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29.11.2008

Neues vom MoMA der Musik

Moderne Musik, Neues vom MoMA der Musik MoMu Vol. 2 - Moderne Musik für Einsteiger und Kenner 0028944282049

Vol. 2 ergänzt die CD-Auswahl MoMu (Moderne Musik) um weitere 25 CDs samt preiswertem Sampler. Dieser stellt daraus Welterfolge in Referenzeinspielungen sowie hörerfreundliche Entdeckungen vor.

Das MoMu-Projekt bildet in vieler Hinsicht ein Pendant zur berühmten Sammlung des New Yorker MoMA (Museum of Modern Art), das 2004 mit einer Aufsehen erregenden Kunstschau in der deutschen Hauptstadt gastierte. Die bildende Kunst des MoMA und die Musik der MoMu-Auswahl verbindet vieles: Sinnlichkeit und Spiritualität, Lebendigkeit und Frische. Beide Projekte widmen sich der Moderne und entfalten ein Panorama von großer Vielfalt und Faszination. Das Kürzel "MoMu" steht schlicht für "Moderne Musik". Dabei ist entscheidend, dass dieser Begriff wertneutral in der Bedeutung von "neuzeitlich" verstanden wird, und also nicht im engeren Sinne etwa der Zweiten Wiener Schule (Schönberg und die Folgen). "MoMu" bedeutet mithin: komponierte Musik, die im 20. Jahrhundert - sowie etwas darüber hinaus - entstanden ist und im weitesten Sinn unter die Rubrik "Klassik" fällt.

Wie schon die erste MoMu-Folge bietet auch Vol. 2 wieder die Möglichkeit, viele faszinierende Entdeckungen zu machen. Doch kommt nun ein neuer Schwerpunkt hinzu. Das Panorama der Moderne wird mit Vol. 2 nämlich durch weltweit beliebte Erfolgsstücke - in Referenzaufnahmen - erweitert. Bei der Auswahl dieser Welterfolgseinspielungen wurde besonders darauf geachtet, dass sie in jeder Hinsicht mit der Fülle selbst hochkarätiger Aufnahmen konkurrieren können. So dürfte es beispielsweise schwerfallen, eine interpretatorisch und aufnahmetechnisch gelungenere CD-Produktion der Orffschen Carmina Burana zu finden als die von Thielemann dirigierte oder eine bessere Einspielung der Planetensuite von Holst als die von Gardiner geleitete.

Zu den Entdeckungen, also den bislang zumindest in Deutschland noch weithin unbekannten Namen: selbst vielen Kennern der Kunstmusik des 20. Jahrhunderts dürften Komponisten wie Libby Larsen oder Anthony Ritchie unbekannt sein. Dass Unbekanntheit aber durchaus kein Makel sein muss und an sich noch keine Rückschlüsse qualitativer Art zulässt, zeigt auch MoMu Vol. 2 wieder auf eindrucksvolle Weise. Die Auswahl versammelt ausgesuchte Kostbarkeiten aus den reichen Beständen der Universal Music (Deutsche Grammophon, Decca, Philips u. a.), wobei Vol. 2 auch zwei aktuelle Neueinspielungen (Werke von Gerhard Frommel und Osvaldo Golijov) enthält. Das MoMu-Projekt möchte einerseits aufgeschlossenen Einsteigern den Zugang zur musikalischen Moderne erleichtern und dabei nicht zuletzt auch Freude bereiten, andererseits aber auch Kenner auf diesem Gebiet durch lohnende Entdeckungen angenehm überraschen.

Wie schon im Fall der 50-teiligen ersten MoMu-Folge liegt auch bei Vol. 2 der Schwerpunkt wieder im Bereich der klassischen Moderne. Dabei ist Vol. 2 aber insgesamt weniger von den Ausläufern der Spätromantik geprägt, mithin also "moderner" als Vol. 1. Dies gilt insbesondere hinsichtlich des 2-CD-Samplers zu Vol. 2, der - bis auf eine Ausnahme - durchwegs vollständige Stücke enthält (beim Sampler zu Vol. 1 mussten noch viele Sätze durch Ausblenden gekürzt werden, um die große Anzahl unbekannter Komponisten in Hörbeispielen vorstellen zu können). Das detailreiche Booklet dazu enthält eine ausführliche Einführung in das MoMu-Projekt und informiert gleichermaßen sachkundig wie leicht verständlich über alle Vol. 2 - Komponisten. Alle 25 hierin beschriebenen CDs sind im Handel einzeln erhältlich. Bei der Auswahl der MoMu-Aufnahmen wurden hohe bis höchste Qualitätsmaßstäbe angelegt, und zwar bezüglich der Musik (Werke), der Werkdarstellung (Interpretation) wie auch des Klangbildes (Aufnahme). Nicht zuletzt bürgen die herausragenden Interpreten der MoMu-Aufnahmen dafür, dass sich das Hörerlebnis in jedem Fall lohnt - und mitunter gar zum Ereignis wird. Stellvertretend für viele andere seien hier genannt: Anne Sofie von Otter, Gidon Kremer, Claudio Abbado, Christian Thielemann, Marin Alsop und John Eliot Gardiner.