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22.10.2008

Musik, die unter die Haut geht

Musik, die unter die Haut geht

Vor allem musikalisch hat "Nights In Rodanthe", der Soundtrack zum in diesen Tagen erschienen Film "Das Lächeln der Sterne", einiges zu bieten. Regisseur George C. Wolfe suchte sich in der US-amerikanischen Musikgeschichte wunderbar emotionale Stücke zusammen, die auf die Intensität des Blues, die ostentative Natürlichkeit des Country-Sounds und die Eleganz des frühen Swings zurückgreifen. Da treffen Emmylou Harris und Katy Mitchell, Ruth Brown und Lauren Pritchard aufeinander. Count Basie glänzt mit einem grandios lässigen "Moten Swing" und die Clownjazzer Slim & Slam dürfen ihr "Swingin' In The Key Of C" zum Besten geben. Als klassisches Sahnehäubchen gibt es noch ein rasantes Intermezzo aus Bachs "Goldbergvariationen" in der Version von Meister Glenn Gould. Der wirklicher Kracher aber ist Dinah Washingtons "Backwater Blues". Das ist (Beziehungs)Wut in musikalischer Bestform, die sich jemand mit aller Vehemenz von der Seele singt. Wow!

Zur Filmstory: Die 42-jährige Adrienne (Dianne Lane) wurde von ihrem Mann verlassen, der mit einer jüngeren Frau durchgebrannt ist, und lebt nun allein mit ihrem kleinen Sohn und ihrer pubertierende Tochter. Kaum sind ein paar Monate vergangen, klopft der Ex wieder an und würde gerne zurück aus seinem Abenteuer in die Familie. Nur Adrienne ist gar nicht begeistert und beschließt daher, eine Auszeit zu nehmen. Sie fährt in das Fischerstädtchen Rodanthe und sucht die Einsamkeit, trifft allerdings auf den Arzt Paul (Richard Gere). Auch der hadert mit sich, denn vor kurzem ist ihm eine Frau unterm Messer, wenn auch ohne sein Verschulden, weggestorben. Das liegt ihm schwer auf der Seele, zumal seine Ehe ebenfalls in die Brüche gegangen ist.
 
Als sich die beiden krisengeplagten Restromantiker nun in der Pension am Meer über den Weg laufen, zieht prompt ein schwerer Jahrhundertsturm auf. Adrienne und Paul sind in dem wettergebeutelten Gebäude für einige Zeit vom Rest der Zivilisation abgeschnitten und finden nach mehreren Anlaufschwierigkeiten schließlich kraft aller Unbilden des Lebens und der Meteorologie zusammen.
 
Es ist die Zeit eben jener zweiten Chance, die der Autor Nicholas Sparks - bekannt geworden durch die ebenfalls verfilmte Erzählung "Message In A Bottle" - in allen Facetten freundlicher Sentimentalität zu vermitteln vermag.
 
Regisseur George C. Wolfe folgt dem Autor in vielen Zügen. Als gefragter Theatermann, der bereits zwei Tony-Awards für seine Bühnenarbeiten überreicht bekam, wagt er sich hinter die Kamera und debütiert mit einem charmanten Rührstück, das Diane Lane und Richard Gere nach "Cotton Club"
und "Untreu" nun zum dritten Mal gemeinsam auf der Leinwand auftreten lässt. Er schwelgt in romantischen Bildern und wilden Naturaufnahmen, die die Tage in dem Haus am Strand bestimmen, und natürlich auch in der passenden Musik. Denn die gehört zum wahren Leben ebenso dazu wie zum Filmrendezvous der Schauspielerstars. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!