Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

24.09.2008

Wie stirbt sich's in der neoliberalen Konsumgesellschaft

Wie stirbt sich's in der neoliberalen Konsumgesellschaft

Mit einer theatralischen Version des Requiems von Wolfgang Amadeus Mozart in der Inszenierung des Regisseurs Sebastian Baumgarten startet die Komische Oper Berlin am kommenden Sonntag, den 28. September, in die Spielzeit 2008/09.Seitdem der "Bestattungs-Discount" auf der Frankfurter Allee mit Beisetzungen zum Nulltarif wirbt und man sich im Internet mit der "Checkliste für den Sterbefall" versorgen und so bestens auf alles Endliche vorbereiten kann, ist der Tod mitten in der neoliberalen Informations- und Konsumgesellschaft angekommen. Hat der Tod dort seinen Schrecken verloren? Ist das Sterben tatsächlich zu  einer Normalität geworden oder handelt es sich bloß um eine strategische Normalisierung zum Ausbau unserer angst- und schmerzfreien Räume, während die eigentliche Auseinandersetzung verdrängt wird? Indes: der Tod macht alle gleich und individualisiert doch jeden Sterbenden.

Und so künden die Texte der Totenmesse sowohl von Hoffnung als auch von Schrecken, Angst und Schuld. Aspekte, die sich auch bei Armin Petras und Jan Kauenhowen finden, die für ihren Text In der Schlangengrube. Sechs Lebenslinien unheilbar Kranke in verschiedenen Berliner Hospizen interviewt haben. In der Kombination des ursprünglichen liturgischen Textes des Requiems, der Fragment geblieben Komposition Mozarts und der Uraufführung des poetisch verdichteten Textes von Petras und Kauenhowen wird diese Ambivalenz zum Thema einer musikalischen und theatralischen Auseinandersetzung.

Kartentelefon der Komischen Oper: 030 47 99 74 00  oder per Email karten@komische-oper-berlin.de

Zur Einstimmung hier noch einmal zwei grundlegend verschiedene Interpretationen des Mozartschen Requiems: in der traditionell-klassischen Lesart von Claudio Abbado und in der radikalen Neudeutung durch John Eliot Gardiner.