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21.11.2007

Nicole, Anna und Hélène

Nicole, Anna und Hélène

Weiter geht es mit den Tipps der Klassikfachhändler. Für die Reihe "Selected Classics" haben die Spezialisten der Fachabteilungen in bundesdeutschen Plattenläden sich Gedanken gemacht und die Alben herausgesucht, die ihrer Meinung und dem Geschmack ihrer Kunden nach zu den besten Aufnahmen des Jahres zählen. Heraus kam ein Magazin und ein Sampler mit dem "Best Of" - Angebot dieser Saison. Und dazu gehören beispielsweise die Aufnahmen der Sängerin Nicole Cabell, des Traumpaars der Oper Anna Netrebko und Rolando Villazón und der Pianistin Hélène Grimaud.


Hierzulande ist Nicole Cabell noch ein Geheimtipp. Sieht man die junge Frau aus Los Angeles auf der Bühne, erlebt man eine Sängerin, die voll und ganz von den Melodien und Rollen durchdrungen ist, die sie verkörpert. Sie lebt die Charaktere, sogar ohne die Kostüme der Opernbühne wie im Fall des BBC Wettbewerbs Cardiff Singer of the World, und schafft auf diese Weise eine Atmosphäre, die die Menschen von den Stühlen reißt. So steht das Album Soprano an einem wichtigen Punkt in Nicole Cabells Karriere. Hinter ihr liegen die Jahre der Ausbildung und des sukzessiven Aufstiegs in der amerikanischen Opernszene, vor ihr erwartet sie eine internationale Laufbahn als neuer Star am Himmel der lyrischen Stimmen, meint Werner Girrbach von Crazy Diamond in Heidelberg: "Sind sie schon einmal von einer Stimme eingefangen worden? Von einem üppigen menschlichen Wohlklang, der sie unwiderstehlich umschlingt? So ergeht es vielen, die zum ersten Mal die 28jährige Nicole Cabell singen hören, so erging es auch der Jury beim wichtigsten Sängerwettbewerb der Welt in Cardiff, so erging es Dame Joan Sutherland und Marilyn Horne, die beide bestimmt nicht allzu leicht durch eine Sopranstimme zu beeindrucken sind - und beide sagen: Sie ist der neue Stern am Opernhimmel!". Wer's nicht glaubt, kann sich davon nun selbst überzeugen und sich auf dem "Selected Classics" Sampler die Arie "Oh! Mio babbino caro" aus Puccinis "Gianni Schicchi" anhören.

Im Unterschied zur Newcomerin des Jahres muss man bei Anna Netrebko und Rolando Villazón kaum noch Worte verlieren. Sie sind die Topstars des Operngenres, ein Sängerpaar, das weltweit die Menschen zu Begeisterungsstürmen hinreißt. Im vergangenen Frühjahr haben sie sich mit einem schlicht Duets benannten Album präsentiert, das Thiemo Brüll vom Ludwig Beck in München bezaubernd findet: "Es sind nicht nur zwei glorreiche Stimmen, die aufs Schönste zusammenfinden. Bei Anna Netrebko und Rolando Villazón stimmt einfach die Chemie. Wenn Anna auf Rolandos schneidig-männliche Stimmattacken mit zartestem Schmelz und einer Stimme antwortet, die aufgeht wie eine Blume, dann sprühen die Funken, das ist einfach unwiderstehlich. Glühend emotional gestaltete Liebesduette, stilvoll und elegant wie ein Tanz von Ginger Rogers und Fred Astaire". Siehe Puccinis Oper "La Bohème" , aus der das Paar für den "Selected Classics" Sampler die Hit-Arie "O soave fanciulla" anstimmt.

Hélène Grimaud mag Beethoven, denn er fordert sie heraus, und das schätzt die französische Pianistin über alles. Im Sommer stellte sie ihre Deutung der späten Klaviersonate Nr. 28 und des fünften Klavierkonzerts vor, die Werner Heck vom Saturn am Kölner Hansaring sehr bemerkenswert findet: "Hélène Grimaud ist eine formidable Pianistin mit starken, manchmal außergewöhnlichen Interpretationsideen. Ihre Aussagen und vor allem das direkte Hörerlebnis verdeutlichen, wie lange sie über ihre Haltung zu Beethovens fünftem Klavierkonzert nachgedacht hat. Ein heroisches Werk, zweifellos, aber auch Töne, die menschliche Zerrissenheit und Zweifel nahe legen, finden bei ihr Raum. Wenn man Beethoven gewissermaßen als Urvater der Moderne und auch als Vollender der Wiener Klassik betrachten kann, so wird sich Hélène Grimaud sicherlich eher der erstgenannten Ansicht anschließen. Wie sie das plausibel macht, wie sie alles Monumentale schlüssig in den Dienst der musikalischen Sinnsuche stellt, das hat bewundernswert intelligente Klasse". Sowohl im Fall des Klavierkonzertes wie auch in der Sonate Nr.28, deren erster Satz seinen Platz auf der "Selected Classics" Compilation gefunden hat.