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24.09.2013
Luciano Pavarotti

Biografie

Luciano Pavarotti stammte aus Modena. Am 12. Oktober 1935 in eine musikalische Familie geboren, wurde er auf selbstverständliche Weise an den Gesang herangeführt. Sein Vater, ein gelernter Bäckermeister, war selbst Tenor und nahm den Teenager häufig mit zum städtischen Chor. Pavarotti sang gerne, glaubte allerdings nicht wirklich an seine Berufung für die Bühne. Daher wollte er zunächst Lehrer werden und unterrichtete zwei Jahre an der Scuola del Magistrale. Doch er hatte ein Talent, das sich nicht verbergen ließ. Als sein Chor beim internationalen Chorwettbewerb von Llangollen in Wales den ersten Preis gewann und darüber hinaus die ersten Ernüchterungen des schulischen Alltags einsetzten, entschloss er sich zu einem Musikstudium bei Arrigo Pola in seiner Heimatstadt, von 1958 an dann bei Ettore Campogalliani in Mantua.

1961 gewann Pavarotti den Concorso Internazionale. Der Preis war ein Konzertauftritt am Teatro Reggio Emilia, dem Theater, an dem er schon am 29. April desselben Jahres als Rodolfo in Puccinis "La Bohème" debütiert hatte. Sein Auftritt zog die Aufmerksamkeit der italienischen Opernszene nach sich, und Pavarotti erhielt Engagements in ganz Italien. Noch im selben Jahr wagte er mit "La Traviata" in Belgrad seinen ersten internationalen Auftritt. Von da an ging es Schlag auf Schlag. Ein sagenhafte Karriere begann, die ihn bereits 1962 nach Amsterdam (Egardo in "Lucia di Mammermoor", Donizetti) und kurz darauf nach Covent Garden (wieder als Rodolfo) führte. Die Natürlichkeit und Sonorität seiner Stimme begeisterte die Menschen, der Newcomer wurde herumgereicht und konnte bald in Barcelona, Paris und London singen.

Sein amerikanisches Debüt gab Pavarotti im Februar 1965 an der Miami Opera, in "Lucia di Lammermoor" mit Dame Joan Sutherland, die ihn fortan unter ihre Fittiche nimmt. Noch im selben Jahr ging er zusammen mit ihr auf eine gefeierte sechswöchige Tournee durch Australien. Vor seiner Abreise nach Sydney debütierte er außerdem an der Mailänder Scala wieder als Rodolfo, einer Rolle, die sich zu seinem Markenzeichen entwickeln sollte. Er trat dort außerdem mit Verdis "Requiem" zu Ehren des hundertjährigen Geburtstages von Toscanini auf. Und er unterzeichnete 1967 einen Exklusivvertrag mit der Decca, der den Anfang einer mehr als dreieinhalb Jahrzehnt währenden erfolgreichen Zusammenarbeit markierte.

Obwohl Pavarotti sich schon 1968 an der New York Metropolitan Opera (Rodolfo) vorgestellt hatte, folgte sein entscheidender Auftritt an diesem Haus erst vier Jahre später am 17. Februar 1972 mit Donizettis "La Fille du Régiment": Als Antwort auf seine Arie mit neun mühelos gesungenen hohen "Cs" brach das Publikum in frenetischen Jubel aus.

Das Pavarotti-Phänomen war geboren. Immer wieder faszinierte er von da an vor allem in Donizetti-, Puccini-, Bellini-Rollen und so dauerte es wiederum nicht lange, bis er großartige Partnerinnen an seiner Seite hatte. Er sang mit Montserrat Caballé in Barcelona (1971), Ileana Cotrubas an der Scala (1974), Kiri Te Kanawa am Covent Garden (1976) und immer wieder mit der wunderbaren Mirella Freni. Die Met wurde zu seiner zweiten Heimat, wobei Pavarotti sich von Beginn der Achtziger an auf der Opernbühne rar machte.
 
Die zweite Karriere startete schließlich 1990, als er gemeinsam mit Plácido Domingo und José Carreras unter dem Signum "Die drei Tenöre" bei dem inzwischen legendär gewordenen Konzert in den Bädern von Caracalla in Rom auftrat, am Abend vor dem World Cup-Finale 1990. Die Einspielung des Konzerts wurde die sich am schnellsten und besten verkaufende klassische Schallplatte aller Zeiten. Im Juni 1993 pilgerten mehr als eine halbe Million Menschen zum Konzert in den New Yorker Central Park, während Millionen Zuschauer in ganz Europa und den Vereinigten Staaten das Ereignis am Fernseher mitverfolgten. Im folgenden Jahr begeisterte Pavarotti unter dem Eifelturm in Paris über 300.000 Musikliebhaber. Das Konzert der Drei Tenöre im Dodger Stadium in Los Angeles vor dem World Cup-Finale 1994 wiederum galt lange Zeit als das weltweit am meisten gesehene Musikereignis aller Zeiten. Die große Nachfrage des Publikums nach den Drei Tenören führte zu einer Welttournee und am 10. Juli 1998 sangen die Herren ein weiteres Mal zusammen, zwei Tage vor dem World Cup-Finale 1998.

Luciano Pavarotti war über seine Kunst hinaus sehr an der Förderung von Nachwuchstalenten interessiert und initiierte daher einen internationalen Gesangswettbewerb in Philadelphia, ein Wettbewerb, der bereits vielen jungen Künstlern als Sprungbrett zur Karriere geholfen hat. Er hatte außerdem eine große Zahl von internationalen Anerkennungen und Preisen erhalten und wurde vom Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, zum Sonderbotschafter für den Frieden ernannt. Darüber hinaus galt er als Experte für Pferdesport und organisiert das regelmäßig in seinem Pferdesportzentrum in Modena stattfindende Turnier Pavarotti International. Er agierte außerdem als Klassik- und Popstar für wohltätige Zwecke und brachte in Konzerten wie Pavarotti & Friends musikalische Welten zusammen. Die Erlöse dieser Veranstaltungen und der Plattenaufnahmen kamen internationalen Hilfsorganisationen wie "War Child" zugute.

Nach einer glanzvollen und einzigartigen Karriere hat Luciano Pavarotti beschossen, sich von 2004 an endgültig von den großen Bühnen zurückzuziehen. Als im Jahr 2006 ein Krebsleiden an der Bauchspeicheldrüse diagnostiziert worden war, brach Pavarotti seine 2004 begonnene weltweite Abschiedstournee ab und unterzog sich in New York einer Operation. Zwar konnte mit dem Eingriff der Tumor entfernt werden, der Sänger erholte sich aber trotzdem nur langsam und zog sich aus der Öffentlichkeit auf sein Anwesen im italienischen Modena zurück. Anfang August 2007 wiederum wurde er mit hohem Fieber in die Universitätsklinik seiner Heimatstadt eingewiesen.

Kurz darauf starb er am 6. September 2007 im Kreis seiner Familie und Freunde in seinem Haus in Modena an den Folgen seiner Krankheit. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte Luciano Pavarotti im Februar 2006 bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin, als er mit einer seiner Lieblings-Arien "Nessun Dorma" aus Puccinis "Turandot" die Menschen vor Ort und durch die TV-Übertragung in aller Welt ein Milliardenpublikum begeisterte.

09/2007