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22.11.2006

Berliner Premiere

Berliner Premiere

Nach "Die Entführung aus dem Serail" in Stuttgart vor acht Jahren, einem jüngst gerade wieder viel und kontrovers diskutierten "Idomeneo" an der Deutschen Oper Berlin hebt sich am Samstag, den 25. November um 19.00 Uhr in der Komischen Oper der Vorhang zu Hans Neuenfels' jüngster Mozart-Inszenierung: "Die Zauberflöte". Gemeinsam mit seinem langjährigen Ausstatter Reinhard von der Tannen sowie Elisabeth Trissenar, die als "Spielleiterin" durch den Abend führt, legt Hans Neuenfels seine Sicht auf Mozarts scheinbar so leichtfüßig daherkommende, dabei alle andere als einfache "Große Oper in zwei Aufzügen" dar.

Neuenfels "Zauberflöte" kommt als mit leichter Hand spielerisch entworfene Versuchsanordnung des Daseins daher. Die "Spielleiterin" führt durch das Spektrum von Konfrontationen und Prüfungen, denen gleichberechtigt alle Figuren des "Zauberflöten"-Universums im Laufe der Geschichte unterworfen sind. Neuenfels orientiert sich bezüglich des Realitätsgehalts seiner Figuren an Mozarts Musik, für ihn gibt es kein Gut und Böse, Schwarz oder Weiß innerhalb der Konstellationen dieser Oper.
 
Anstelle märchenhafter Simplifizierungen und der Klischees vom Edlen oder Einfältigen, Wilden der Weisen, Opfer oder Täter, lenkt Hans Neuenfels in der "Zauberflöte" das Augenmerk vor allem auf vielschichtige menschliche Figuren, die ohne Ausnahme Grenzsituationen ausgesetzt sind: "Mozart hat immer in einer Oper Dutzende Opern komponiert; jede Arie, jedes Duett, jedes Rezitativ ist eine Oper für sich. Vollständige Splitter! Weil der Mensch kein Ganzes ist, sondern sich zusammenpresst aus vielfältigen, unbekannten Einzelheiten. Und darüber ständig die Reflexion, der endlose Essay: Schaut, wie und warum wir singen, wenn das Schweigen oder das Reden uns zu ersticken droht." (Hans Neuenfels)
 
Weitere Aufführungen am 28.11., am 3., 9., 15., 19., 26. Dezember, am 3., 6., 9. und 28. Januar sowie am 12. und 18. Februar und letztmalig in dieser Spielzeit am 5. März. Karten können Sie telephonisch unter (030) 47 99 74 00 sowie unter karten@komische-oper-berlin.de bestellen.

Zwei Einspielungen spiegeln die Bandbreite der diskographischen Auseinandersetzung mit diesem Schlüsselwerk der deutschen Operngeschichte wider. Zum einen John Eliot Gardiners Aufnahme aus dem Jahre 1995 von den Ludwigsburger Schloßfestspielenaus im Rahmen seines Mozartzyklus nach historisierender Aufführungspraxis, zum anderen die Neuaufnahme mit dem Mahler Chamber Orchestra unter Claudio Abbado aus dem Jahre 2006.