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07.02.2007

Göttliche Inspiration

Göttliche Inspiration

Motetten gelten häufig als Synonym für geistliche Vokalstücke des Barocks im Allgemeinen. In ihrer Zeit allerdings hatten diese Lieder eine deutlich spezifizierte Funktion als musikalische Intermezzi im liturgischen Zusammenhang. Andrea Marcon und sein Venice Baroque Orchestra forschten in der einschlägigen Archiven, sichteten reichlich Vorlagen dieser musikreichen Jahre, um daraus ein Programm mit Motetten von Antonio Vivaldi zusammenzustellen. Gemeinsam mit der Sopranistin Simone Kermes entstand "Amor Sacro" mit Kompositionen, die von 1713 an niedergeschrieben worden waren und nun in ihrer ganzen Pracht wieder erstrahlen.

Das Venice Baroque Orchestra ist nicht irgendein Ensemble der historischen Aufführungspraxis, sondern eines der besten seiner Art, das die internationale Szene zu bieten hat. Im Jahr 1997 wurde es von dem Cembalisten Andrea Marcon mit einigen der versiertesten Musikern Italiens gegründet, als Forum für bekannte, aber vor allem noch nicht aufgeführte Musik seiner Heimat. Nach mehreren Tournee durch Europa und Japan zur Einstimmung führte das Ensemble mit Francesco Cavallis Oper "L'Orione" das erste wiederentdeckte Werk des Barocks auf. Im Jahr 2000 folgte dann die erste vollständige Vorstellung der Gegenwart von Händels "Siroe". Die Kompetenz des Ensembles sprach sich schnell herum, und so wurde das Venice Baroque Orchestra im August 2001 nach New York ans Lincoln Center eingeladen. Außerdem dirigierte Marcon die zeitgenössische Premiere von Cimarosas "L'Olimpiade" in Venedig am Teatro Malibran. Im Januar 2004 unterzeichnete das Ensemble schließlich einen Exklusiv-Vertrag mit der Archiv Produktion.

Sein erstes Album wurde die Serenade "Andromeda Liberata" von Antonio Vivalidi, die der französische Musikwissenschaftler Olivier Fourés im April 2002 im Archiv des Conservatorio Benedetto Marcello als Handschrift entdeckt hatte und die das Venice Baroque Orchestra mit ausgezeichneten Solisten wie Simone Kermes in der Titelrolle und Max Emanuel Cencic als Perseus verwirklichte. Das Stück wurde daraufhin unter anderem zur Eröffnung des Venice Music Festivals und in der New Yorker Carnegie Hall aufgeführt. Darauf folgten die "Concerto Veneciano" mit dem Geiger Giuliano Carmignola, die sich zwei zu Unrecht weniger bekannten Konzerten Antonio Vivaldis und jeweils einem Pendant von dessen Zeitgenossen Pietro Antonio Locatelli und Giuseppe Tartini widmeten. So gründet auch "Amor Sacro" auf einer profunden und vielschichtigen Zusammenarbeit ausgezeichneter Spezialisten, die ihre ganze Erfahrung in die Interpretation der vier Motetten "In furore iustissimae irae" (RV 635), "Nulla in mundo pax sincera" (RV 630), "In turbato mare irato" (RV 627) und "Sum in medio tempestatum" (RV 632) legen können. Die von 1713 bis in die 1730er Jahre hinein entstandenen Werke zählen zu den Raritäten im Vivaldi-Katalog, zeigen aber in der Interpretation durch Simone Kermes und das Venice Baroque Orchestra, dass in ihnen die ganze dramatische Kraft und zeitlose Eleganz des venezianischen Meisterkomponisten verborgen ist. Ein Album mit außergewöhnlichen Klängen abseits der barocken Aufnahmegewohnheiten.