Klassik Newsletter

Sie wollen immer aktuell informiert sein? Unser Newsletterservice versorgt Sie wöchentlich mit allem zum Thema klassische Musik.

OK

Nichts verpassen

Nutzen Sie KlassikAkzente Online auch wenn Sie nicht auf unserer Seite sind:
Social Networks:

Artikel

28.02.2007

Das Dreamteam

Das Dreamteam

Jedes Opernjahrzehnt hat sein Traumpaar, in dem sich die Bedürfnisse des Publikums nach Können und Prominenz, Talent und Eros, Stimmung und Spannung auf der Bühne verbinden. Angela Gheorghiu und Roberto Alagna zum Beispiel verzauberten in den Neunzigern das internationale Publikum (und nebenbei auch sich selbst). Deren Vorgängern Montserrat Caballé und José Carreras oder Joan Sutherland und Luciano Pavarotti gelang ähnliches während der vorangegangenen Dekaden. Selten allerdings waren sich Publikum und Kritik so einig über eine künstlerische Liaison wie im Fall des Traumpaares der Gegenwart. Denn die russische Sopranistin Anna Netrebko und der mexikanische Tenor Rolando Villazón überzeugen in jeder Nuance ihrer Darstellung und Interpretation, ihrer Ausstrahlung und ihres sich ergänzenden musikalischen Verständnisses.

Wo immer sie gemeinsam auf das Podium steigen, faszinieren sie die Menschen im Saal, reißen sie zu Beifallsstürmen hin, wie sie auch in den großen Häusern von New York bis Petersburg selten sind. Und so ist das Duett-Album eines, auf das viele gewartet haben. Mit dem natürlichen Charme zweiter Ausnahmekünstler werden hier Melodien angestimmt, die zum Großartigsten gehören, was das Genre zu bieten hat, und das mit einer emotionalen Intensität, die ihresgleichen sucht.

Manchmal geht es ganz schnell. Die Salzburger Festspiele hatten als Höhepunkt der Saison 2005 eine Neuproduktion von Giuseppe Verdis "La Traviata" angesetzt. Und sie hatten drei Stars der internationalen Opernszene verpflichten können, die das Augenmerk der musikkulturellen Weltöffentlichkeit unweigerlich auf Salzburg richteten. In die Rolle der Violetta schlüpfte die bedeutendste junge Sopranistin ihrer Generation Anna Netrebko, ihren Liebhaber Alfredo mimte der als aufgehender Stern am Musikhimmel gefeierte Tenor Rolando Villazón und dessen Bühnen-Vater Georgio wurde der renommierte Bariton Thomas Hampson. Kein Wunder, dass bei solch einer Besetzung die Karten für die sieben Aufführungen nicht nur in Windeseile ausverkauft waren, sondern sogar astronomischen Liebhaberpreise dafür geboten wurden. "La Traviata" jedenfalls wurde ein gewaltiger, von Presse und Publikum umjubelter Erfolg, und er war zugleich der Startschuss für eine gemeinsame Karriere von Netrebko und Villazón. Denn unmittelbar im Anschluss an die Aufführungen in Salzburg wurden sie bereits als "Traumpaar" (Opera) gefeiert und auf die großen Bühnen der Welt eingeladen.

Seitdem konnten man sie mit Gounods "Roméo et Juliette" in Los Angeles erleben, in Verdis "Rigoletto" an der New Yorker Met mit Plácido Domingo am Pult, mit Massenets "Manon" wiederum in Los Angeles oder, ebenfalls gemeinsam mit Domingo, als Stargäste des Waldbühnenkonzertes in Berlin. Dabei erwiesen sie sich nicht nur musikalisch als ideales Gespann, sondern konnten auch schauspielerisch überzeugen wie beispielsweise der Rezensent einer Vorstellung von "Roméo et Juliette" an der Wiener Staatsoper in der Tageszeitung Der Standard mit Blick auf Anna Netrebko feststellte: "Keine legt sich so perfekt zum Sterben hin, keine schmachtet so glaubwürdig, keine schmiegt sich so schlangengleich an ihren Roméo ... Und ihr Roméo, Rolando Villazón ist ein großer Künstler. Er spielt nicht, er ist".

Um diese besondere künstlerische Intimität erreichen zu können, bedarf es nicht nur immenser Perfektion und Professionalität im Umgang mit den Möglichkeiten der Stimme und des Repertoires, sondern auch einer Sicherheit und Ausgelassenheit, die Freiheiten der Interpretation erst ermöglicht. Netrebko und Villazón sind Stars ihres Genres, aber sie stehen nicht in Konkurrenz zueinander, sondern haben reichlich Spaß an ihren Rollen. Sieht man sich die Film-Mitschnitte der Aufnahmen von "Das Duett-Album" wie auch die Interviews an, die am Rande der Produktion entstanden, erlebt man zwei Koryphäen, die vollkommen in ihrer Arbeit aufgehen und dabei immer die Gesamtwirkung und nicht nur den eigenen Klang im Sinn haben.

Im August 2006 in der Dresdner Lukaskirche gemeinsam mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Nicola Luisotti festgehalten, entstand auf diese Weise ein Arienprogramm in acht Kapiteln, das von Gaetano Donizetti bis Federico Moreno Torroba ein gewaltiges Spektrum von Emotion und Leidenschaft präsentiert. Mimi und Rodolfo sind dabei mit dem herzzerreißenden "O soave fanciulla" (Puccini, "La Bohème") ebenso wie Lucia und Edgardo mit "Lucia, perdonna - Sulla tomba che rinserra" (Donizetti, "Lucia di Lammermoor"), Juliette und Roméo mit "Nuit d'hyménée" (Gounod, "Roméo et Juliette"), Leila und Nadir mit "De mon amie - Leila, Leila! Dieu puissant, le voilà!" (Bizet, "Les pêcheurs de perles"), Gilda und Duca mit "Giovanna, ho die rimorsi - È il sol dell'anima" (Verdi, "Rigoletto") und Manon und des Grieux mit "Toi! Vous! - Oui, c'est moi - N'est-ce plus ma main" (Massenet, "Manon").

Darüber hinaus haben sich Netrebko und Villazón jeweils ein Duett in der Muttersprache des Partners herausgesucht, eines auf Russisch aus Tschaikowskys "Iolanta" und eines in Spanisch aus Torrobas "Luisa Fernanda". So ist ein rundum faszinierendes Programm entstanden, das nun in verschiedenen Versionen von der Deutschen Grammophon präsentiert wird: als CD, als limitlerte Edition von CD und DVD mit einem Musik-Clip aus "La Bohème" und der Kurz-Doku "Behind the Scenes" und als digitales Album mit einem Bonus-Track aus Penellas "El gato montés". Außerdem ist eine Special deluxe CD/DVD Edition in Vorbereitung mit zusätzlichen Ausschnitten vom Konzert von Anna Netrebko und Rolandon Villazón in Paris am Théâtre des Champs-Élysées vom 28. März 2007. So oder so ist aber eines klar: Hier sind zwei Ausnahmekünstler am Start, die die Kraft haben, mit ihren Stimmen und ihrer Musik ein Weltpublikum zu bezaubern.

Weitere Informationen (mit Videos und Bildgalerie) zum Duett-Album von Anna Netrebko & Rolando Villazón sowie zum Gewinnspiel, erhalten Sie auf den Sonderseiten zur Veröffentlichung bei KlassikAkzente.