muss sich nach ihrer Ausbildung mit allerlei dämonischem Unbill herumschlagen. Dabei fühlt sie sich ihrer Aufgabe alles andere als gewachsen, was zu dramatischen und manchmal auch komischen Situationen führt. Im Laufe der Jahre bekommt sie zahlreiche Kompagnons zur Seite gestellt, von ihrem Wächter Giles bis hin zu Willow, Xander, Cordelia oder Oz, die sich in unterschiedlichen Kombinationen zu jugendlichen Cliquen verbinden. Zumeist aber ist es Buffy, die allein oder mit Giles die Herausforderungen bewältigen muss und gegen die dunkle Seite der Macht antreten darf.
 
Damit diese vielen Folgen auch die passende musikalische Form bekamen, wurde der kanadischen Filmkomponist und Jerry Goldsmith-Schüler Christophe Beck ("Garfield", "American Wedding", "The Pink Panther 2006") beauftragt, um "Buffy" zu gestalterisch begleitet. Im Laufe der Serie sorgte er für die Musik von immerhin 58 Episoden und bewies dabei ein beachtliches Gespür für die Feinheiten der filmdramaturgischen Spannungslenkung. Bereits 1998 bekam er für die Gestaltung der Buffy-Folge "Becoming" einen Emmy, den amerikanischen Fernseh-Oscar, überreicht, und gehört seitdem zu den viel beschäftigten Soundtrack-Spezialisten des amerikanischen Kinos. Auf dem Album "Buffy - The Vampire Slayer (The Score)" sind nun 29 Beispiele seiner Kunst aus den Staffeln zwei bis fünf versammelt (einschließlich der Emmy-Folge "Becoming"), 29 Kapitel perfekter orchestraler Klangraumgestaltung mit der passenden Gänsehaut im akustischen Gewand.