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20.12.2006
Fritz Wunderlich

Von Anders bis Wunderlich

Fritz Wunderlich, Von Anders bis Wunderlich

Im vergangenen September hätte Fritz Wunderlich seinen 75. Geburtstag gefeiert, wäre er nicht im Herbst 1966 tödlich verunglückt. Es war ein immenser Verlust für die Klassikwelt, denn der Tenor aus dem pfälzischen Städtchen Kusel war nicht nur ein herausragender Oper- und Liedinterpret, sondern auch ein Charismatiker, der vor populären Programmen nicht zurückschreckte. So sind in der Reihe Klassik unter Sternen zwei Zusammenstellungen mit berühmten Melodien erschienen, die ihn mal mit dem Wiener Operettenrepertoire, mal mit dem Esprit der Galavorstellungen zusammenbrachten. Zwei berühmte Alben aus der Erfolgsreihe der sechziger Jahre, die wie viele andere bis heute nichts von ihrer Frische verloren haben. Ein paar Tipps für das etwas andere Silvesterfest.

Zu Wien gehören Fiaker, der Heurige, der Schmäh. Und natürlich die große Vergangenheit der Walzer- und Operettenepoche. Von der Strauß-Dynastie bis Robert Stolz haben die vergnüglichen, machmal auch schrulligen Weisen aus dem kulturellen Umfeld der k. u. k. Ära ihre Spuren hinterlassen und viele wunderbare Melodien geprägt, die bis heute zu den unvergänglichen Evergreens der vergangenen 150 Jahre gehören. Sie zu singen scheint leicht, gehört jedoch bei näherer Betrachtung zur großen Kunst der Interpretation. Schließlich ist es eine Gratwanderung, den Schmelz der Herzen, das Sehnsüchtige zu zelebrieren und dabei nicht ins Schwüle und Sentimentale abzugleiten. Insofern kann man verstehen, dass der Komponist und Dirigent Robert Stolz begeistert war, einen Tenor wie Fritz Wunderlich für die Wiener Klangkosmos begeistern zu können. Im Juni 1966 standen sie gemeinsam mit dem Orchester und Chor der Wiener Staatsoper und den Spilar-Schrammeln vor den Mikrofonen und schlenderten nach Herzenslust durch die Gefilde der leichten Muse. Für Wunderlich war es ein Vergnügen, zumal ein ähnlich populäres Projekt ein Jahr zuvor ihm viele Sympathien von Menschen hatte zufliegen lassen, die mit einem Liederabend oder einer Opernvorstellung schwerer zu erreichen gewesen wären. Damals sollte er unter dem Motto Ein Lied geht um die Welt ein Arienprogramm aus Mega-Hits der Sparte und Ausflügen in die Operette und Volksmusik bestreiten.