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11.04.2007

Grand Prix Serie - Die Preisgekrönten

Grand Prix Serie - Die Preisgekrönten

Es gibt viele großartige Aufnahmen. Einigen jedoch gelingt es, eine bestimmte musikalische Aussage oder Stimmung mehr noch als die anderen auf auf den Punkt zu bringen. Dass sind dann diese Sternstunden, die von den Kritikern in den Magazinen hochgelobt und vom Publikum geliebt werden. Die Reihe Grand Prix widmet sich genau diesen Höhepunkten aus den vergangenen Jahrzehnten und präsentiert sie in sorgfältiger Editionen zu besonders attraktivem Preis. Die Frühjahrsrunde zum Beispiel startet mit drei Klangjuwelen der Musik des 20.Jahrhunderts von Bartók, Boulez, Gershwin und einem Rückblick auf die vorangegangenen Dekaden mit Puccinis "Manon Lescault".

Als George Gershwin die "Rhapsody In Blue" schrieb, war der Jazz noch jung und hatte erhebliche Legitimationsprobleme. Vor allem aber merkten die Künstler, dass in New Orleans und seit den Zwanzigern auch in mehreren anderen amerikanischen Großstädten wie Chicago, Memphis, Kansas und New York etwas brodelte, das nach Veränderung klang und das Gershwin mit seiner "Rhapsody in Blue" in ein orchestrales Gewand stecken wollte. Leonard Bernstein wiederum hörte die Klaviersuite zum ersten Mal am 26.August 1944 im Hollywood Bowl im Rahmen eines Konzertes mit Oscar Levant und den Los Angeles Philharmonikern. Der junge Pianist und Dirigent war derart begeistert, dass er sie zu seinem Stück erklärte, sie bis zum Umfallen übte und im kommenden Jahr zum "Gershwin Memorial" mit den New Yorker Philharmonikern und sich selbst als Solist zur Aufführung brachte. Sie begleitete ihn sein ganzen Leben, beeinflusste seine Liebe zum Jazz und sogar die eigenen Kompositionen, die den Geist von Gershwin atmen. Deshalb ist es bis heute etwas Besonderes, Bernstein persönlich die "Rhapsody" spielen zu hören. Denn hier hat einer verstanden, was Gershwin meinte, hat es selbst durchlebt und immer wieder versucht, an die Hörer seiner Konzerte weiter zu geben. Im Rahmen von Grand Prix ist sie in Union mit Samuel Barbers berühmtem "Adagio for Strings" und der Ballettsuite Aaron Colelands "Appalachian Spring" zu erleben. Drei Klassiker der amerikanischen Orchestermusik, kompakt präsentiert und perfekt eingespielt auf einem Album.
 
Im Unterschied zu Gershwin, dessen Klaviermusik mühelos ihren Platz in der Gunst des Publikums erarbeitete, mussten sich Bartóks Konzerte die Würdigung im klassischen Repertoire erst mühsam erkämpfen. Das lag unter anderem daran, dass für den Komponisten selbst die drei Klavierkonzerte nur eine mögliche, wenn auch zentrale Ausdrucksform bildeten. Als ausgezeichneter Pianist und hatte er sich in mannigfaltiger Weise dem Instrument genähert und es erst vergleichsweise spät im Schaffensprozess in den Kontext des Orchesters gestellt. Das erste Konzert entstand 1926 und führte das Klavier sowohl als Melodie- wie als Schlaginstrument ein. Vor allem im dritten Satz herrschten gehämmerte, ostinate Figuren vor, die mit volksliedhaften Motiven verknüpft wurden. Über den nächsten Vorstoß in dieselbe Richtung, den er 1931 komponierte, meinte Bartók selbst: "Mein zweites Klavierkonzert ist in der klassischen Sonatenform gehalten. [...] Ich möchte noch bemerken, dass das Konzert nicht für Klavier und Orchesterbegleitung geschrieben ist, sondern für Klavier und Orchester. Ich wollte den Solisten mit dem Orchester völlig gleichstellen". So war es eine besondere Aufgabe für das Team Maurizio Pollini und Claudio Abbado mit dem Chicago Symphony Orchestra, eben jene musikalische Gleichberechtigung in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist ihnen gelungen, so sehr sogar, dass die Aufnahme 1980 mit einem Grammy ausgezeichnet wurde.