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06.06.2007

400 Jahre Oper: Hinreißend, ergreifend

400 Jahre Oper: Hinreißend, ergreifend

Vor wenigen Tagen konnte man in der Süddeutschen Zeitung eine Eloge auf Elina Garanča lesen, wie sie manch anderer Künstler sein Lebtag nicht bekommen wird. Denn der Kritiker Wolfgang Schreiber hatte sie als Sesto in Mozarts "La Clemeza Di Tito" an der Berliner Staatsoper erlebt und war zu folgendem Urteil gekommen:

"Diese Künstlerin, eine bezaubernde Erscheinung übrigens, reißt hin durch ihre vokale und musikalische Gestaltungsenergie: Der samtene Mezzo mit der makellos weichen Intonation zählt zu den schönsten Stimmen der Gegenwart, auch zu den kraftvollsten. Diese klingt in allen Lagen und Registern ausgeglichen, ist mit einem betörend sinnlichen Timbre und einer Stimmtechnik ausgestattet, die ihr in der schwierigen 'Parlo'-Arie mit der halsbrecherisch-galanten Solo-Klarinette Sicherheit und vokale Attacke erlaubt. Das alles verbindet sich bei Garanca mit einer musikalischen Spannungskraft über lange Atembögen hinweg, die den Zuhörer seinerseits atemlos macht". Kein Wunder, dass diese Sängerin an erster Stelle der Zusammenstellung 400 Jahre Oper steht.

Vielseitigkeit auf der einen und Ganzheitlichkeit auf der anderen Seite zählen zu den wesentlichen Eigenschaften, die aus Elina Garanča  während des vergangenen Jahrzehnts einen Star gemacht heben, der auf dem Sprung zur Weltkarriere steht. Denn die talentierte Newcomerin aus Lettland hat das Zeug zur neuen Joan Sutherland, die übrigens zu ihren musikalischen Vorbildern seit den Teenagertagen gehört, als das Mädel beschloss, die ursprünglich angestrebte Musical-Bühne zugunsten der Oper hintan zu stellen: "Mit 17 legte ich Sutherlands Platte mit 'Casta diva' auf und sang bei geöffnetem Fenster lautstark mit, bis die Nachbarn schrien, ich solle endlich aufhören!". Was sie nicht tat, sondern ganz im Gegenteil mit viel Begeisterung weiter gemacht. Manchmal grenzte diese Euphorie sogar an Leichtsinn, als sie während ihrer Ausbildung in Wien 1998 beispielsweise gefragt wurde, ob sie für die erkrankte Agnes Baltsa einspringen und die Rolle der Giovanna Seymour in "Anna Bolena" übernehmen könne.

Die damals 22jährige Studentin sagte zu, hatte gerade mal zehn Tage zur Vorbereitung, um überhaupt zum ersten Mal auf einer großen Bühne eine große Rolle zu übernehmen. Es hätte schief gehen können, doch das Wagnis gelang und führte dazu, dass Garanča über Nacht zum Stadtgespräch der Wiener Opernsociety wurde. Wahrscheinlich geht es überhaupt nur so, mit einer Mischung aus Talent, Professionalität und Mut, um sich über die Meisterklassen der Hochschulen hinaus zu profilieren. Für Garanča jedenfalls sind die Weichen gestellt. Sie gehört bereits zu den Mezzo-Diven der neuen Generation und sie ist sich im Klaren, dass sie mit ihrem internationalen CD-Erstling für die Deutschen Grammophon den bestmöglichen Eindruck machen, und dabei zugleich ehrlich und unverwechselbar bleiben muss. Was ihr mit der prachtvollen Zarzuela "Al Pensar" des Spaniers Ruperto Chapi aus ihrem Debütalbum "Aria Cantilena" auch mühelos gelingt.

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