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30.05.2007

"400 Jahre Oper"

400 Jahre Oper

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts dominierte das italienische Singspiel die europäischen Theaterbühnen. Dabei hatte es die stimmliche Ausformung der Madrigalkunst zu einer derartigen Perfektion gebracht, dass Worte und Handlung in den Hintergrund traten. Das wurmte den jungen Komponisten Claudio Monteverdi, hatte er doch auf seinen Reisen durch Flandern andere, dramatischere Traditionen kennen gelernt. Und so beschloss er, mit einem Werk dagegen zu opponieren. Er schuf den "L'Orfeo" und hob damit vor 400 Jahre eine neue Gattung aus der Taufe, die Oper. Damit war der Startschuss für eine Kunstform getan, die sich über die Epochen hinweg zu dem Ausdruck europäischer Hochkultur schlechthin entwickelte. Grund genug also, mit einer Zusammenstellung musikalischer Highlights aus 400 Jahren Oper dieses gloriose Jubiläum zu feiern.

Zurück zu Monteverdi. Im Vorwort zu "Scherzi musicali" (1607) formulierte er seinen Grundsatz der musikalischen Gestaltung, der den bisherigen strengen Regelwerken des Madrigals eine "Seconda practica" gegenüber stellte, in der die Vollkommenheit der Melodie in den Mittelpunkt gestellt wurde. Das bedeutete aber, dass der Text als deren wesentlicher Bestandteil zum Herrscher über den Tonsatz wurde. Als Beispiel dafür präsentierte Monteverdi am 24. Februar 1607 in Mantua seine "Favola in musica" mit dem Titel "L'Orfeo", deren Handlung im mythologisch bildlichen Sinne seine Vorstellungen verdeutlichte. Denn in dieser Sage gelang es Orpheus kraft seines Gesangs sowohl den Fährmann ins Totenreich als auch dessen Herrscher dazu zu bewegen, die verstorbene Frau zumindest für Momente wieder freizugeben. Monteverdi hatte für dieses Bühnenspiel einige Regeln hinter sich gelassen. Er setzte der Polyphonie der Renaissance die Kraft des Sologesangs, die so genannte Monodie, entgegen. Die Handlung des "L'Orfeo" wurde über die Rezitative transportiert, arienhafte Elemente sorgten für die Emotionen, die Figuren hatten eine klare eigene Identität und eine Historie. Die Singstimmen waren klar und lebendig geführt, Ensemble und Chor dramatisch akzentuiert, eindringliche Monologe sorgten für weitere Transparenz des Geschehens. Mit einem derart außergewöhnlichen Konzept markierte der "L'Orfeo" den Beginn einer neuen Bühnengattung, die daraufhin unter dem Signum "Oper" zu einer der wesentlichen hochkulturellen Gestaltungsformen werden sollte. Und die seitdem wunderbare Höhepunkte der Musikkultur hervorgebracht hat.
 
Mit welch einer Vielfalt man es inzwischen zu tun hat, verblüffte selbst die Spezialisten der Klassikabteilung von Decca und der Deutschen Grammophon, die sich vor die spannende Aufgabe gestellt sahen, aus Wiederveröffentlichungen von grandiosen Aufnahmen der hauseigenen Archive und topaktuellen Einspielungen einen "musikalischen Appetizer" mit den schönsten Stimmen zusammenzustellen. Besonderes Highlight bei diesem Sampler: die Vorabveröffentlichungen aus den neuen Alben  der Gesangstars Juan Diego Floréz und Magdalena Kozená.

Darüber hinaus konnten sie in die Vollen greifen. Denn neben großen Künstlern der Vergangenheit wie etwa Hermann Prey finden sich auch zahlreiche Stars der Gegenwart wie Anna Netrebko, Nicole Cabell, Elina Garanča, Rolando Villazón und Bryn Terfel auf der CD (die ab dem 08. Juni im Handel erhältlich ist) wieder. Das Ganze zum einmaligen Kennenlern-Preis, denn eines steht fest: So wie die Divas, Tenöre und Baritone wieder zu den schillerndsten Gestalten der Kulturszene gehören, so ist auch deren Musik alles andere als von gestern. 400 Jahre Oper sind der Beweis. 

Zum KlassikAkzente Gewinnspiel: "400 Jahre Oper"