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20.06.2007

Viel Echo

Viel Echo

Anfang der neunziger Jahre machte sich die Deutsche Phonowirtschaft mehr und mehr Gedanken darüber, wie man die ein wenig überaltert und im Vergleich zum Pop zuweilen bieder wirkenden Klassik hierzulande neu beleben könne. So manches wurde vorgeschlagen, schließlich einigte man sich darauf, einen neuen Preis auszuloben, der unter dem Titel Echo Klassik alljährlich vergeben werden sollte. Das ist nun 14 Jahre her und inzwischen ist dieser zunächst noch belächelte Award zur wichtigsten Auszeichung der Branche geworden, die längst weit über die nationalen Grenzen hinaus strahlt. Am Montag nun wurden die diesjährigen Gewinner bekannt gegeben, die voraussichtlich am 21. Oktober in München öffentlich geehrt werden. Und im Hause Universal Classics & Jazz knallen die Korken. Denn in 21 zu vergebenden Kategorien gehen allein 14 Echo Klassik Preise an Künstler und Produktionen der Deutschen Grammophon, Decca und deren Tochterfirmen.

Besonders stolz kann das Klassikteam in Berlin darauf sein, dass es ihm gelungen ist, in nahezu allen wichtigen Kategorien mit seinen Künstlern präsent zu sein. Dabei sind es nicht nur die zu erwartenden Abräumer des Geschäfts, die das Rennen gemacht habe, sondern auch junge Talente, die noch ganz am Anfang ihrer Karriere stehen. Bestes Beispiel: Die lettische Mezzo-Sopranistin Elīna Garanča, die vor wenigen Tage erst als Sesto in Mozarts "La Clemeza Di Tito" an der Berliner Staatsoper gefeiert wurde, darf sich nun darüber freuen, für Aria Cantilena als "Sängerin des Jahres" ausgezeichnet zu werden.

Ihr zur Seite steht als "Instrumentalist des Jahres" hingegen ein alter Bekannter der Szene und großer Maestro seines Fachs. Maurizio Pollinis Interpretation von Mozart: Klavierkonzerte Nr. 17 & Nr. 21 gilt der Jury der Phono-Akademie als derart gelungen, dass sie dem Mailänder Pianisten die Ehrung zuspricht. Zum "Ensemble des Jahres" wird das Concerto Köln erklärt, das im Bereich der Alten Musik mit der Einspielung der Oper "Il divino boemo" von Josef Mysliveček Großartiges geleistet hat.

Zu den wichtigsten Kategorien des Echo Klassik Preises zählt auch die Rubrik "Nachwüchskünstler/in des Jahres", aus der schon so mancher Star hervor gegangen ist. Hier sind gleich zwei Preisträger zu bewundern, zum einen die amerikanische Sopranistin Nicole Cabell, deren Album Soprano die Juroren entzückte, außerdem der Venezulaner Gustavo Dudamel, der eine hinreißende Version Beethoven: Sinfonien Nr. 5 & Nr. 7 als Debüt dirigiert hat.

Ebenfalls um Pultstars geht es in der Kategorie "Die sinfonische Einspielung des Jahres". In diesem Falle sind Riccardo Chailly und Esa-Pekka Salonen an der Reihe. Der erste hatte mit dem Gewandhausorchester Leipzig und einer Einspielung von Schumansns Sinfonie Nr. 2 & Nr. 4 (Arr. Mahler) (19.Jahrhundert) brilliert, der andere das Los Angeles Philharmonic mit Stravinskys Strawinskys Le Sacre Du Printemps (20.Jahrhundert) an die Spitze geführt.

Als "Konzerteinspielung des Jahres" gilt erneut das Werk einer jungen Künstlerin, nämlich der Geigerin Janine Jansen und ihrer Aufnahme Mendelssohn, Bruch: Violinkonzerte. Im Falle der "Operneinsplieung des Jahres" geht der Echo Klassik an Annick Massis und Juan Diego Flórez für deren Kunst in Rossinis Matilde di Shabran.

Einige der Preisträger erhalten dabei ihre Ehrung sogar mehr als zurecht. Denn zu den wirklich aufregenden Projekten des vergangenen Jahres zählt die "Editorische Leistung des Jahres", eine aufwändige M22 DVD Box, die in rasantem Tempo im Anschluss an die Aufführungen in Salzburg das komplette Mozart-Ouevre auf DVD heraus gebracht hat. Ebenfalls auf DVD hat das Team von DEAG Classics, Deutsche Grammophon, Unitel Classica und dem ZDF mit dem Waldbühnen-Konzert eine Konzertaufnahme verwirklicht, die den Preis für die "Musik-DVD-Produktion des Jahres" mehr als verdient.

Darüber hinaus sind die Künstler auch den Rändern zu benachbarten Disziplinen oder zur Pädagogik unterwegs und werden wie Thomas Quasthoff und Till Brönner für The Jazz Album - Watch What Happens mit dem Preis "Klassik-ohne-Grenzen" oder wie Quasthoff und Hilary Hahn für den Kleinen Hörsaal mit dem "Klassik für Kinder-Preis" bedacht.

Und, schlussendlich, ist sie auch noch dabei im Reigen der Gewinner, die russische Diva der Opernbühnen, Anna Netrebko. Ihr wird mit den Award für den "Bestseller des Jahres" für The Russian Album bescheinigt, dass sie ganz an der Spitze des klassischen Eisbergs steht.