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04.04.2007

Die Nummer eins

Die Nummer eins

Die Uraufführung der "Zauberflöte" fand am 30. September 1791 statt. Die Oper wurde mit Begeisterung aufgenommen und entwickelte sich zu einem Dauerbrenner der internationalen Spielpläne, vollgepackt mit Melodien, die den Zuhörern nicht mehr aus dem Sinn gehen, und geprägt von der passenden Mischung aus Phantastik und Ernst, Spaß und Seriosität. Laut Statistiken des Deutschen Bühnenverbandes steht sie unangefochten an erster Stelle der meist besuchten Opern an heimischen Theatern und das sieht im weltweiten Vergleich kaum anders aus. Ganz klar, dass daher auch eine "Zauberflöte" zu den Referenz-DVDs der Focus Edition 400 Jahre Oper gehören muss. Und die Spezialisten der Kulturredaktion haben eine ebenso klassische wie repräsentative Inszenierung von John Cox mit dem Bühnenbild von David Hockney ausgesucht, die mit umjubeltem Erfolg an der New Yorker Met geboten wurde.

Die "Zauberflöte" entstand genau genommen zwischendurch. Mozart arbeitete im Sommer 1791 an der Oper "La Clemeza di Tito", außerdem am Klarinetten-Konzert KV 622, der Freimaurer-Kantate "Laut verkünde unsre Freude" KV 623, bald auch an seinem "Requiem" und noch manchem mehr. Ausschlaggebend für ihre Entstehung war ein Freund Mozarts, Emanuel Schikaneder, den er noch aus den Jahren kannte, bevor er sich in Wien niedergelassen hatte. Damals war der Mann Leiter eines Wandertheaters, das sich vor allem durch spektakuläre Inszenierungen mit allerlei Klamauk einen Namen gemacht hatte. Inzwischen jedoch war er sesshaft geworden, weil ihm die Stadt Wien es gestattet hatte, vor ihren Toren eine eigene Spielstätte einzurichten. Die nun wiederum brauchte Input in Form neuer Stücke und so kam es zu der Zusammenarbeit mit Mozart, der Ende der 1780er Jahre zu einem beliebten Singspielkomponisten im Lande avanciert war. Er hatte bereits zwei Opern in deutscher Sprache unter die Leute gebracht, die "Entführung aus dem Serail" und den "Don Giovanni", was sich wiederum gut zu den Ansprüchen des nicht nur aus Bürgerlichen und Hofaristokratie bestehenden Publikums in Schikaneders Freihaustheater an den Wieden passte.

So entstand die "Zauberflöte" in enger Zusammenarbeit von Komponist und Theaterdirektor, wobei das Libretto durchaus den Vorstellungen des unterhaltungsfreudigen Wiens entgegen kam. Da gab es Zaubergestalten und Helden, Exotismus und Leidenschaft, Schwank und Läuterung, aber auch eine einfache Ethik nach dem Schema 'Gut besiegt Böse durch Tugend'. Das wiederum passte auch zu der auf Toleranz und Humanität basierenden Geisteshaltung der Bruderschaft der Freimaurer, der Mozart einige Jahre zuvor beigetreten war. Die Voraussetzungen waren daher von Anfang an gut, dass aus dem Stück ein Hit werden konnte. Und tatsächlich avancierte das "allumfassende Welttheater" der "Zauberflöte" zum Evergreen der Singspielbühnen, der über Jahrhunderte hinweg die Kreativen inspiriert. Für die Neuinszenierung des Werkes an der Metropolitan Opera in New York Anfang der 90er Jahre beispielsweise schuf Regisseur John Cox nicht nur eine rasante Folge der Bilder und Handlungsstränge, die Maestro James Levine mit dem Orchester des renommierten Hauses sensibel umsetzte. Er hatte darüber hinaus auch den international hochgeschätzten Künstler und Maler David Hockney gewinnen können, das Bühnenbild zu entwickeln. Hinzu kam eine herausragende Besetzung der Solisten: Kathleen Battle als Pamina, Francisco Araiza als Tamino, Manfred Hemm und Barbara Kilduff als Papageno und Papagena, außerdem Kurt Moll als Sarastro und Luciana Serra als Königin der Nacht vervollständigten das Bild einer rundum perfekten Umsetzung der "Zauberflöte", die zu Recht ihren Platz in der Focus Edition 400 Jahre Oper gefunden hat.