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04.07.2007
Richard Wagner

Der Anfang von Ende

Richard Wagner, Der Anfang von Ende

Eigentlich müsste man den ganzen "Ring" in die Focus Edition - 400 Jahre Oper aufnehmen. Schließlich gehört dieser Bühnenzyklus zum Wesentlichsten, was die Musikgeschichte des 19.Jahrhunderts zu bieten hat. Nur ist er eben auch eines der längsten Werke der Opernwelt und so war eine Selbstbeschränkung bei aller Euphorie nötig. Und da es sich um eine sich schrittweise fortentwickelnde Geschichte mit zahlreichen internen Bezügen handelt, war es sinnvoll, den ersten Teil des "Rings des Nibelungen" als Einstieg in Richard Wagners Klangwelt zu wählen: "Das Rheingold" in Otto Schenks berühmter Inszenierung des Metropolitan Opera House unter der Leitung von James Levine.

Es ist eine reichlich verworrene Geschichte von Gier und Macht, Herrschaft und Verbrechen. Die Quelle all der Verwicklungen ist das Rheingold selbst, der Stoff, aus dem die Männerträume sind. Denn wer diese magische Substanz in seinen Besitz bringt und zu einem Ring zu schmieden versteht, avanciert zum Herrscher der Welt. Dieser Option kann der Zwerg Alberich nicht widerstehen und raubt den Rheintöchtern, die mit der Bewachung des Rheingoldes betraut worden waren, mit List und Gewalt den Schatz. Das nun wiederum kommt Gott Wotan zu Ohren, der seinerseits gerade Probleme mit der Entlohnung der Riesen Fasolt und Fafner hat, die ihm eine stolze Burg gebaut haben.

Er verpfändet Freia, die Hüterin der Jugend, an die missgelaunten Bauherrn und macht sich gemeinsam mit seinem Berater Loge auf den Weg, dem frechen Alberich den Ring abzunehmen. Der wiederum durchschaut die List, lässt sich aber bei seiner Eitelkeit packen und verliert auf diese Weise das Duell mit Wotan. Als er erkennt, dass er den Kürzeren gezogen hat, verflucht er den von ihm geschmiedeten Ring. Das Resultat lässt nicht lange auf sich warten. Als Wotan das fatale Schmuckstück als Lösegeld für Freia rausrückt, kommen sich Fasolt und Fafner über die Verteilung der Beute in die Haare. Fafner bringt Fasolt um, hat nun zwar den Ring, aber keinen Bruder mehr. Jetzt ist die Burg Walhall  Eigentum der Götter, doch der Frieden ist ein zerbrechlicher. Und an die Rückgabe des Goldes an die Rheintöchter denkt natürlich niemand.
 
Wagners fulminanter Auftakt der "Ring"-Tetralogie ist eine Herausforderung für jeden Opernprofi. Man hat es nicht nur mit bedeutungsschwangeren, mysteriös-mythischen Orten, vielschichtigen Charakteren und gewaltiger Musik zu tun, sondern auch mit einer Vielzahl an künstlerischen Ansprüchen, die von den Spezialisten ebenso wie von der Aufführungsgeschichte an sie herangetragen werden. Als sich das Metropolitan Opera House daher 1989 daran machte, den "Ring" rund ein Jahrhundert nach seiner Premiere auf der New Yorker Bühne zu inszenieren, beschloss man, aus den Vollen zu schöpfen. Otto Schenk konnte eine Aufführung gestalten, die wie kaum eine andere vor ihr mit den mythischen Visionen Richard Wagner agierte. Zusammen mit dem Bühnenbild- und Design-Fachmann Günther Schneider-Siemssen und dem Lichtregisseur Gil Wechsler schuf er gewaltige Räume von faszinierender emotionaler Ausstrahlungskraft, die Publikum und Kritik nachhaltig beeindruckten.

Hinzu kam ein Staraufgebot, das Wagners "Rheingold" mit internationaler Stimmkompetenz würdigte. James Morris sang den Wotan, Ekkehard Wlaschiha den Alberich und Siegfried Jerusalem den Loge, in den weiblichen Hauptrollen waren Christa Ludwig als Fricka, Mari Anne Häggander als Freia und das Gespann Kaaren Erickson, Diane Kesling und Meredith Parsons als Rheintöchter zu erleben. Musikalisch geleitet wurde die Inszenierung von James Levine, der dem Orchester des Hauses ein facettenreich schillerndes Klangfarbenspektrum entlockte. Es entstand eine wegweisende Wagner-Interpretation, die die Maßstäbe für die Darstellung international neu setzte und daher zurecht ihren prominenten Platz in der Focus Edition - 400 Jahre Oper hat.

Informationen zu weiteren Veröffentlichungen Focus Edition 400 Jahre Oper, finden Sie auf der Projektseite bei KlassikAkzente.