Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

13.06.2007

400 Jahre Oper: Eine Ahnung von Romantik

400 Jahre Oper: Eine Ahnung von Romantik

Die eine ist noch neu in der Szene und gerade auf dem Sprung, sich als internationale Größe zu etablieren. Der andere hingegen gehört bereits fest zum Künstlerstamm der Konzertsäle von London bis Tokio und zählt inzwischen zu den wichtigsten Sängern seines Fachs. Es geht um Nicole Cabell und Bryn Terfel, zwei wundervolle Stimmen, die zu den Stars der Zusammenstellung "400 Jahre Oper" gehören. Sie singen Arien von Giacomo Puccini und Richard Wagner und markieren damit zwei wichtige Eckpunkte einer Kunstform, die in diesem Jahr ihr beachtliches Jubiläum feiert.

Nicole Cabell wuchs in Ventura in der Nähe von Los Angeles auf. Ihre Familie hat ihrer Wurzeln im afro-amerikanischen, europäischen und koreanischen Kulturkreis. Der Großvater war der erste afro-amerikanische Polizeipräsident der benachbarten Millionenstadt und so waren Eigenständigkeit, Durchsetzungsfähigkeit und Toleranz stets ein Teil der eigenen Familiengeschichte. "Meine bunt gemischte Abstammung ist ein sehr wichtiger Teil von mir . Ich bin dankbar, dass ich in einer Umgebung aufwuchs, in der sie voll akzeptiert wurde", meint Cabell im Rückblick auf ihre Kindheit und Jugend. Tatsächlich war bald deutlich, dass das Mädchen eine ungewöhnliche Stimme und Darstellungsgabe hatte, auch wenn sie selbst zunächst davon träumte, als Schriftstellerin zu reüssieren.

Ihren ersten professionellen Stimmunterricht bekam sie erst mit 15 Jahren, die Fortschritte waren aber derart offensichtlich, dass gegen Ende der Highschool-Zeit die Entscheidung für eine Ausbildung zur Sängerin getroffen werden musste. Cabell dachte nach und war schließlich überzeugt, dass ihre Zukunft auf der Bühne liegen könnte. Und es gelang ihr, sich die Natürlichkeit des Ausdrucks zu erhalten. Denn das ist die Voraussetzung, um Musik mit Überzeugungskraft präsentieren zu können. Sieht man die junge Frau auf der Bühne, erlebt man eine Sängerin, die voll und ganz von den Melodien und Rollen durchdrungen ist, die sie sich vorgenommen hat. Sie scheint die Charaktere zu leben, sogar ohne die Kostüme der Opernbühne wie im Fall des BBC Wettbewerbs Cardiff Singer of the World, und schafft auf diese Weise eine Atmosphäre, die die Menschen von den Stühlen reißt.

So steht das Album "Soprano" an einem wichtigen Punkt in Nicole Cabells Karriere. Hinter ihr liegen die Jahre der Ausbildung und des sukzessiven Aufstiegs in der amerikanischen Opernszene, vor ihr erwartet sie eine internationalen Laufbahn als neuer Star am Himmel der lyrischen Stimmen - das Ganze mit dem Charme und dem Selbstbewusstsein einer Frau, die genau weiß, dass sie das Zeug zur Spitze hat. Kein Wunder, dass Puccinis Musetta-Arie "Quando me'n vo" aus "La Bohème" klingt, als wäre sie für Cabell geschrieben worden.

Zum KlassikAkzente Gewinnspiel: "400 Jahre Oper"